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Warum stranden Pottwale in der Nordsee?

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Habt ihr auch noch Berichte über Pottwale im Gedächtnis, die in der Nordsee gestrandet sind? Immer mal wieder kommt es quasi direkt vor unserer Haustür zu solchen Strandungsereignissen. Meist sind es mehrere männliche Pottwale, die irgendwie in die Nordsee geraten und dann auf Sandbänken oder an Küsten auf Grund laufen. In der Regel überleben die Wale nicht und so kommt es, dass gleich mehrere Museen Pottwalskelette in ihrer Ausstellung haben. Wer mal schauen möchte, kann das zum Beispiel in Lübeck oder Wilhelmshaven tun. Doch warum stranden überhaupt so viele Pottwale in der Nordsee?

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Für die Bergkinder unter euch: die Nordsee ist ein eher kleines Meer mit flachen Küsten. Pottwale, die es gewohnt sind, bis zu 2.000 Meter tief nach Nahrung zu tauchen, können über die geringe Tiefe der Nordsee nur müde lächeln.

Weniger lustig ist es für die Wale, dass in der Nordsee nicht nur keine guten Jagdgründe, sondern auch generell nur wenig geeignete Nahrung vorhanden ist. Hinzu kommt dieses lästige Phänomen „Ebbe und Flut“, bei dem sich plötzlich das Wasser zurückzieht und die ohnehin schon flachen Küstengewässer noch flacher werden. Gar nicht zu reden von den Sandbänken, die urplötzlich aus dem Meer auftauchen und an denen viele Wale hängenbleiben.

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Wenn also die Nordsee dermaßen ungeeignet für Pottwale ist … wie kommt es dann, dass trotzdem immer wieder ganze Pottwalgruppen darin unterwegs sind? Ich sag’s euch: die wollten da gar nicht hin.

Karolin hat ja schon mal etwas darüber geschrieben, warum Wale überhaupt stranden. Es gibt mehrere Ursachen, die in Frage kommen und trotzdem bleibt der Grund für Strandungen häufig im Dunkeln. Auch warum Pottwale in der (für sie doofen) Nordsee landen, ist häufig etwas unklar. Fakt ist: Männliche Pottwale wandern regelmäßig zwischen Nord und Süd hin und her.

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Die Tiere starten im Norden, etwa in Norwegen und schwimmen dann Richtung Süden zu den Azoren, wo die Weibchen warten. Eigentlich führt die Route westlich der Britischen Inseln vorbei. Das ist auf der Karte „links herum“. Doch manchmal „verschwimmen“ sich die Tiere und und wandern im Osten der Inseln entlang. Von dort ist es dann nur noch ein Flossenschlag in die Nordsee.

Wale, die sich in die Nordsee verirren sind also schon viel früher auf ihrer Route falsch abgebogen. Warum das passiert ist häufig nicht mehr nachzuweisen Verschiedene Theorien nennen Gründe vom Verfolgen von Beute über Lärm im Meer bis hin zu einem gestörten Navigationssystem. Auch Unerfahrenheit könnte ein Grund sein. Viele gestrandete Walgruppen bestehen aus jungen Männchen, die sich zu Jungesellengruppen zusammengeschlossen hatten. Vielleicht wussten sie es also einfach noch nicht besser.

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Johanna Prinz

Jahrgang 1978, ist promovierte Diplom-Biologin. Sie war früher Affenforscherin im Zoo, leitete den Bildungsbereich in einem großen Naturkundemuseum und danach ein Nationalpark-Haus am Wattenmeer. Heute arbeitet sie, von ihrer Wahlheimat Lübeck aus, im Bereich „Naturvermittlung“ – vor allem als Museumsberaterin oder Autorin für Kindersachbücher. Manchmal hebt sie Regenwürmer von der Straße auf. Mehr Infos unter: www.naturvermittlung.de

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Autor: Johanna Prinz

Jahrgang 1978, ist promovierte Diplom-Biologin. Sie war früher Affenforscherin im Zoo, leitete den Bildungsbereich in einem großen Naturkundemuseum und danach ein Nationalpark-Haus am Wattenmeer. Heute arbeitet sie, von ihrer Wahlheimat Lübeck aus, im Bereich „Naturvermittlung“ – vor allem als Museumsberaterin oder Autorin für Kindersachbücher. Manchmal hebt sie Regenwürmer von der Straße auf. Mehr Infos unter: www.naturvermittlung.de

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