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Natur und so

Marienkäfer-Babys!

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Foto: pixabay.com

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„Es werden immer mehr. Was ist das?“, steht in der Nachricht auf meinem Smartphone. „Kann das im Garten bleiben?“ Auf dem mitgeschickten Foto sitzt ein kleines, schwarzes Tier mit sechs Beinen („Insekt!“, denke ich), dass aussieht, als hätte es Stacheln. Zum Glück kann ich Entwarnung geben. Der Mini-Gartenbewohner ist nicht nur harmlos, sondern sogar ein Glücksfall für jeden Gärtner. Guckt euch das kleine Tier gut an. Sowas wollt ihr auch im Garten haben!

Das Tier auf dem Foto unten ist die Larve eines Marienkäfers. Sie sieht ziemlich gruselig aus, finde ich. Doch wenn man es mal genau bedenkt, haben wir hier ein Marienkäfer-Baby vor uns, also wollen wir ja mal nicht gemein werden. (Ich stelle mir gerade vor, wie wir über das Neugeborene im Bekanntenkreis sagen „Das siehst aber gruselig aus!“. Das geht doch nicht.) Und das Maikäfer-Baby vor einiger Zeit fanden wir ja auch nicht schlimm, oder?

Foto: pixabay.com

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Zurück zum Marienkäfer: Die Larve auf dem Bild war vor gar nicht langer Zeit noch ein kleines, gelbes Ei, das der Marienkäfer irgendwo mit vielen anderen an ein Blatt geklebt hat. Im Gegensatz zu den Eiern, die Karolin diesen Sommer an ihrem Kohlrabi gefunden hat, kann man diese hier ruhig hängen lassen.

Nach ungefähr einer Woche schlüpft daraus eine Marienkäferlarve, die praktisch über und über mit „Schlüpfhilfen“ in Form kleiner Zacken besetzt ist. Die fertige Larve braucht ein bis zwei Monate, bis sie zum Käfer wird. In dieser Zeit häutet sie sich ein paar Mal, bekommt dabei neue Zacken, verpuppt sich und schlüpft schließlich als fertiger Marienkäfer.

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Bis die Käferlarve so weit ist, dass sie zum Käfer wird, geht sie im Garten auf die Jagd – und hier wird es spannend für die Gärtner unter uns. Eine Marienkäferlarve frisst nämlich nicht nur Blattläuse (ein Traum für jede Rose!), sondern auch verschiedene Pilze. Ihr habt Mehltau oder Schimmel an euren Pflanzen? Ein Festessen für die Marienkäfer-Babys!

Wenn ihr also die Larven von Marienkäfern im Garten entdeckt, könnt ihr euch freuen. Und wenn die Käfer dann geschlüpft sind, könnt ihr zwar ihr Alter nicht anhand der Punkte bestimmen, aber vielleicht beobachtet ihr, wie sie ihre Flügel mit Klappanleitung entfalten. Und das ist doch auch ganz schön.

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Autor: Johanna Prinz

Jahrgang 1978, ist promovierte Diplom-Biologin. Sie war früher Affenforscherin im Zoo, leitete den Bildungsbereich in einem großen Naturkundemuseum und danach ein Nationalpark-Haus am Wattenmeer. Heute arbeitet sie, von ihrer Wahlheimat Lübeck aus, im Bereich „Naturvermittlung“ – vor allem als Museumsberaterin oder Autorin für Kindersachbücher. Manchmal hebt sie Regenwürmer von der Straße auf. Mehr Infos unter: www.naturvermittlung.de

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