Hallimasch & Mollymauk

Natur und so

Mit dem Jäger auf Spurensuche

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Foto: K. Küntzel

Foto: K. Küntzel

Bei einem Waldspaziergang kann man so Einiges entdecken. Noch mehr zu sehen gibt es, wenn man in fachkundiger Begleitung durch den Wald stapft. Der Jäger einer Nachbargemeinde lud zur Spurensuche in den Winterwald und das habe ich mir natürlich nicht entgehen lassen.

Der Tag war strahlend schön und mehr als ein Dutzend Kinder und Erwachsene folgten dem Jäger in den Forst und lauschten seinen Erklärungen.

Jäger, Jägerin, Jagdhund

Der Jäger kam nicht alleine. Auch seine Frau, ebenfalls eine Jägerin und der Jagdhund waren mit von der Partie. Jagdhund ist nicht gleich Jagdhund lernten wir gleich zu Beginn. Es gibt zum Beispiel Vorstehhunde, die dem Jäger das Wild anzeigen, Apportierhunde, die die erlegte Beute zum Jäger bringen, Schweißhunde, die angeschossenes Wild aufspüren und Laufhunde, die das Wild gezielt in Richtung Jäger treiben.

Foto: K. Küntzel

Foto: K. Küntzel

Foto: K. Küntzel

Foto: K. Küntzel

So vielfältig wie die Aufgaben des Hundes sind die des Jägers. Hauptaugenmerk liegt dabei auf der Hege und Pflege des Wildes. Jäger sorgen dafür, dass die Tiere in ihrem Revier gesund bleiben und das ist nur möglich, wenn ein angemessenes Verhältnis von Reviergröße und Tierbestand besteht. Zu viele Tiere auf zu kleinem Raum begünstigen den Ausbruch von Krankheiten und die Tiere würden auch nicht mehr genügend Futter finden. In diesem Fall wird der Bestand verkleinert und Wild geschossen. In schneereichen Wintern unterstützt der Jäger die Tiere mit Futtergaben und Mineralien in Form von Salzlecksteinen. Wenn ihr aufmerksam durch den Wald geht, entdeckt ihr vielleicht auch bei euch Futterraufen.

Foto: K. Küntzel

Foto: K. Küntzel

Fuchs, Dachs und Reh

Der Plan des Jägers, Tierspuren im Schnee zu finden, ging nicht auf, denn es gab kaum noch Schnee. Tiere und ihre Spuren fanden wir trotzdem reichlich. Gleich zu Beginn der Tour flog ein Eichelhäher über uns hinweg, ein Eichhörnchen kletterte im Geäst, nur vom Fuchs, der sich manchmal am Bach herumtreiben sollte, sahen wir nichts. Dafür lernten wir seinen ausgedehnten Bau kennen, den er sich mit einem Dachs teilt. Rund 200 Quadratmeter unterhöhlter Waldboden mit zahlreichen Aus- und Eingängen können einen Jagdhund schon zur Verzweiflung bringen. Egal, wo er buddelt, Fuchs und Dachs entkommen ihm wahrscheinlich regelmäßig.

Foto: K. Küntzel

Foto: K. Küntzel

Wir entdeckten Wildwechsel und wurden auf Fegestellen vom Rehbock hingewiesen. So nennt man die abgeschabten Stellen an den Ästen, wo die männlichen Tiere ihr Gehörn schubbern, um ihr Revier zu markieren. Wir fanden die Losung eines Rehkitzes, die an Hasenköttel erinnert und streichelten über die filzartige Basthaut eines Reh-Gehörns, das der Jäger aus seinem Rucksack zauberte. Hört sich interessant an? War es auch. Wenn ihr also mal Gelegenheit habt, einen Jäger durch sein Revier zu begleiten, packt die Gelegenheit beim Schopf – äh Geweih – und geht mit.

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2 Kommentare

  1. Danke für den interessanten Bericht. Ich wünsche mir, dass viel mehr Menschen sich mal vom iPhone lösen und in die “echte” Natur begeben. Wer einmal in der Eifel ist, dem kann ich auch die Waldführung von Peter Wohlleben empfehlen (wenn man denn noch einen Termin bekommt).
    Ich selbst war kürzlich auch auf Spurensuche – Wolf! Viele Spuren gefunden, aber leider keinen Wolf.
    http://wolfmagazin.blogspot.de/2017/02/wolfwatching-im-wendland.html

    • Wow, Wölfe gucken. Wie spannend! Da wäre ich auch gerne dabei gewesen. Danke auch für den Wohlleben-Tipp. Der arme Mann kann sich vor Zulauf sicher kaum retten (die Kehrseite des Ruhms).

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