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Natur und so

Warum leben Löwenkater in Rudeln?

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In der Natur ist manches ganz einfach. „Erfolg“ kann bei Tieren zum Beispiel allein schon daran gemessen werden, ob sie in einer bestimmten Umgebung überleben. Das ist zugegeben eine sehr einfache Maßeinheit, aber wenigstens eine deutliche. Ein anderes Zeichen für Erfolg ist die Frage, ob sich ein Tier fortpflanzt und damit sein Erbgut weiter verbreitet. Viele Tiere tun so einiges dafür, um dieses Ziel zu maximieren und es gibt mehr als eine Strategie, um in der Fortpflanzung erfolgreich zu sein. Löwenmännchen haben eine besondere Strategie, denn sie bilden Rudel. Doch ist das nicht eine doofe Idee: sich mit anderen Männchen zusammen zu schließen, wenn man seine Gene eigentlich selber verbreiten will? Mal sehen …

 

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Ein Löwenrudel besteht aus mehreren erwachsenen Männchen und einigen Weibchen. Die Löwenkater, die gemeinsam in einem Rudel leben, können verwandt sein (zum Beispiel Brüder oder Cousins) oder sie haben sich zufällig gefunden, nachdem sie eine Weile als Einzelgänger umhergestreift sind. Solche Allianzen aus nicht verwandten Löwenmännchen bleiben in der Regel eher klein: es finden sich nicht mehr als drei Löwenmännchen, die mit „Fremden“ zusammenleben wollen. Löwenkater, die zusammen aufgewachsen sind, sind aber bereit, auch größere Gruppen zu bilden. Man ist ja schließlich verwandt. Die Löwenkater schließen sich deshalb zusammen, um ein Revier und die darin lebenden Löwinnen verteidigen zu können. Löwen aus anderen Revieren – vor allem männliche – werden gemeinsam angegriffen und vertrieben. So ein Zusammenschluss macht also allein schon deshalb Sinn, weil die Kampfstärke größer ist.

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Doch wie verhält es sich jetzt mit dem Nachwuchs in so einem Löwenrudel? Zunächst mal: nicht jeder erwachsene, männliche Löwe in einem Rudel kann sich auch fortpflanzen. Trotzdem erhöht das Leben in der Gruppe die Chance auf Fortpflanzung und das ist lohnender als ganz alleine zu leben. Dass der Nachwuchs in einem Löwenrudel meistens von einem einzigen Männchen (oder sehr wenigen) stammt, liegt daran, dass derjenige, der ein paarungsbereites Weibchen bemerkt, dieses anschließend „bewacht“ und Konkurrenten vertreibt – selbst die aus dem eigenen Rudel. Dieses Verhalten kann  man in größeren Rudeln sehen. Genetische Untersuchungen haben aber gezeigt, dass sich die Vaterschaft in kleineren Rudeln, in denen sich ein Brüderpaar die Führung teilt, in etwa gleich auf die Nachkommen verteilt.

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Nun könnte man argumentieren, dass sich diese Lebensweise ja gar nicht lohnt, weil ja trotzdem einzelne Löwen „kinderlos“ bleiben. Und richtig: manche produzieren in ihrem Löwenleben überhaupt keinen Nachwuchs, während der Bruder oder Cousin fast alle Löwenkinder des Rudels zeugt. Der Knackpunkt liegt hier in der Verwandtschaft: ein einzelner Löwe mag vielleicht keinen direkten Erfolg haben, die Gene seiner Familie allerdings schon. Das scheint auch der Grund zu sein, dass Zusammenschlüsse aus nicht verwandten Löwenmännchen höchstens drei Tiere umfassen. Es lohnt sich für sie einfach nicht, mit einer größeren Anzahl nicht-verwandter Tiere zusammen zu leben. Denn die Gene, die dann im Umlauf sind, gehören ja nicht zur Familie.

Natürlich ist klar, dass auch die Löwinnen zum Gelingen des Rudellebens beitragen. Doch darüber reden wir ein andermal, ja?

 

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Johanna Prinz

Jahrgang 1978, ist promovierte Diplom-Biologin. Sie war früher Affenforscherin im Zoo, leitete den Bildungsbereich in einem großen Naturkundemuseum und danach ein Nationalpark-Haus am Wattenmeer. Heute arbeitet sie, von ihrer Wahlheimat Lübeck aus, im Bereich „Naturvermittlung“ – vor allem als Museumsberaterin oder Autorin für Kindersachbücher. Manchmal hebt sie Regenwürmer von der Straße auf. Mehr Infos unter: www.naturvermittlung.de

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Autor: Johanna Prinz

Jahrgang 1978, ist promovierte Diplom-Biologin. Sie war früher Affenforscherin im Zoo, leitete den Bildungsbereich in einem großen Naturkundemuseum und danach ein Nationalpark-Haus am Wattenmeer. Heute arbeitet sie, von ihrer Wahlheimat Lübeck aus, im Bereich „Naturvermittlung“ – vor allem als Museumsberaterin oder Autorin für Kindersachbücher. Manchmal hebt sie Regenwürmer von der Straße auf. Mehr Infos unter: www.naturvermittlung.de

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