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Natur und so

Sonderbare Dinge, die Menschen im Zoo machen

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Foto: pixabay.com

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Wenn man in einem Zoo arbeitet, hat man es nicht nur mit Tieren zu tun, sondern auch mit Menschen. Die einen sind die, die auch im Zoo arbeiten. Die anderen kommen für kurze Zeit zu Besuch. Und der Besuch benimmt sich manchmal ziemlich daneben. Natürlich kann man nicht alle über einen Kamm scheren, aber über einige Zeitgenossen kann man nur den Kopf schütteln.

Ich glaube ja, es liegt zum großen Teil an Unwissenheit, dass Menschen im Zoo sonderbare Dinge machen. Manche Leute denken aber auch einfach nicht nach. Und die machen dann solche Sachen:

 

Foto: J. Prinz

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In dunkle Löcher reinfassen

Also ehrlich! Würdet ihr mit bloßer Hand in einen dunklen Erdbau fassen, obwohl ihr nicht seht, was darin sitzt? Oder noch schlimmer: Würdet ihr rein fassen, wenn ihr gerade noch gesehen habt, dass ein Tier darin verschwindet? Ein Präriehund sieht niedlich aus, hat aber fiese Zähne. Und wenn jemand seinen Arm ins unterirdische Wohnzimmer schiebt, erschreckt er sich und beißt. Selber schuld. Hätte man sich als Erwachsener ja denken können.

 

Foto: J. Prinz

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Käsebrote ins Löwengehege werfen

Ehrlich. Ich war dabei: Mutter und Sohn stehen am Löwengehege und starren. Dann greift das Kind in seine Tasche und wirft in hohem Bogen, ein Käsebrot über den Zaun. Da fehlen einem doch schon mal die Worte. Der Mutter allerdings nicht. Doch statt ein ernstes Wort mit dem Sprössling zu reden, macht sie ihrem Unmut über die Löwin Luft. Die schnuppert nämlich am Käsebrot und wandert dann (angewidert, wie ich finde) davon. Das kann die Mutter des Futterspenders jetzt aber überhaupt nicht verstehen: „Warum frisst die blöde Kuh das denn nicht?“

 

Foto: J. Prinz

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Hunde an Affen schnuppern lassen

Kapuzineraffen sind niedlich, das finde selbst ich. Aber es hat schon einen Grund, dass zwischen dem Besucherbereich und dem Zaun des Affengeheges eine Holzabsperrung UND ein Blumenbeet liegen. Denn Kapuzineraffen können auch anders.

In der Natur (und auch im Zoo) gehen sie durchaus auf die Jagd nach Vögeln und anderen kleinen Tieren, die sich in die Nähe wagen. Und da bietet es sich nicht an, den Chihuahua unter dem Zaun hindurchkriechen und am Affen schnuppern zu lassen. Einem von beiden tut hinterher was weh. (Hab ich dann auch mal gesagt und der Fifi war sehr schnell zurück hinterm Zaun.)

Macht euch bei eurem nächsten Zoobesuch doch mal den Spaß und beobachtet nicht die Tiere, sondern die Menschen. Was ist das verrückteste Verhalten, das ihr bemerkt habt?

 

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Johanna Prinz

Jahrgang 1978, ist promovierte Diplom-Biologin. Sie war früher Affenforscherin im Zoo, leitete den Bildungsbereich in einem großen Naturkundemuseum und danach ein Nationalpark-Haus am Wattenmeer. Heute arbeitet sie, von ihrer Wahlheimat Lübeck aus, im Bereich „Naturvermittlung“ – vor allem als Museumsberaterin oder Autorin für Kindersachbücher. Manchmal hebt sie Regenwürmer von der Straße auf. Mehr Infos unter: www.naturvermittlung.de

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Autor: Johanna Prinz

Jahrgang 1978, ist promovierte Diplom-Biologin. Sie war früher Affenforscherin im Zoo, leitete den Bildungsbereich in einem großen Naturkundemuseum und danach ein Nationalpark-Haus am Wattenmeer. Heute arbeitet sie, von ihrer Wahlheimat Lübeck aus, im Bereich „Naturvermittlung“ – vor allem als Museumsberaterin oder Autorin für Kindersachbücher. Manchmal hebt sie Regenwürmer von der Straße auf. Mehr Infos unter: www.naturvermittlung.de

2 Kommentare

  1. Liebe Johanna,

    solltest Du Dich etwa über die Dummheit der Menschen aufregen? 🙂
    Ich kann Dich gut verstehen! Das geht mir fast täglich so 🙂

    lg Sven

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