Hallimasch & Mollymauk

Natur und so

Macht kiffen blöd und gute Genetik schlau?

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Mit dem Gedächtnis ist das so eine Sache. Das Eichhörnchen, das als besonders schlau gilt, erinnert sich in Wirklichkeit gar nicht an seine ganzen Winterverstecke, sondern rät bloß gut. Und ein paar Rabenvögel gelten als eher schlicht, sind in Wirklichkeit aber superschlau und erinnern sich an ziemlich viele Einzelheiten. Es gibt einfach so viele interessante Fakten und Studien zum Thema „Gedächtnis“. Gucken wir doch heute mal, was es da so alles gibt.

Dass die Mimose sich offenbar „merken“ kann, dass Stürze nicht gefährlich sind, wissen wir ja schon. Doch auch andere Pflanzen können sich an Dinge „erinnern“ – zumindest im übertragenen Sinne. Es gibt ein paar Pflanzen, die nur blühen, wenn es vorher mal richtig kalt war. Bestimmte Gene in den Pflanzenzellen spielen so zusammen, dass sie sich hemmen oder freigeben können und damit die Bildung von Blüten steuern. Das Forschungsteam verkaufte das damals als „die Pflanze erinnert sich an den Winter“ – naja.

Macht kiffen blöd?

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Was uns Menschen angeht, gab es tatsächlich mal jemanden, der herausfinden wollte, ob Kiffen wirklich blöd macht. In der Wissenschaft muss man ja alles mit Zahlen belegen können – ist klar. Getestet wurden Jugendliche, die regelmäßig kifften. Die Hälfte von denen wurde angewiesen, sofort auf Cannabis zu verzichten, die andere Gruppe durfte weitermachen wie bisher. Abgesehen davon, dass das mit dem Aufhören bei mehr als 10 Prozent der Verzichts-Probanden schief ging, hat sich bei den anschließenden Tests gezeigt: wer nicht kifft, erinnert sich deutlich besser an alles mögliche.

Machen gute Gene schlau?

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Und dann gibt es noch den skurrilen Versuch mit dem Schneckengedächtnis. Wenn ich das jetzt richtig verstanden habe, provozierte man bei Meeresschnecken durch einen Reiz eine sehr starke Abwehrbewegung und entnahm ihnen dann RNA, die so eine Art Bauplan für Proteine darstellt. Auf eine „frische“ Schnecke übertragen, führte die „belastete“ RNA dazu, dass auch die neuen, unerfahrenen Schnecken, eine starke Abwehrbewegung zeigten, auch wenn sie dem auslösenden Reiz zuvor noch nie ausgesetzt waren. Puh!

Ich glaube, ich kaufe stattdessen lieber ein paar Klebezettel.

 

Die Studien:

Bédécarrats, A. et al. (2018): RNA from Trained Aplysia Can Induce an Epigenetic Engram for Long-Term Sensitization in Untrained Aplysia;

Randi Melissa Schuster, R.M. et al. (2018): One Month of Cannabis Abstinence in Adolescents and Young Adults Is Associated With Improved Memory, J Clin Psychiatry 2018;79(6)

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Johanna Prinz

Jahrgang 1978, ist promovierte Diplom-Biologin. Sie war früher Affenforscherin im Zoo, leitete den Bildungsbereich in einem großen Naturkundemuseum und danach ein Nationalpark-Haus am Wattenmeer. Heute arbeitet sie, von ihrer Wahlheimat Lübeck aus, im Bereich „Naturvermittlung“ – vor allem als Museumsberaterin oder Autorin für Kindersachbücher. Manchmal hebt sie Regenwürmer von der Straße auf. Mehr Infos unter: www.naturvermittlung.de

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Autor: Johanna Prinz

Jahrgang 1978, ist promovierte Diplom-Biologin. Sie war früher Affenforscherin im Zoo, leitete den Bildungsbereich in einem großen Naturkundemuseum und danach ein Nationalpark-Haus am Wattenmeer. Heute arbeitet sie, von ihrer Wahlheimat Lübeck aus, im Bereich „Naturvermittlung“ – vor allem als Museumsberaterin oder Autorin für Kindersachbücher. Manchmal hebt sie Regenwürmer von der Straße auf. Mehr Infos unter: www.naturvermittlung.de

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