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Natur und so

Die Vogelinsel Trischen

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Foto: Stock / LKN.SH

Es gibt Orte in Deutschland, die kennt kaum ein Mensch – und das ist auch ganz gut so. Einer dieser Orte ist Trischen, die Vogelinsel im Nationalpark Wattenmeer westlich von Dithmarschen. Wie die Sichel eines abnehmenden Mondes liegt sie in der Nordsee und bleibt sich selbst und den Vögeln überlassen. Der Zutritt ist verboten – bis auf eine Ausnahme. Von März bis Oktober lebt dort eine Naturschutzwartin bzw. ein Naturschutzwart in der kleinen Hütte auf Stelzen.

Und tut was?

Allein unter Vögeln

Foto: Stock / LKN.SH

Sieben Monate alleine auf einer kleinen Insel. Ohne Komfort und Kumpels, Kino und Kneipen. Stattdessen Wind und Wellen, Fernglas und Spektiv, jede Menge Vögel und viel Horizont. Langweilig scheint das nicht zu sein – das vermitteln zumindest die Berichte der Insel-Bewohner auf Zeit. Man muss sich selbst mögen – das schon – auch Langschläfer sollte man nicht sein. Schließlich gehört es zu den Aufgaben, den Vogelzug zu beobachten und das geht manchmal nur bei Sonnenaufgang. Vögel und Gelege werden gezählt, Kleintiere im Watt untersucht, die Entwicklung der Salzwiesen und die Strandfunde dokumentiert. Außerdem wird die Insel vermessen, denn sie verändert sich von Jahr zu Jahr und wandert erstaunlich schnell ostwärts. Einmal pro Woche gibt es außer den Vogelstimmen eine menschliche zu hören. Dann kommt der Versorgungskutter und bringt frische Lebensmittel und ein wenig Gesellschaft bis zum Aufschwimmen bei Hochwasser.

Einfach leben

Foto: Stock / LKN.SH

Auf Trischen gibt es keine Waschmaschine und keine Zentralheizung. Für Wärme sorgt ein kleiner Ofen – aber nur, wenn man vorher am Strand Holz gesammelt und es zurecht gesägt hat. Die Kleidung wird mit erhitztem Regenwasser von Hand gewaschen. Auch Duschwasser muss mühsam erwärmt werden. Das einfache Leben auf Trischen ist zeitaufwändiger als das gewohnte in der Stadt und bietet viele neue Erfahrungen. Eine teilen viele der Trischen-BewohnerInnen: Zum Leben braucht man nicht viel!

Falls Ihr Lust habt, mehr über Trischen zu lesen, empfehle ich Euch das Buch von Anne de Walmont: Und an den Rändern nagt das Meer. Sie war 2019 Naturschutzwartin auf Trischen und hat ihre Erlebnisse zu Papier gebracht. Außerdem lesenswert: Der Nabu-Blog über Trischen (https://blogs.nabu.de/trischen) mit den Berichten der Naturschutzwarte und Naturschutzwartinnen über ihre Arbeit und die Vorkommnisse auf der Insel.

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Karolin Küntzel

Jahrgang 1963, ist freiberufliche Autorin, Dozentin und Kommunikationstrainerin. Sie studierte Germanistik, Geschichte und Weiterbildungsmanagement in Berlin und war lange Zeit in der freien Wirtschaft tätig. Seit 2006 ist sie selbstständig, unterrichtet und schreibt Sachbücher für Kinder und Erwachsene. Ihre Wissbegier hat sie quasi zum Beruf gemacht. Sie lebte mehrere Jahre alleine in einem Haus im Wald, mehrere Wochen mit einer kleinen Crew auf einem Schiff auf dem Atlantik und bezeichnet sich selbst als überzeugte Rausgängerin. Sie sieht gerne unter Steinen nach. Mehr Infos unter: www.karibuch.de

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Autor: Karolin Küntzel

Jahrgang 1963, ist freiberufliche Autorin, Dozentin und Kommunikationstrainerin. Sie studierte Germanistik, Geschichte und Weiterbildungsmanagement in Berlin und war lange Zeit in der freien Wirtschaft tätig. Seit 2006 ist sie selbstständig, unterrichtet und schreibt Sachbücher für Kinder und Erwachsene. Ihre Wissbegier hat sie quasi zum Beruf gemacht. Sie lebte mehrere Jahre alleine in einem Haus im Wald, mehrere Wochen mit einer kleinen Crew auf einem Schiff auf dem Atlantik und bezeichnet sich selbst als überzeugte Rausgängerin. Sie sieht gerne unter Steinen nach. Mehr Infos unter: www.karibuch.de

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