Hallimasch & Mollymauk

Natur und so

Vorsicht Verwechslung! Bernstein und Phosphor

| Keine Kommentare

Foto: pixabay.com

Foto: pixabay.com

Die Osterferien stehen vor der Tür und vielleicht fahren einige von euch an die Ostsee. Lange Strandspaziergänge unternehmen und dabei Muscheln, Hühnergötter und Bernstein sammeln steht dann sicher ganz oben auf dem Programm. Dieses Vergnügen ist – was den Bernstein betrifft – jedoch nicht ganz ungefährlich, denn Weißer Phosphor sieht Bernstein zum Verwechseln ähnlich. Das wäre nicht weiter erwähnenswert, wenn Phosphor nicht hochgiftig wäre und die Eigenschaft hätte, sich selbst zu entzünden.

Wenn die Hosentasche brennt

Foto: K. Küntzel

Foto: K. Küntzel

Auf Usedom kennt man die Gefahr und hat an den Strandübergängen Warnhinweise angebracht, die über die große Verwechslungsgefahr von Phosphor mit Bernstein informieren. Weißer Phosphor wurde im Zweiten Weltkrieg in Brandbomben verwendet und wird nun aus den im Meer versenkten Munitionsresten ausgespült und am Strand angeschwemmt. Für den Laien sehen die goldgelben Klümpchen beider Stoffe identisch aus. Im Gegensatz zum fossilen Baumharz entzündet sich Phosphor aber in Verbindung mit Sauerstoff und brennt mit einer Temperatur von 1300 Grad Celsius. Geschieht das in der Hosen- oder Jackentasche, in die man den vermeintlichen Bernstein gesteckt hat, sind schwere Verbrennungen die Folge. Problematisch ist ebenfalls, dass sich das Feuer nicht mit Wasser löschen lässt (dadurch kann ätzende Phosphorsäure entstehen). Wirkungsvoll ersticken kann man es dagegen mit feuchtem Sand.

Schluss mit Schatzsuche?

Foto: pixabay.com

Foto: pixabay.com

Trotz dieser Gefahr müsst ihr aber nicht darauf verzichten, Bernstein zu suchen und hoffentlich auch zu finden. Steckt das, was ihr dafür haltet, einfach nie, nie, nie! in die Jacken- oder Hosentasche. Gut geeignet ist ein Metallbehälter, den ihr nicht am Körper tragt oder ein wassergefülltes Glas, in dem ihr eure Funde zwischenlagert. Zuhause legt ihr die „Steine“ auf eine feuerfeste Unterlage und lasst sie dort trocknen. Wenn dann nichts weiter passiert, könnt ihr davon ausgehen, dass zumindest kein Phosphor dabei ist. Ob deshalb aber alle Fundstücke Bernsteine sind, ist damit noch nicht bewiesen.

Wie ihr Bernstein erkennt? Demnächst in diesem Blog!

Print Friendly

Karolin Küntzel

Jahrgang 1963, ist freiberufliche Autorin, Dozentin und Kommunikationstrainerin. Sie studierte Germanistik, Geschichte und Weiterbildungsmanagement in Berlin und war lange Zeit in der freien Wirtschaft tätig. Seit 2006 ist sie selbstständig, unterrichtet und schreibt Sachbücher für Kinder und Erwachsene. Ihre Wissbegier hat sie quasi zum Beruf gemacht. Sie lebte mehrere Jahre alleine in einem Haus im Wald, mehrere Wochen mit einer kleinen Crew auf einem Schiff auf dem Atlantik und bezeichnet sich selbst als überzeugte Rausgängerin. Sie sieht gerne unter Steinen nach. Mehr Infos unter: www.karibuch.de

Autor: Karolin Küntzel

Jahrgang 1963, ist freiberufliche Autorin, Dozentin und Kommunikationstrainerin. Sie studierte Germanistik, Geschichte und Weiterbildungsmanagement in Berlin und war lange Zeit in der freien Wirtschaft tätig. Seit 2006 ist sie selbstständig, unterrichtet und schreibt Sachbücher für Kinder und Erwachsene. Ihre Wissbegier hat sie quasi zum Beruf gemacht. Sie lebte mehrere Jahre alleine in einem Haus im Wald, mehrere Wochen mit einer kleinen Crew auf einem Schiff auf dem Atlantik und bezeichnet sich selbst als überzeugte Rausgängerin. Sie sieht gerne unter Steinen nach. Mehr Infos unter: www.karibuch.de

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.