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Natur und so

Mord im Garten: Der Sperber war’s

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Foto: pixabay.com

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Naturnah zu wohnen ist schön, manchmal aber auch nichts für zartbesaitete Wesen. Denn im Garten herrscht mitunter Mord und Totschlag. Vor ein paar Tagen erst brachte ein Raubvogel vor meinen Augen eine Amsel um. Ich hielt den Vogel, der die Amsel fest im Griff hatte, zuerst für eine Taube. Inzwischen weiß ich aber, dass es ein Sperber war, der den Futterplatz der Gartenvögel genau im Blick hatte und zuschlug, als sich die Gelegenheit bot.

Taubenblau …

Foto: K. Küntzel, Zeichnung aus dem Buch: Mein Bildlexikon Tiere

Ein paar Vögel kenne ich schon. Nicht, dass ihr jetzt denkt, ich kann einen Raubvogel nicht von einer Taube unterscheiden. Von weitem und von hinten sieht das Sperbermännchen aber tatsächlich einer taubenblauen Taube ähnlich, denn sein Rückengefieder hat eben diese Farbe. Auch die Größe von ungefähr 30 Zentimetern kommt hin. Dreht er sich dann um, erkennt man das braun bis orangefarbene-weiß gebänderte Gefieder an der Unterseite. Die Weibchen sind nicht nur viel größer (bis 38 Zentimeter) als die Männchen, sie sehen auch anders aus. Ihr Gefieder ist braungrau. Hätte ein Sperberweibchen die Amsel gefressen, hätte ich sie sicher nicht für eine Taube gehalten.

… und schlau

Sich am Futterplatz von Amsel, Drossel und Meise herumzutreiben, ist ganz schön pfiffig. Besonders in harten Wintern mit viel Schnee auf den Feldern zieht es den Raubvogel in die Parks und Gärten, weil dort die Futtersuche für ihn leichter ist. Bei uns im Garten ist jede Menge los und viele Kleinvögel tummeln sich an den Futterhäuschen und den selbstgemachten ausgehängten Leckereien. Da stehen die Chancen auf Beute gut.

Foto: K. Küntzel

Foto: K. Küntzel

Der Sperber ist sehr wendig und schlägt blitzschnell zu. Ich kann das jetzt bestätigen. Seine Erfolgsquote ist allerdings mager. In 95 Prozent aller Fälle hat er keinen Jagderfolg. Und die Jagd schwächt ihn. Allzu viele Versuche kann er sich deshalb nicht leisten. Bei uns hatte er Glück, die Amsel weniger, denn sie hat das nicht überlebt. Bevor ich die Kamera zur Hand hatte, bemerkte er mich und verschwand mit seiner Beute in den Krallen Richtung Wald. Zurück blieben nur die ausgerupften Federn der Amsel. Ich gehe jedoch davon aus, dass der Sperber zum Wiederholungstäter wird. „Hat doch gut geklappt“, denkt er sich vielleicht und hockt bald wieder auf der Lauer. Ich dann aber auch, denn ein Foto von ihm hätte ich schon sehr gerne.

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Karolin Küntzel

Jahrgang 1963, ist freiberufliche Autorin, Dozentin und Kommunikationstrainerin. Sie studierte Germanistik, Geschichte und Weiterbildungsmanagement in Berlin und war lange Zeit in der freien Wirtschaft tätig. Seit 2006 ist sie selbstständig, unterrichtet und schreibt Sachbücher für Kinder und Erwachsene. Ihre Wissbegier hat sie quasi zum Beruf gemacht. Sie lebte mehrere Jahre alleine in einem Haus im Wald, mehrere Wochen mit einer kleinen Crew auf einem Schiff auf dem Atlantik und bezeichnet sich selbst als überzeugte Rausgängerin. Sie sieht gerne unter Steinen nach. Mehr Infos unter: www.karibuch.de

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Autor: Karolin Küntzel

Jahrgang 1963, ist freiberufliche Autorin, Dozentin und Kommunikationstrainerin. Sie studierte Germanistik, Geschichte und Weiterbildungsmanagement in Berlin und war lange Zeit in der freien Wirtschaft tätig. Seit 2006 ist sie selbstständig, unterrichtet und schreibt Sachbücher für Kinder und Erwachsene. Ihre Wissbegier hat sie quasi zum Beruf gemacht. Sie lebte mehrere Jahre alleine in einem Haus im Wald, mehrere Wochen mit einer kleinen Crew auf einem Schiff auf dem Atlantik und bezeichnet sich selbst als überzeugte Rausgängerin. Sie sieht gerne unter Steinen nach. Mehr Infos unter: www.karibuch.de

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