Hallimasch & Mollymauk

Natur und so

Raupe mit Riesenaugen

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Foto: privat

Das Bild kommt per Nachrichten-App: „Guck mal, was wir gefunden haben!!!“ Ich gucke und bin begeistert: eine Raupe mit Riesenaugen! Doch Moment: wo sitzt denn eigentlich bei dieser Raupe der Kopf? Jedenfalls nicht dort, wo die „Augen“ zu sehen sind. Ich glaube, die Raupe schummelt. Sie tut nur so als hätte sie echte Augen. Doch in Wirklichkeit hat sie bloß ein paar hübsche Punkte. Aha, denke ich, das ist so ähnlich, wie beim Tagpfauenauge und seinen Fürchteflügeln. Oder? Doch was wird mal aus der Raupe, wenn sie groß ist. Ich zeig’s euch mal…

 

Foto: privat

Natürlich könnte ich jetzt behaupten, ich wüsste genau, um welche Raupe es sich handelt. Aber das wäre gelogen. Ich konnte es ein wenig eingrenzen, aber für eine richtige Artbestimmung bräuchte ich mehr Fotos oder müsste die Raupe in echt sehen. Vielleicht bräuchte ich sogar … hust … Artenkenntnis … hust. Jedenfalls. Die coole Raupe wird mal zu einem Weinschwärmer – wahlweise dem Kleinen oder Mittleren Weinschwärmer. Und wie ich es mir schon dachte, hat sie keine echten Riesenaugen, sondern sie tut nur so.

Die dunklen Flecken hinter ihrem Kopf sorgen vermutlich dafür, dass Vögel es sich zweimal überlegen, ob sie sie fressen wollen. Große Augen – wehrhaftes Tier, oder? Da hat sich die Evolution also was Schlaues einfallen lassen.

Foto: pixabay.com

Wenn die Raupe also aufgrund ihrer Augenflecken lange genug überlebt hat, verpuppt sie sich und entwickelt sich zum Schwärmer weiter. Und der ist sogar noch hübschen als die Raupe. (Ja, das gilt für beide Schwärmer-Arten.) Schaut euch das mal an: der ist pink! So hübsch! Beide Schwärmer sind dämmerungs- oder nachtaktiv und daher nur im Dunkeln zu sehen. Falls ihr Ausschau halten wollt, setzt euch mal in die Nähe einer Nachtkerzen-Pflanze. Es kann gut sein, dass die Schwärmer euch besuchen kommen. Oder zumindest den Nektar der Blüten. Berichtet doch mal, ob ihr welche seht!

 

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Johanna Prinz

Jahrgang 1978, ist promovierte Diplom-Biologin. Sie war früher Affenforscherin im Zoo, leitete den Bildungsbereich in einem großen Naturkundemuseum und danach ein Nationalpark-Haus am Wattenmeer. Heute arbeitet sie, von ihrer Wahlheimat Lübeck aus, im Bereich „Naturvermittlung“ – vor allem als Museumsberaterin oder Autorin für Kindersachbücher. Manchmal hebt sie Regenwürmer von der Straße auf. Mehr Infos unter: www.naturvermittlung.de

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Autor: Johanna Prinz

Jahrgang 1978, ist promovierte Diplom-Biologin. Sie war früher Affenforscherin im Zoo, leitete den Bildungsbereich in einem großen Naturkundemuseum und danach ein Nationalpark-Haus am Wattenmeer. Heute arbeitet sie, von ihrer Wahlheimat Lübeck aus, im Bereich „Naturvermittlung“ – vor allem als Museumsberaterin oder Autorin für Kindersachbücher. Manchmal hebt sie Regenwürmer von der Straße auf. Mehr Infos unter: www.naturvermittlung.de

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