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Der Kleine Panda: total selten

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Foto: pixabay.com

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Oh oh. Ich bin über eine Information gestolpert, die mich echt überrascht hat. Der Kleine Panda (oder auch Roter Panda), den ich andauernd in irgendwelchen Zoos sehe, ist deutlich seltener als ich dachte. Die IUCN, die Weltnaturschutzunion, die auch die Rote Liste erstellt, schätzt, dass es im Freiland noch etwa 10.000 Rote Pandas gibt. Dadurch das ich diese Tierart ständig vor Augen hatte, dachte ich aber die wäre viel häufiger. Ich stelle euch heute den Roten Panda mal genauer vor.

Und ich hoffe wirklich, dass wir in zehn Jahren nicht unseren Blog lesen uns sagen: „Weißt du noch, damals, als es noch Rote Pandas gab?“

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Der Kleine Panda stammt aus dem Himalaya und China. Tagsüber sieht man ihn häufig als eingerollte Fellkugel in einer Astgabel liegen. Erst nachts macht er sich auf den Weg, um nach Nahrung zu suchen. Und wisst ihr warum das so ist? Der Kleine Panda ist genau wie ich: zu  hohe Temperaturen findet er total blöd. Dann wäre er vermutlich auch gerne mal ein Erdmännchen, aber weil das nicht geht, sorgt er dafür, dass er die größte Tageshitze einfach verschläft. Ich glaube, im nächsten Sommer mache ich das auch so. Ob es dann meinen Verlagen etwas ausmacht, wenn ich die aktuellen Projekte nach 22 Uhr besprechen will. Später geht leider nicht, denn eigentlich bin ich ja ab neun schon müde…Wo war ich? Ach ja: der Rote Panda.

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Nachts geht er auf „Pflanzenfang“, denn er frisst hauptsächlich Bambus. Davon muss er eine ganze Menge verdrücken, denn Bambuspflanzen enthalten nur wenig Nährstoffe. Studien haben ergeben, dass deren Gehalt sogar schwankt und der Rote Panda manchmal mehr und manchmal weniger Energie aus einer Pflanze bezieht.

Skurrilerweise weiß man heute noch gar nicht so genau, was der Rote Panda eigentlich für ein Tier ist. In den vergangenen Jahrzehnten wurde er mehrmals zoologisch umsortiert: zu den Kleinbären, dann zu den Bären und nach molekularbiologischen Untersuchungen überlegt man jetzt, ob er vielleicht keins von beiden ist. Ich vermute, letzlich machen es die Forscher irgendwann so wie immer, wenn sie nicht wissen, wer mit wem verwandt ist und der Rote Panda bekommt erstmal seine eigene Gruppe.

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Da die natürlichen Lebensräume immer kleiner werden, wird der Rote Panda immer seltener. Zehntausend Tiere, klingt vielleicht nach viel, aber für einen Biologen ist das eine ganz schön kleine Zahl. Stellt euch bloß mal vor, eine Ecke des Bambuswaldes brennt ab oder eine neue Krankheit rafft ein paar hundert Tiere dahin. Dann ist für einen Kleinen Panda auf Brautschau die Auswahl auf einen Schlag schon nicht mehr so groß. Schon heute paaren sich die Tiere mit Artgenossen, die ganz ähnliche Gene haben wie sie selbst. Die Nachkommen erben dann eine Mischung aus väterlichen und mütterlichen Erbanlagen und da die sowieso schon fast gleich sind, ist da keine große Vielfalt an Erbanlagen zu erwarten. Das ist schlecht, denn so können sich genetische Schwächen ganz toll verbreiten.

Es müssen also mehr Rote Pandas her. Ein Weg dorthin ist der Schutz der Lebensräume. Denn was nützt die beste Zucht, wenn hinterher kein Ort da ist, um die Tiere auszusetzen. Wenn ihr im Zoo mal einen Roten Panda seht: Schaut genau hin. Erinnert euch an die wenigen Artgenossen in der Natur und merkt euch, wie das Zootier aussieht. Möglicherweise seid ihr eines Tages „coole Großeltern“, weil ihr den Kindern eurer Kinder erzählen könnt, dass ihr den Roten Panda noch lebendig gesehen habt.

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Johanna Prinz

Jahrgang 1978, ist promovierte Diplom-Biologin. Sie war früher Affenforscherin im Zoo, leitete den Bildungsbereich in einem großen Naturkundemuseum und danach ein Nationalpark-Haus am Wattenmeer. Heute arbeitet sie, von ihrer Wahlheimat Lübeck aus, im Bereich „Naturvermittlung“ – vor allem als Museumsberaterin oder Autorin für Kindersachbücher. Manchmal hebt sie Regenwürmer von der Straße auf. Mehr Infos unter: www.naturvermittlung.de

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Autor: Johanna Prinz

Jahrgang 1978, ist promovierte Diplom-Biologin. Sie war früher Affenforscherin im Zoo, leitete den Bildungsbereich in einem großen Naturkundemuseum und danach ein Nationalpark-Haus am Wattenmeer. Heute arbeitet sie, von ihrer Wahlheimat Lübeck aus, im Bereich „Naturvermittlung“ – vor allem als Museumsberaterin oder Autorin für Kindersachbücher. Manchmal hebt sie Regenwürmer von der Straße auf. Mehr Infos unter: www.naturvermittlung.de

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