Hallimasch & Mollymauk

Natur und so

Macht Hitze aggressiv?

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Wisst ihr noch, wie Karolin darüber sprach, dass Hitze dumm macht? Ich schließe mich ihr heute mal an. Ich denke nämlich heute ganz schön langsam. Draußen ist es heißer als wir das hier im Norden so gewohnt sind und ich hänge im Büro und wäre lieber in einer kühlen Brise im Schatten. Vor einer halben Stunde packte die Schreibtischnachbarin plötzlich ihre Sachen ein und verkündete Hitzefrei. Dass Hitze doof macht, wissen wir ja bereits. Doch wenn es nach einer amerikanischen Studie geht, müsste ich heute auch noch aggressiv werden. Weil ich jetzt ganz alleine im Büro sitze. Und weil es warm ist. Stattdessen winke ich der Kollegin hinterher.

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Zum Glück legt nämlich die Studie, die belegt, dass Hitze aggressiv macht, auch nahe, dass man schon unterschwellig genervt sein muss, damit man in der Wärme sauer wird. Und man muss von vornherein schon zur Gewalttätigkeit neigen. Ich bin ja eher friedlich. Aber ist es nicht erschreckend? Sportfans sind an wärmeren Tagen tatsächlich nachweisbar aggressiver als an kühlen. Steigt die Temperatur, gibt es international außerdem mehr Polizeieinsätze, Fälle von häuslicher Gewalt und sogar mehr Morde.

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Eine Studie hat jetzt mal genauer angeguckt, wie sich das Klima auf Konflikte weltweit auswirkt. Wir sprechen hier von einer Auswertung vieler Einzelstudien. Das Ergebnis: Wärme, die von der Norm abweicht (und Regen übrigens auch), fördert Auseinandersetzungen und sogar politische Konflikte. Vor dem Hintergrund der Klimaerwärmung könnte das kritisch werden, fanden die Forscher. Es gibt allerdings auch Gegenstimmen: Kritiker finden die Auswertung der vielen Studien gar nicht so eindeutig und mahnen zur Vorsicht vor pauschalen Aussagen.

So oder so: hier ist es warm. Und die Kollegin hat mich auf eine Idee gebracht. Bevor ich jetzt lieber ein Erdmännchen wäre, mache ich auch hitzefrei.Tschüss!

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Johanna Prinz

Jahrgang 1978, ist promovierte Diplom-Biologin. Sie war früher Affenforscherin im Zoo, leitete den Bildungsbereich in einem großen Naturkundemuseum und danach ein Nationalpark-Haus am Wattenmeer. Heute arbeitet sie, von ihrer Wahlheimat Lübeck aus, im Bereich „Naturvermittlung“ – vor allem als Museumsberaterin oder Autorin für Kindersachbücher. Manchmal hebt sie Regenwürmer von der Straße auf. Mehr Infos unter: www.naturvermittlung.de

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Autor: Johanna Prinz

Jahrgang 1978, ist promovierte Diplom-Biologin. Sie war früher Affenforscherin im Zoo, leitete den Bildungsbereich in einem großen Naturkundemuseum und danach ein Nationalpark-Haus am Wattenmeer. Heute arbeitet sie, von ihrer Wahlheimat Lübeck aus, im Bereich „Naturvermittlung“ – vor allem als Museumsberaterin oder Autorin für Kindersachbücher. Manchmal hebt sie Regenwürmer von der Straße auf. Mehr Infos unter: www.naturvermittlung.de

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