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Natur und so

Artist im Baum: die Schwanzmeise

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Foto: pixabay.com

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„Was nehme ich bloß als Blogthema“, denke ich. Das ist diesmal gar nicht so leicht, denn ich bin von einer Museumstagung abgelenkt, die ich gerade besuche. Zwischen Podiumsdiskussionen und Kaffeepausen erwischt mich das perfekte Blogthema aber dann ganz nebenbei. Dann nämlich, als mir eine Kollegin von ihrem Garten erzählt. Da hat sie neulich eine Schwanzmeise gesehen und das war kein Zufall.

Die Kollegin ist nämlich „Pro Sommerfütterung“. (Karolin hatte sich des Themas Pro und Contra ganzjährige Vogelfütterung ja schon mal angenommen.) Und im Garten der Kollegin tauchten, dank der Sommerfütterung zwei Schwanzmeisen auf. Bingo!

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Schwanzmeisen haben – wer wäre da bloß drauf gekommen? – längere Schwanzfedern als andere Meisen. Der Vogel selbst ist geradezu winzig klein, im Vergleich zur bekannten Kohlmeise: Schwanzmeisen erreichen eine Länge von bis zu 16 cm, wovon bis zu 10 cm auf die Schwanzfedern abfallen können. Die Kohlmeise wird fast genauso lang, doch ihre Schwanzfedern messer nur etwa 6 cm. Wozu braucht also die Schwanzmeise ihre langen Federn?

Ganz einfach: Sie hat sich sozusagen auf Ast-Akrobatik spezialisiert. Die kleine und leichte Meise sucht sich ihre Nahrung vor allem dort, wo schwerere Vögel es schwer haben: auf den dünnen Astspitzen. Das ist ziemlich schlau, wenn man bedenkt, dass an einem Baum nur eine begrenzte Anzahl leckerer Raupen wohnt. Da lohnt es sich, in den Bereichen zu gucken, in denen andere Vögel abstürzen würden.

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Die Schwanzmeise ist ein wahrer Akrobat unter den Vögeln. Sie sammelt selbst kleinste Insekten wie Blattläuse zwischen den dünnen Ästen ab und hangelt sich dabei geschickt von Ast zu Ast – manchmal kopfunter. Bei diesen gewagten Manövern dient der lange Schwanz als Balancierhilfe und die Meise hält perfekt das Gleichgewicht.

Keine Sorge übrigens: Die Schwanzmeise verlernt durch die Fütterung das Selberjagen nicht. Versuche haben ergeben, dass die Meisen gar nicht so wählerisch sind, wie es scheint. Aber blöd sind sie eben auch nicht und nehmen gerne die leichtere Beute.

Von mindestens einer weiteren Kollegin weiß ich, dass sie Spechte im Garten hat. (Dieselbe Kollegin übrigens, die auch mal ein liebenswertes Huhn im Beet hatte.) Welche Vögel treiben sich denn so in euren Gärten rum?

Hilfe beim Anlocken von Wildvögeln bekommt ihr durch das hier:

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Johanna Prinz

Jahrgang 1978, ist promovierte Diplom-Biologin. Sie war früher Affenforscherin im Zoo, leitete den Bildungsbereich in einem großen Naturkundemuseum und danach ein Nationalpark-Haus am Wattenmeer. Heute arbeitet sie, von ihrer Wahlheimat Lübeck aus, im Bereich „Naturvermittlung“ – vor allem als Museumsberaterin oder Autorin für Kindersachbücher. Manchmal hebt sie Regenwürmer von der Straße auf. Mehr Infos unter: www.naturvermittlung.de

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Autor: Johanna Prinz

Jahrgang 1978, ist promovierte Diplom-Biologin. Sie war früher Affenforscherin im Zoo, leitete den Bildungsbereich in einem großen Naturkundemuseum und danach ein Nationalpark-Haus am Wattenmeer. Heute arbeitet sie, von ihrer Wahlheimat Lübeck aus, im Bereich „Naturvermittlung“ – vor allem als Museumsberaterin oder Autorin für Kindersachbücher. Manchmal hebt sie Regenwürmer von der Straße auf. Mehr Infos unter: www.naturvermittlung.de

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