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Kegelrobben: Zur Geburt nach Helgoland

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photo credit: jan-borgstede via photopin cc (Ausschnitt, ShareAlike wie Original)

Foto: jan-borgstede via photopin cc (Ausschnitt, ShareAlike wie Original)

Vor ein paar Tagen ist das erste Kegelrobbenbaby der Saison auf Helgoland zur Welt gekommen. Weiß, flauschig und mit großen schwarzen Knopfaugen wird es das Herz eines jeden im Sturm erobern, der dieser Tage auf die Hochseeinsel reist und an einem Robbenwatching auf der Düne teilnimmt.

Es wird nicht allein bleiben, denn noch bis in den Januar hinein, werden auf Helgoland Jungtiere geboren. Ob es wieder so ein „geburtenstarker Jahrgang“ wird wie im Vorjahr, wo über 200 Jungtiere gezählt wurden, wird man im Februar wissen. Bis dahin herrscht auf der Insel Hochbetrieb, denn die Jungtiere werden die ersten Wochen an Land gesäugt.

Erst faul an Land dann flott im Wasser

Bei der Geburt wiegen Robbenbabys ca. 10–14 Kilogramm. Ungefähr drei Wochen später bringen sie dank der fettreichen Muttermilch schon um die 50 Kilogramm auf die Waage. In den ersten drei bis fünf Wochen vollzieht sich auch der Fellwechsel. Das weiße Geburtsfell, das sogenannte Lanugo, schützt die Neugeborenen vor Wind und Kälte, ist jedoch nicht wasserabweisend. Schwimmen gehen sie damit nicht. Erst wenn ihnen das dunkelgefleckte Fell gewachsen ist und sie sich eine dicke Speckschicht angetrunken haben, wagen sie sich ins kalte Meer und unternehmen die ersten Schwimmversuche. Nach kurzer Zeit sind sie selbstständig und gehen alleine auf Jagd.

Babys gucken

Auf Helgoland ist es möglich, an einer Führung teilzunehmen und die Robben aus nächster Nähe zu beobachten. Durchgeführt werden sie vom Verein Jordsand (www.jordsand.eu), der sich zusammen mit dem zuständigen Seehundjäger um die Kegelrobben auf der Helgoländer Düne kümmert. Verein und Seehundjäger kontrollieren und erfassen den Bestand und sorgen für den Schutz der größten freilebenden Raubtiere Deutschlands. Wer möchte, kann eine Patenschaft für eines der Robbenbabys übernehmen.

photo credit: yuuka1 via photopin cc

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Jagen Seehundjäger Seehunde?

Früher war das tatsächlich ihre Aufgabe. Heute heißen sie zwar immer noch so, haben aber die Aufgaben von Jagdaufsehern. Sie kümmern sich um die Hege der Tiere, und erfüllen Aufgaben des Naturschutzes und der Öffentlichkeitsarbeit wie z.B. Kontrollgänge, Führungen, Tierzählungen, die Betreuung kranker Tiere und die Beseitigung von Kadavern.

Steckbrief:

Kegelrobbe (Halichoerus grypus)
Verbreitung: Atlantik, Ostsee, kleine Kolonien in der Nordsee
Größe und Gewicht: Männchen 2 – 2,5 m, um die 250 kg, Weibchen 2 m, ca. 150 kg
Alter: bis zu 35 Jahre, in Gefangenschaft bis zu 43 Jahre
Aussehen: kegelförmige Schnauze, Männchen dunkles Fell mit hellen Flecken, Weibchen helles Fell mit dunklen Flecken
Futter: Fisch, Krebse, Tintenfische, gelegentlich werden auch Schweinswale attackiert und gefressen

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Karolin Küntzel

Jahrgang 1963, ist freiberufliche Autorin, Dozentin und Kommunikationstrainerin. Sie studierte Germanistik, Geschichte und Weiterbildungsmanagement in Berlin und war lange Zeit in der freien Wirtschaft tätig. Seit 2006 ist sie selbstständig, unterrichtet und schreibt Sachbücher für Kinder und Erwachsene. Ihre Wissbegier hat sie quasi zum Beruf gemacht. Sie lebte mehrere Jahre alleine in einem Haus im Wald, mehrere Wochen mit einer kleinen Crew auf einem Schiff auf dem Atlantik und bezeichnet sich selbst als überzeugte Rausgängerin. Sie sieht gerne unter Steinen nach. Mehr Infos unter: www.karibuch.de

Autor: Karolin Küntzel

Jahrgang 1963, ist freiberufliche Autorin, Dozentin und Kommunikationstrainerin. Sie studierte Germanistik, Geschichte und Weiterbildungsmanagement in Berlin und war lange Zeit in der freien Wirtschaft tätig. Seit 2006 ist sie selbstständig, unterrichtet und schreibt Sachbücher für Kinder und Erwachsene. Ihre Wissbegier hat sie quasi zum Beruf gemacht. Sie lebte mehrere Jahre alleine in einem Haus im Wald, mehrere Wochen mit einer kleinen Crew auf einem Schiff auf dem Atlantik und bezeichnet sich selbst als überzeugte Rausgängerin. Sie sieht gerne unter Steinen nach. Mehr Infos unter: www.karibuch.de

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