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Natur und so

Quallen: nur Haut und Wasser

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Foto: pixabay.com

„Und dann wollte ich doch lieber nicht schwimmen gehen“, sagt die Kollegin. „Ich zeig‘ dir mal wieso.“ Das Foto auf ihrem Handy zeigt einen Ostseestrand mit klarem Wasser und … ich muss tatsächlich zweimal hingucken: einer Unmenge an Quallen. Ein Tier reiht sich ans nächste und wer an diesem Strand schwimmen wollte, müsste erst durch mehrere Meter Quallen waten. Kein Wunder, dass es zum Schwimmen nicht mehr kam. Der Grund warum ich zweimal hinschauen musste (und auch der Grund, warum das Foto richtig cool aussah) war der, dass der steinige Ostseeboden durch die Körper der Quallen hindurchschien.

 

Foto: pixabay.com

Und mir fiel ein, dass ich schon mal gehört hatte: Quallen bestehen fast nur aus Wasser. Vielleicht ist euch diese Information ja auch schon mal untergekommen: Quallen bestehen zu 98 bis 99 Prozent aus Wasser. Klar, denke ich, irgendwo muss ja der gelartige, labberige Körper herkommen. Aber da fragt man sich natürlich auch, woraus denn der Rest der Qualle besteht. Die ein bis zwei Prozent, die kein Wasser sind … was sind sie denn? Quallen gehören, ähnlich wie Seeanemonen, zu den Nesseltieren. Ihr Körper ist schirmförmig und besteht eigentlich nur aus ein paar Hautschichten, zwischen denen ein gallertartiges flüssigkeitsgefülltes Gewebe liegt. Streng genommen sind Quallen also nur „Haut und Wasser“.

Foto: pixabay.com

Die dünnen Häute, die die ein bis zwei Nicht-Wasser-Prozent der Qualle ausmachen, bedecken den Schirm und kleiden den Magen aus. Außerdem sieht man am Quallenkörper, je nach Art noch ein paar Besonderheiten. Einige Quallenarten haben lange Tentakel, die dem Beutefang dienen. Hier wird deutlich, warum die Quallen Nesseltiere sind: die Tentakel sind mit Nesselzellen bedeckt, die eine giftige Flüssigkeit herstellen, die der Beute zum Verhängnis wird. Wer schon mal von einer Feuerqualle erwischt wurde, war zwar nicht in Gefahr gefressen zuwerden, weiß aber, wie unangenehm das Nesselgift sein kann.

Foto: pixabay.com

 

Bei manchen Quallen sieht man oben im Schirm auch noch ein Muster. Oft sind das die Geschlechtsorgane, die durch den Wasserkörper hindurchscheinen. Quallen schwimmen, indem sie ihren Schirm wechselweise zusammenziehen und lockerlassen. Dieses Rückstoßprinzip ist effektiv, aber manchmal halt nicht stark genug, um gegen starke Strömungen anzukommen. Dann landen die Quallen alle zusammen an den Stränden und die Leuteu schwimmen. Schaut doch beim nächsten Strandbesuch mal genau hin. Vielleicht entdeckt ihr ja auch die eine oder andere Qualle.

 

P.S.: Die Kollegin hat ihre Fotos zur Verfügung gestellt. Würdet ihr hier schwimmen gehen?

Foto: J. Köhler

Foto: J. Köhler

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Johanna Prinz

Jahrgang 1978, ist promovierte Diplom-Biologin. Sie war früher Affenforscherin im Zoo, leitete den Bildungsbereich in einem großen Naturkundemuseum und danach ein Nationalpark-Haus am Wattenmeer. Heute arbeitet sie, von ihrer Wahlheimat Lübeck aus, im Bereich „Naturvermittlung“ – vor allem als Museumsberaterin oder Autorin für Kindersachbücher. Manchmal hebt sie Regenwürmer von der Straße auf. Mehr Infos unter: www.naturvermittlung.de

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Autor: Johanna Prinz

Jahrgang 1978, ist promovierte Diplom-Biologin. Sie war früher Affenforscherin im Zoo, leitete den Bildungsbereich in einem großen Naturkundemuseum und danach ein Nationalpark-Haus am Wattenmeer. Heute arbeitet sie, von ihrer Wahlheimat Lübeck aus, im Bereich „Naturvermittlung“ – vor allem als Museumsberaterin oder Autorin für Kindersachbücher. Manchmal hebt sie Regenwürmer von der Straße auf. Mehr Infos unter: www.naturvermittlung.de

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