Hallimasch & Mollymauk

Natur und so

3 Fakten über Pilze

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Es ist richtiges Herbstwetter und ich muss mir Gummistiefel leihen. Das Patenkind und ich müssen den Hund nicht lange überreden, mit in den Wald zu kommen – trotz Matschboden und nassen Bäumen. Es macht großen Spaß und auch wenn der Hund bei der Rückkehr sofort in die Wanne muss, hat es sich echt gelohnt. Wenn ihr zu dieser Jahreszeit im Wald unterwegs seid, werdet ihr mit Sicherheit zahlreiche Pilze sehen. Wisst ihr noch, im Sommer? Das waren die alle noch nicht da. Zu trocken. Pilze sind schon ein bisschen komische Lebewesen, oder? Machen dir doch mal einen kleinen Ausflug in die Welt der Pilzfakten.

 

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Fakt 1: Pilze sind keine Pflanzen

Früher war alles so einfach. Man sah, dass Pilze nicht wandern und damit war klar: es sind Pflanzen. Doch dieser lästige Fortschritt mit seinen Mikroskopen und Analysen, machte der ganzen schönen Pflanzentheorie einen Strich durch die Rechnung. Denn abgesehen davon, dass es natürlich auch Tiere gibt, die nicht wandern (Korallen, anyone?), stellte sich auch noch heraus, dass Pilzen Zellbestandteile fehlen, die für Pflanzen typisch sind. Tiere sind Pilze aber auch nicht, obwohl sie mit ihnen Gemeinsamkeiten haben – sowas wie Speicherstoffe oder das Chitin, das auch in Insektenpanzern vorkommt. Im Moment gilt: Pilze sind weder Tiere noch Pflanzen, sondern etwas ganz Eigenes.

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Fakt 2: Der Pilzhut ist nur der kleinste Teil

Die Pilzhüte, die wir im Herbst sehen, sind sowas Ähnliches wie die Spitze des Eisbergs. So wie beim Eisberg noch eine Menge mehr Eis unter der Wasseroberfläche verborgen liegt, setzt sich auch der Pilz unter der Erde fort. Der „richtige“ Pilz besteht aus langen Fäden, die in einem Geflecht unter der Erde entlangwachsen. Lest doch nochmal den Text über den Hallimasch. Dann wisst ihr, wie riesig so ein Pilzgeflecht werden kann. Jedenfalls: die Hüte des Pilzes sind Fruchtkörper, die eigentlich nur wachsen, wenn zwei Pilze unter der Erde … äh … geheiratet haben. Dann verschmelzen die beiden Geflechte, werfen sehr kompliziert ihre Chromosomen zusammen und wachsen dann gemeinsam unterirdisch weiter. Die hutförmigen Fruchtkörper entstehen, um Sporen zu bilden, die sich überirdisch verbreiten können.

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Fakt 3: Manche Pilze fressen Holz

Schaut im Wald mal genau hin! Einige Pilze seht ihr nur am Boden, andere hingegen wachsen auf totem Holz. Einen Pilz, der sich von abgestorbenen Bäumen ernährt und damit organische Substanz abbaut, nennt man „Destruent“. Diese Pilze haben es vor allem auf einen Holzbestandteil namens Lignin abgesehen. Sie nutzen ihr Pilzgeflecht, um durch das morsche Holz zu wachsen und (gemeinsam mit Bakterien) alles zu zersetzen, was ihnen in den Weg kommt. Damit verwandeln sie tote Baumstämme in Humus, der sich dann wieder mit dem Waldboden vermischt. Und ja, auch diese Pilze bilden manchmal hutförmige Fruchtkörper.

Viel Spaß also bei nächsten Waldbesuch! Haltet schön die Augen offen und bitte nicht vergessen: nur angucken, nicht anfassen! Und schon gar nichts essen, was ihr nicht kennt!

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Johanna Prinz

Jahrgang 1978, ist promovierte Diplom-Biologin. Sie war früher Affenforscherin im Zoo, leitete den Bildungsbereich in einem großen Naturkundemuseum und danach ein Nationalpark-Haus am Wattenmeer. Heute arbeitet sie, von ihrer Wahlheimat Lübeck aus, im Bereich „Naturvermittlung“ – vor allem als Museumsberaterin oder Autorin für Kindersachbücher. Manchmal hebt sie Regenwürmer von der Straße auf. Mehr Infos unter: www.naturvermittlung.de

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Autor: Johanna Prinz

Jahrgang 1978, ist promovierte Diplom-Biologin. Sie war früher Affenforscherin im Zoo, leitete den Bildungsbereich in einem großen Naturkundemuseum und danach ein Nationalpark-Haus am Wattenmeer. Heute arbeitet sie, von ihrer Wahlheimat Lübeck aus, im Bereich „Naturvermittlung“ – vor allem als Museumsberaterin oder Autorin für Kindersachbücher. Manchmal hebt sie Regenwürmer von der Straße auf. Mehr Infos unter: www.naturvermittlung.de

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