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Balkonfund: Florfliegenlarve

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Foto: J. Prinz

Foto: J. Prinz

Auf meinem Balkon ist es gerade sehr unordentlich. Sehr. Aber ich bin ja auch mittem im Blumenerde-verteilen, umtopfen, neu pflanzen und Pflanzenpötte verrücken. Zwischendrin liegen Gartenschaufeln und irgendwelche Vliesdinger, die eigentlich unten in die Balkonkästen sollen. Gar nicht zu reden von all’ den Blumentöpfen, die ich aus dem Baumarkt mitgebracht habe. Und mitten in diesem Durcheinander sitzt ein kleines Tier. Das fand ich so spannend, dass ich mal eben nach drinnen gerannt bin, um die Kamera zu holen. Das Bild ist jetzt kein Highlight geworden, aber man sieht: cooles Viech, oder?

Foto: J. Prinz

Foto: J. Prinz

 

An den sechs Beinen sehe ich: es ist ein Insekt! An der Vorderseite trägt es (für so ein kleines Tier riesige) Mundwerkzeuge mit richtig fiesen Greifern – ein Jäger also. Was immer dieses Tier frisst…die Beute muss festgehalten werden und zappelt dann vermutlich noch. Rund um den Körper sitzen kurze Borsten. Ein wenig erinnert mich das Tier an die Marienkäfer-Babys vom letzten Jahr.

Ja, aber was jetzt? Soll ich mich über das Tier freuen? Ist es nützlich, oder gar ein Schädling? Zum Glück kann ich Entwarnung geben – jedenfalls mir selbst. Das Tier, das ich gefunden habe, ist die Larve einer Florfliege und ganz eindeutig ein Nützling. Denn Florfliegenlarven fressen besonders gerne Blattläuse. Auf meinem Balkon sind sie also herzlich willkommen.

Foto: pixabay.com

Foto: pixabay.com

 

 

Florfliegen haben übrigens eine sehr interessante Art, ihre Eier abzulegen. Wenn man sich das Florfliegenkind so anschaut, mit den riesigen Mundwerkzeugen und dem flotten Schritt, kann man sich auch denken, dass das sinnvoll ist. Das Florfliegenweibchen hängt nämlich jedes einzelne Ei an einem Faden auf. So baumeln mehrere Eier nebeneinander, kommen aber nicht miteinander in Berührung. Schlüpft eine hungrige Larve, frisst sie also nicht gleich ihre Geschwister auf. Ganz schön schlau!

 

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Johanna Prinz

Jahrgang 1978, ist promovierte Diplom-Biologin. Sie war früher Affenforscherin im Zoo, leitete den Bildungsbereich in einem großen Naturkundemuseum und danach ein Nationalpark-Haus am Wattenmeer. Heute arbeitet sie, von ihrer Wahlheimat Lübeck aus, im Bereich „Naturvermittlung“ – vor allem als Museumsberaterin oder Autorin für Kindersachbücher. Manchmal hebt sie Regenwürmer von der Straße auf. Mehr Infos unter: www.naturvermittlung.de

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Autor: Johanna Prinz

Jahrgang 1978, ist promovierte Diplom-Biologin. Sie war früher Affenforscherin im Zoo, leitete den Bildungsbereich in einem großen Naturkundemuseum und danach ein Nationalpark-Haus am Wattenmeer. Heute arbeitet sie, von ihrer Wahlheimat Lübeck aus, im Bereich „Naturvermittlung“ – vor allem als Museumsberaterin oder Autorin für Kindersachbücher. Manchmal hebt sie Regenwürmer von der Straße auf. Mehr Infos unter: www.naturvermittlung.de

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