Hallimasch & Mollymauk

Natur und so

Sprichwörter: Das geht auf keine Kuhhaut

| Keine Kommentare

Foto: K. Küntzel

Foto: K. Küntzel

Neulich im Spielzeugladen: Ein Kind erzählte seiner Mutter, was es sich alles wünscht. Nach einer gefühlt halbstündigen Aufzählung holte das Kind Luft und die Mutter nutzte die Gelegenheit, in die Sprechpause hinein zu rufen: „Deine Wünsche gehen ja auf keine Kuhhaut!“ Sprachlosigkeit beim Kind und dann die Frage: „Was heißt das?“ Sprachlosigkeit bei der Mutter.

Damit sie und andere Eltern beim nächsten Mal wie aus der Pistole geschossen antworten können, hier nun die Auflösung des „Rätsels“. Das Sprichwort stammt aus dem Mittelalter. Damals gab es noch kein Papier, stattdessen benutzte man Pergament zum Schreiben. Es wurde aus Tierhäuten von Ziegen, Schafen und eben Kühen hergestellt und war sehr kostbar. Je größer das Tier, desto größer die Haut und damit mehr Platz zum Schreiben. Nun glaubte man im Mittelalter daran, dass der Teufel alle Sünden, die man so zu beichten hatte, aufschreibt. Die Länge der Sündenliste sollte am Jüngsten Tag über Himmel oder Hölle entscheiden. Hatte man nun reichlich gesündigt und eine Kuhhaut reichte für die Verfehlungen nicht aus, hieß es: „Das geht ja auf keine Kuhhaut!“ Schlechte Karten für einen Platz im Himmel.

Auch heute meint man damit noch, dass etwas zu viel ist: zu übertrieben, zu zahlreich, maßlos, unverschämt oder nicht angemessen. Das muss schließlich auch der Mutter im Laden eingefallen sein, denn mit einer Stimme, die keinen Widerspruch duldete, sagte sie: „Das reicht jetzt!“ Wohl wahr.

 

Print Friendly

Karolin Küntzel

Jahrgang 1963, ist freiberufliche Autorin, Dozentin und Kommunikationstrainerin. Sie studierte Germanistik, Geschichte und Weiterbildungsmanagement in Berlin und war lange Zeit in der freien Wirtschaft tätig. Seit 2006 ist sie selbstständig, unterrichtet und schreibt Sachbücher für Kinder und Erwachsene. Ihre Wissbegier hat sie quasi zum Beruf gemacht. Sie lebte mehrere Jahre alleine in einem Haus im Wald, mehrere Wochen mit einer kleinen Crew auf einem Schiff auf dem Atlantik und bezeichnet sich selbst als überzeugte Rausgängerin. Sie sieht gerne unter Steinen nach. Mehr Infos unter: www.karibuch.de

Autor: Karolin Küntzel

Jahrgang 1963, ist freiberufliche Autorin, Dozentin und Kommunikationstrainerin. Sie studierte Germanistik, Geschichte und Weiterbildungsmanagement in Berlin und war lange Zeit in der freien Wirtschaft tätig. Seit 2006 ist sie selbstständig, unterrichtet und schreibt Sachbücher für Kinder und Erwachsene. Ihre Wissbegier hat sie quasi zum Beruf gemacht. Sie lebte mehrere Jahre alleine in einem Haus im Wald, mehrere Wochen mit einer kleinen Crew auf einem Schiff auf dem Atlantik und bezeichnet sich selbst als überzeugte Rausgängerin. Sie sieht gerne unter Steinen nach. Mehr Infos unter: www.karibuch.de

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.