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Natur und so

Fenstergast: der Rosenkäfer

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Foto: pixabay.com

Kennt ihr das? Dieses Geräusch, wenn von draußen ein Insekt gegen das Fenster fliegt? Mir tun die Tiere dann immer ein bisschen leid, aber zum Glück flogen bisher auch immer alle weiter. Offenbar war denen also nichts passiert. Neulich sitze ich hier und da ist es wieder: das Geräusch. Dann nochmal. Und nochmal. Und nochmal! Meine Güte, denke ich, das Viech will aber wirklich unbedingt hier rein. Also stehe ich auf und gucke. Was soll ich sagen … das war ein bisschen wie bei Hitchcock. Nur nicht mit Vögeln, sondern mit einem Käfer: einem Rosenkäfer.

Ich konnte das deshalb so genau sehen, weil das Tier, das da immer wieder gegen mein Fenster flog, ein ziemlich langsamer Käfer war. Und der schillerte. Unverkennbar: ein  Rosenkäfer.

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Ich weiß zwar nicht ganz genau, welche Art von Rosenkäfer es war, aber die dunklen Varianten konnte ich spontan ausschließen. Der Käfer am Fenster war leuchtend grün-metallisch. Möglicherweise war das ein „Großer Rosenkäfer“, denn der lebt häufig an Obstbäumen und solche gibt es hier in der Nähe, genau wie eine große Linde, die ebenfalls als Lebensraum in Frage kommt. Ihr merkt schon: mit Rosenkäfern kenne ich mich nicht aus – ich finde sie nur hübsch.

Falls ihr jetzt auf das Bild schaut und denkt: „Der Käfer sieht aus wie ein Mistkäfer, nur in bunt“, dann habt ihr beinahe Recht. Rosenkäfer gehören zu den Blatthornkäfern. Mistkäfer gehören zu den … äh … Mistkäfern. So jedenfalls heißen die jeweiligen zoologischen Familien. Und diese Familien wiederum gehören zur selben Überfamilie. Rosenkäfer und Mistkäfer sind also verwandt. Nicht besonders eng, aber immerhin.

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Ich warte jetzt mal ab, was hier am Fenster noch so für spannende Tiere auftauchen. In diesem Jahr treffe ich irgendwie interessantere Arten als sonst. So bin ich schon einer Kamelhalsfliege begegnet und einer Rindenspringspinne (sehr niedlich – ich hoffe, sie kommt nochmal wieder). Auch Amseln und Spatzen trauen sich irgendwie näher ran als sonst. Was für Tiere kommen euch denn so in letzter Zeit besuchen?

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Johanna Prinz

Jahrgang 1978, ist promovierte Diplom-Biologin. Sie war früher Affenforscherin im Zoo, leitete den Bildungsbereich in einem großen Naturkundemuseum und danach ein Nationalpark-Haus am Wattenmeer. Heute arbeitet sie, von ihrer Wahlheimat Lübeck aus, im Bereich „Naturvermittlung“ – vor allem als Museumsberaterin oder Autorin für Kindersachbücher. Manchmal hebt sie Regenwürmer von der Straße auf. Mehr Infos unter: www.naturvermittlung.de

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Autor: Johanna Prinz

Jahrgang 1978, ist promovierte Diplom-Biologin. Sie war früher Affenforscherin im Zoo, leitete den Bildungsbereich in einem großen Naturkundemuseum und danach ein Nationalpark-Haus am Wattenmeer. Heute arbeitet sie, von ihrer Wahlheimat Lübeck aus, im Bereich „Naturvermittlung“ – vor allem als Museumsberaterin oder Autorin für Kindersachbücher. Manchmal hebt sie Regenwürmer von der Straße auf. Mehr Infos unter: www.naturvermittlung.de

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