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Natur und so

Warum schnattern Gänse beim Fliegen?

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Foto: pixabay.com

In letzter Zeit fliegen die Wildgänse über Lübeck. So auch neulich: Da stand ich eigentlich im Wald, doch über den Baumwipfeln fing es auf einmal an zu schnattern. Durch die Baumlücken waren sie zu sehen: ein paar Wildgänse, die über den Wald flogen. Beim letzten Zugvogelschwung war das auch schon so. Lange bevor eine V-Formation von Wildgänsen vorüberzog, hörte man die Gänse im Flug schon rufen. Irgendwie finde ich es super, dass die Gänse sich so deutlich bemerkbar machen. Nur: Wieso machen sie das überhaupt?

 

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So ein Vogelzug ist gar nicht so einfach für eine Gans. Es braucht genug Energie, um den langen Weg überhaupt erst mal zu schaffen. Die Fettreserven müssen stimmen, aber auch der Zeitpunkt des Abfluges. Fliegen die Tiere zu früh, haben sie nicht genug Fett angefressen. Fliegen sie zu spät, kommen sie nicht rechtzeitig an – zum Beispiel im Brutgebiet. Es ist also wichtig, dass der Flug möglichst ohne Störungen verläuft. Aber dann sind da ja noch die jungen Gänse, die den Schwarm zum ersten Mal auf die Reise begleiten. Die sind nämlich der Grund für das Schnattern.

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Wildgänse leben in Familiengruppen und so reisen sie auch: zusammen. Die Jungtiere lernen von den Eltern den Weg und merken ihn sich für das nächste Mal. Sind die Gänse unterwegs, reihen sich die Junggänse in die V-Formation ein, in der die Gänse fliegen. Karolin hat ja schon mal erklärt, warum Gänse in V-Formation fliegen: Es spart Kraft. Aber so ein Flug hat auch Nachteile. Irgendwer muss schließlich immer vorweg fliegen. Andere Tiere bleiben hinten dran.

 

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So können sich die Gänse manchmal nicht gut sehen. Und Körperkontakt ist während des Zuges natürlich auch nicht möglich. Damit die Gänse trotzdem nicht den Kontakt zueinander verlieren, rufen sie beim Fliegen. Vor allem die Junggänse profitieren davon. Das Schnattern während des Fluges hält die Verbindung zu den Eltern und den anderen Gänsen der Gruppe. So bleiben alle zusammen und haben zwischendurch immer wieder die Bestätigung: Alle anderen sind auch noch da.

So. Und jetzt schreibt mir doch bitte mal in die Kommentare, ob ihr sowas auch kennt. Wer von euch hatte als Kind (oder hat jetzt noch) einen speziellen Familienpfiff? Ihr wisst schon: Damit man sich an öffentlichen Orten immer wiederfindet. Hat der euch mal was genützt?

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Johanna Prinz

Jahrgang 1978, ist promovierte Diplom-Biologin. Sie war früher Affenforscherin im Zoo, leitete den Bildungsbereich in einem großen Naturkundemuseum und danach ein Nationalpark-Haus am Wattenmeer. Heute arbeitet sie, von ihrer Wahlheimat Lübeck aus, im Bereich „Naturvermittlung“ – vor allem als Museumsberaterin oder Autorin für Kindersachbücher. Manchmal hebt sie Regenwürmer von der Straße auf. Mehr Infos unter: www.naturvermittlung.de

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Autor: Johanna Prinz

Jahrgang 1978, ist promovierte Diplom-Biologin. Sie war früher Affenforscherin im Zoo, leitete den Bildungsbereich in einem großen Naturkundemuseum und danach ein Nationalpark-Haus am Wattenmeer. Heute arbeitet sie, von ihrer Wahlheimat Lübeck aus, im Bereich „Naturvermittlung“ – vor allem als Museumsberaterin oder Autorin für Kindersachbücher. Manchmal hebt sie Regenwürmer von der Straße auf. Mehr Infos unter: www.naturvermittlung.de

Ein Kommentar

  1. Die Wissenschaft lernt von den Gänsen… Düsenjets werden in v Form gebaut aufgrund des Luftwiderstands dieser Energie spart aber durch den Flugwind den Antrieb erhöht. Wildgänse machen sich bemerkbar um nicht verloren zu gehen.

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