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Natur und so

Können Schnaken stechen?

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Foto: pixabay.com

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Es ist spät. Um den Tisch herum sitzen viele Erwachsene und noch viel mehr Kinder. Alle reden durcheinander. Doch dann wird es plötzlich stiller. Alle schauen nach oben, wo eine rie-si-ge Schnake an der Decke ihre Runden dreht. Das Vieh ist wirklich sehr groß. Groß genug um alle am Tisch zu faszinieren. „Können Schnaken eigentlich stechen?“, fragt jemand? Gute Frage. Einige glauben ja, andere denken nein, aber sind Schnaken nicht auch mit Mücken verwandt? Irgendwann ruft einer: „Johanna! Blogbeitrag!“ Und da ist er also. Heute geht es um Schnaken.

 

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Was ist denn überhaupt eine Schnake?

Genau wie Mücken oder Fliegen gehören die Schnaken zu den Zweiflüglern. Das ist eine sehr große Gruppe innerhalb der Insekten. Sie heißen „Zwei“flügler, weil sie (jetzt bitte nicht lachen) tatsächlich nur zwei Flügel haben. Üblich bei Insekten sind aber vier.

Schaut euch nur mal eine Libelle an: vier Flügel! Und dann guckt euch mal eine Stubenfliege an: die hat nur zwei, obwohl sie ja auch ein Insekt ist und eigentlich ebenfalls vier Flügel haben sollte. Bei den Zweiflüglern ist das aber so: das vordere Flügelpaar wächst ganz normal. Das hintere ist verkümmert und daher nicht sichtbar. An seiner Stelle wachsen dort „Schwingkölbchen“, die so aussehen wie diese Kegel, die es früher immer bei uns im Sportunterricht gab. Nur kleiner. Die Schwingkölbchen schwingen beim Fliegen mit.

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Schnaken: stechen sie?

Schnaken sind also mit Mücken verwandt. Rein systematisch gehören sie sogar zu den Mücken. (Noch. Man ist sich da nicht so recht einig.) Aber können sie auch wie diese stechen? Die Antwort ist: nein. Schnaken ernähren sich von Flüssigkeiten, zum Beispiel Nektar. Und natürlich trinken sie auch Wasser. Die menschliche Haut ist für eine Schnake erstens zu hart, um hindurch zu kommen und zweitens auch völlig uninteressant. Was sollte sie auch damit? Wir haben schließlich keinen Nektar in unseren Adern.

Unsere Abendrunde war also völlig sicher vor der harmlosen Schnake – von der wir übrigens so schnell nicht rausgekriegt haben, welche es war. Es gibt in Deutschland etwa 140 Schnaken-Arten. Eine davon wird es schon gewesen sein. Das nennt man „Pi-mal-Daumen-Biologie“.

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Johanna Prinz

Jahrgang 1978, ist promovierte Diplom-Biologin. Sie war früher Affenforscherin im Zoo, leitete den Bildungsbereich in einem großen Naturkundemuseum und danach ein Nationalpark-Haus am Wattenmeer. Heute arbeitet sie, von ihrer Wahlheimat Lübeck aus, im Bereich „Naturvermittlung“ – vor allem als Museumsberaterin oder Autorin für Kindersachbücher. Manchmal hebt sie Regenwürmer von der Straße auf. Mehr Infos unter: www.naturvermittlung.de

Autor: Johanna Prinz

Jahrgang 1978, ist promovierte Diplom-Biologin. Sie war früher Affenforscherin im Zoo, leitete den Bildungsbereich in einem großen Naturkundemuseum und danach ein Nationalpark-Haus am Wattenmeer. Heute arbeitet sie, von ihrer Wahlheimat Lübeck aus, im Bereich „Naturvermittlung“ – vor allem als Museumsberaterin oder Autorin für Kindersachbücher. Manchmal hebt sie Regenwürmer von der Straße auf. Mehr Infos unter: www.naturvermittlung.de

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