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Warum haben Weihnachtssterne rote Blätter?

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Foto: pixabay.com

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Wie immer zur Weihnachtszeit, häufen sich in den Wohnzimmern, neben Lichterpyramiden auch die Weihnachtssterne. Gemeint sind nicht die goldenen, gebastelten, sondern die grünen lebendigen. Besonders hübsch, sind am Weihnachtsstern die oberen roten Blätter und ich frage mich: warum rot?

Im letzten Jahr hat Karolin darüber berichtet, wie man es schafft, dass ein Weihnachtsstern alle Jahre wieder rote Blätter bekommt. Da war irgendwas mit einem Eimer, den man über die Pflanze stülpen soll… Ich stelle mir aber heute eher die Frage, warum der Weihnachtsstern überhaupt rote Blätter hat.

 

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Hübsch ist er ja. Und so eine auffällige Farbe muss für irgendwas gut sein. Und tatsächlich: Die roten Blätter des Weihnachtssterns sind keine normalen Blätter, sondern so genannte Hochblätter. Das sind die Blätter einer Pflanze, die über den Laubblättern wachsen und meistens ganz anders aussehen. Einige Pflanzen haben winzig kleine Hochblätter, die deshalb reduziert sind, damit sie der Blüte nicht die Schau stehlen.

Andere Pflanzen, wie die Flamingoblume oder eben der Weihnachtsstern haben Hochblätter, die genau die entgegengesetzte Funktion haben. Hier übernehmen die Hochblätter eine Schaufunktion und sollen so auffällig wie möglich sein. Die eigentliche Blüte ist im Vergleich geradezu unscheinbar. Sie sitzt zwischen den bunten Hochblättern und verlässt sich darauf, dass die schon genügend Insekten anlocken werden.

 

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Schon bei den alten Azteken in Mexiko war der Weihnachtsstern bekannt. Einer Sage nach entstanden die Blätter aus dem Blut einer aztekischen Göttin, die an gebrochenem Herzen starb. Wer ihr das Herz brach, konnte ich leider noch nicht herausfinden, doch wenn das einer von euch rauskriegt, freue ich mich über einen Kommentar.

So oder so, solltet ihr lieber aufpassen, dass die knalligen Blätter eures Weihnachtssterns kein kleines Haustier anstatt bestäubungswütiger Insekten anlocken. Für Hamster oder Meerschweinchen ist die Pflanze nämlich giftig. Vielleicht hat Karolin ja auch das gemeint, als sie den Eimer empfohlen hat…

 

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Johanna Prinz

Jahrgang 1978, ist promovierte Diplom-Biologin. Sie war früher Affenforscherin im Zoo, leitete den Bildungsbereich in einem großen Naturkundemuseum und danach ein Nationalpark-Haus am Wattenmeer. Heute arbeitet sie, von ihrer Wahlheimat Lübeck aus, im Bereich „Naturvermittlung“ – vor allem als Museumsberaterin oder Autorin für Kindersachbücher. Manchmal hebt sie Regenwürmer von der Straße auf. Mehr Infos unter: www.naturvermittlung.de

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Autor: Johanna Prinz

Jahrgang 1978, ist promovierte Diplom-Biologin. Sie war früher Affenforscherin im Zoo, leitete den Bildungsbereich in einem großen Naturkundemuseum und danach ein Nationalpark-Haus am Wattenmeer. Heute arbeitet sie, von ihrer Wahlheimat Lübeck aus, im Bereich „Naturvermittlung“ – vor allem als Museumsberaterin oder Autorin für Kindersachbücher. Manchmal hebt sie Regenwürmer von der Straße auf. Mehr Infos unter: www.naturvermittlung.de

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