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Natur und so

Flamingos: Nester mit Hochwasserschutz

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Foto: J. Prinz

Vögel brüten in Nestern, das wussten wir schon. Das Nest der Amsel besteht aus Zweigen und Gras. Das der Rauchschwalbe klebt als Schlammbau unter der Dachkante. Einige Vögel weben sogar kunstvolle Beutel aus Pflanzenfasern. Doch wie sieht eigentlich das Nest eines Flamingos aus?

Um das herauszufinden, müssen wir uns anschauen, wo der Flamingo wohnt: am Wasser. Wer am Wasser lebt und dort auch sein Nest baut, muss natürlich darauf achten, dass das Ei nicht nass wird. Deshalb brüten viele Wasservögel an Land oder bauen schwimmende Nester im Schilf. Flamingos müssen das Wasser ganz genau im Blick haben, denn sie leben in Gebieten, in denen es ab und zu Hochwasser gibt. Und da Flamingos keine schwimmenden Nester bauen können, hat sich die Natur was anderes Tolles ausgedacht: Turmnester!

Foto: J. Prinz

Die Nester heißen nicht wirklich „Turmnester“, aber sie sehen schon irgendwie so aus: Flamingos bauen kegelförmige Nester aus Schlamm, die unten breit und oben spitz sind. Ganz oben auf dem Schlammberg gibt es eine Vertiefung in die das Ei kommt. Steigt das Wasser, liegt das Ei hoch genug. Weil so ein Nestbau anstrengend ist, benutzen die Flamingos ganz gerne die alten Nester aus dem letzten Jahr. Ein Paar bleibt während der gesamten Brutzeit zusammen, manchmal sogar länger. Ob eine Brut überhaupt stattfindet hängt vom Wetter und dem Wasserstand ab.

Foto: J. Prinz

Manchmal auch von der Anzahl der Mitbrüter. Flamingos brüten nämlich nur in Kolonien. Das ist ziemlich schlau, denn in großen Gruppen ist das einzelne Tier besser geschützt. Die Wahrscheinlichkeit, dass jemand anderes gefressen wird ist einfach höher, als wenn man ganz allein brütet. Das bedeutet: Ist die Kolonie zu klein, wird auch kein Ei gelegt – viel zu gefährlich. In Zoos löst man dieses Problem, indem man Spiegel aufhängt. Die Flamingos glauben dann, sie wären ganz viele und fangen an zu brüten. Gemein? Was meint ihr?

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Johanna Prinz

Jahrgang 1978, ist promovierte Diplom-Biologin. Sie war früher Affenforscherin im Zoo, leitete den Bildungsbereich in einem großen Naturkundemuseum und danach ein Nationalpark-Haus am Wattenmeer. Heute arbeitet sie, von ihrer Wahlheimat Lübeck aus, im Bereich „Naturvermittlung“ – vor allem als Museumsberaterin oder Autorin für Kindersachbücher. Manchmal hebt sie Regenwürmer von der Straße auf. Mehr Infos unter: www.naturvermittlung.de

Autor: Johanna Prinz

Jahrgang 1978, ist promovierte Diplom-Biologin. Sie war früher Affenforscherin im Zoo, leitete den Bildungsbereich in einem großen Naturkundemuseum und danach ein Nationalpark-Haus am Wattenmeer. Heute arbeitet sie, von ihrer Wahlheimat Lübeck aus, im Bereich „Naturvermittlung“ – vor allem als Museumsberaterin oder Autorin für Kindersachbücher. Manchmal hebt sie Regenwürmer von der Straße auf. Mehr Infos unter: www.naturvermittlung.de

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