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Was ist eigentlich Schelfeis?

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Foto: pixabay.com

Vor Kurzem brach in der Antarktis ein Eisberg so groß wie London ab. Das Internet weiß, dass sowas in der Antarktis ein ganz normaler Vorgang ist: das Eis wird langsam immer mehr und wenn es zuviel wird, bricht halt am Rand etwas ab. Der aktuelle Eisberg trägt die Bezeichnung D28 und stand schon lange unter Beobachtung. Man wusste also im Voraus, dass er eines Tages vom Schelfeis abbrechen würde, nur wann es soweit ist, konnte man nicht voraussagen. Das alles lese ich auf diversen Webseiten. Und während ich so lese, denke ich immer wieder: was war nochmal Schelfeis? Hier kommt die Antwort.

Um zu verstehen, was Schelfeis ist, müssen wir uns zuerst anschauen, was ein Schelf ist. (Haltet einfach eine Weile mit mir durch, ja?) Sicher wusstet ihr schon, dass sehr große Landmassen „Kontinente“ sind, oder? Der südlichste unserer Kontinente heißt Antarktika. Im Gegensatz zum afrikanischen oder australischen Kontinent liegen die Landmassen von Antarktika aber nicht frei, sondern sind von einer dicken Eisschicht bedeckt. Die weitläufige Region mit all dem Eis und dem saukalten Meer darum herum heißt „Antarktis“.

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Ein Schelf ist nun der Randbereich eines Kontinents, der sich unter Wasser befindet – im Meer. Daher kommt auch der Name „Schelfmeer“. Auch in der Antarktis gibt es so einen Schelf, also einen Teil der Landmasse, der unter Wasser liegt. In der Antarktis ist es außerdem sehr kalt und es gibt Niederschlag in Form von Schnee. Das Wasser gefriert hier zu einem dicken Eispanzer, der die Landmasse überdeckt. Durch den Niederschlag entsteht ständig neues Eis, das sich immer weiter ausbreitet.

Dort wo das Eis ans Meer stößt, hört es dann aber nicht einfach auf. Es kann allerdings auch nicht bis zum Meeresboden durchfrieren. Daher bilden sich an einigen Stellen des antarktischen Kontinents Eisschichten, die auf dem Wasser schwimmen.

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Solch eine Eisplatte ist am Rand mit Gletschern verbunden und wird Schelfeis genannt. Und nicht, dass wir uns falsch verstehen: auch das Schelfeis kann mehrere Hundert Meter dick werden – und Kilometer-um-Kilometer lang. Normalerweise bekommt es ständig Eis-Nachschub von den benachbarten Gletschern. Daher wächst das Schelfeis also und manchmal bricht dann ein großes Stück ab und treibt auf dem Meer davon. Man sagt dann: der Gletscher „kalbt“.

Das davontreibende Stück Schlefeis wird zum Eisberg. Genauer: zum flachen Tafeleisberg. Aber Eisberge sind eine ganz andere Geschichte…

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Johanna Prinz

Jahrgang 1978, ist promovierte Diplom-Biologin. Sie war früher Affenforscherin im Zoo, leitete den Bildungsbereich in einem großen Naturkundemuseum und danach ein Nationalpark-Haus am Wattenmeer. Heute arbeitet sie, von ihrer Wahlheimat Lübeck aus, im Bereich „Naturvermittlung“ – vor allem als Museumsberaterin oder Autorin für Kindersachbücher. Manchmal hebt sie Regenwürmer von der Straße auf. Mehr Infos unter: www.naturvermittlung.de

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Autor: Johanna Prinz

Jahrgang 1978, ist promovierte Diplom-Biologin. Sie war früher Affenforscherin im Zoo, leitete den Bildungsbereich in einem großen Naturkundemuseum und danach ein Nationalpark-Haus am Wattenmeer. Heute arbeitet sie, von ihrer Wahlheimat Lübeck aus, im Bereich „Naturvermittlung“ – vor allem als Museumsberaterin oder Autorin für Kindersachbücher. Manchmal hebt sie Regenwürmer von der Straße auf. Mehr Infos unter: www.naturvermittlung.de

2 Kommentare

  1. Super geschrieben! Schon bin ich wieder erwas schlauer geworden!
    Vielen Dank!

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