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Natur und so

Der Riesenalk – leider schon weg

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Foto: J. Prinz

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Ich war neulich im Museum. Das ist nicht neu, denn ich bin ja dauernd in irgendeinem Museum. In den letzten Jahren habe ich zwischen Schleswig-Holstein und Bayern eine Menge Museen aus beruflichen Gründen besucht. Doch dieses Mal war ich einfach mal nur so zum Spaß in einem.

Das Zoologische Museum in Kiel hat mich eine lange Zeit begleitet, weil ich dort als Studentin arbeiten durfte. Jetzt, Jahre später, war ich aus reiner Nostalgie mal wieder dort – und es ist immer noch super! Vor allem die neu überarbeitete Ausstellung sieht richtig gut aus. Ich bin auch prompt über etwas gestolpert, das schwer nach einem Blog-Beitrag aussah: Den Riesenalk.

Foto: J. Prinz

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Wie gerne hätte ich euch einen Exkursionsort genannt, an dem man Riesenalke beobachten kann. Doch leider ist er bereits ausgestorben. So ein Mist! Ich frage mich manchmal, ob die Sechsjährigen von heute irgendwann mal Blogbeiträge schreiben, in denen steht: „Tiger gibt es leider nicht mehr“.

Der Riesenalk hatte eine Körperform wie ein Pinguin, aber er war keiner. Sein Schnabel zeigt es: die Hauptnahrung des Vogels waren Fische – glaubt man jedenfalls heute.

 

Foto: J. Prinz

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Mit seinen winzigen Flügeln konnte er nicht fliegen, das heißt, jeder Brutort, der etwas mit Hochfliegen zu tun hatte, kam für ihn nicht in Frage. Bäume oder hohe Klippen konnte der Riesenalk also nicht erreichen, was doof war, denn er lebte in Bereich des Nordatlantiks, wo auch schon mal ein Eisbär herumläuft. Aber Riesenalke wussten sich zu helfen. Sie brüteten einfach auf Inseln vor der Küste. (Ja, Eisbären können schwimmen, aber offenbar reichte das trotzdem.)

 

Foto: J. Prinz

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Durch die Schwimmhäute an den Füßen und die paddelförmigen Flügel konnten Riesenalke gut schwimmen. Genau wie die heutigen Pinguine.
Der Riesenalk starb aus, weil er wegen seiner Daunen stark bejagt wurde. Tatsächlich bekamen offenbar einige „Vogelkundler“ kalte Füße, als klar wurde, dass der Riesenalk am Ende war. Zuchtbemühungen waren im 19. Jahrhundert noch nicht…äh…bekannt. Stattdessen rannten eine Menge Leute los und besorgten sich noch schnell einen ausgestopften Vogel für ihre Sammlung. Schade! Einen Riesenalk hätte ich ja gerne mal in echt gesehen.

Um welches fast ausgestorbene Tier bangt ihr denn so?

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Johanna Prinz

Jahrgang 1978, ist promovierte Diplom-Biologin. Sie war früher Affenforscherin im Zoo, leitete den Bildungsbereich in einem großen Naturkundemuseum und danach ein Nationalpark-Haus am Wattenmeer. Heute arbeitet sie, von ihrer Wahlheimat Lübeck aus, im Bereich „Naturvermittlung“ – vor allem als Museumsberaterin oder Autorin für Kindersachbücher. Manchmal hebt sie Regenwürmer von der Straße auf. Mehr Infos unter: www.naturvermittlung.de

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Autor: Johanna Prinz

Jahrgang 1978, ist promovierte Diplom-Biologin. Sie war früher Affenforscherin im Zoo, leitete den Bildungsbereich in einem großen Naturkundemuseum und danach ein Nationalpark-Haus am Wattenmeer. Heute arbeitet sie, von ihrer Wahlheimat Lübeck aus, im Bereich „Naturvermittlung“ – vor allem als Museumsberaterin oder Autorin für Kindersachbücher. Manchmal hebt sie Regenwürmer von der Straße auf. Mehr Infos unter: www.naturvermittlung.de

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