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Was tun mit grünen Tomaten am Saisonende?

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Foto: pixabay.com

Das Schrebergarten-Jahr neigt sich dem Ende zu. Das Bohnengerüst ist abgebaut, die Kartoffeln gerodet und das letzte Gürkchen gepflückt. Nur im Tomatenhaus hängen noch Früchte an den Sträuchern. Sie sehen perfekt aus, sind schön prall, nur leider nicht rot, sondern noch grün. Ich pflücke sie trotzdem, denn am Strauch werden sie jetzt wegen der Kälte nachts nicht mehr ausreifen. Genießbar sind sie so nicht, aber mit ein bisschen Geduld wird das noch was.

 

 

Sind grüne Tomaten giftig?

Foto: K. Küntzel

Auch wenn es Rezepte gibt, in denen grüne Tomaten verarbeitet werden, sollte man besser darauf verzichten, sie zu essen. Der Grund dafür ist das in den grünen Stellen enthaltene Solanin. Das ist ein giftiges Alkaloid, das laut der Deutschen Gesellschaft für Ernährung auf den menschlichen Organismus ab 25 Milligramm giftig und ab 400 Milligramm tödlich wirkt. Typische Symptome einer Solanin-Überdosis sind Durchfall, Brechreiz, Kopfschmerzen, Krämpfe und Sehstörungen. Grüne Tomaten enthalten etwa neun bis 32 Milligramm Solanin pro 100 Gramm. Mit einer komplett grünen, etwa 80 Gramm schweren Tomate könnte also bereits genügend Solanin aufgenommen werden, um sich leicht zu vergiften und entsprechend schlecht zu fühlen.

Die giftigen grünen Stellen an Tomaten, übrigens auch bei Kartoffeln, signalisieren im Grunde, dass das Gemüse noch nicht reif ist. Denn nach vollständiger Reifung haben Tomaten das Solanin fast komplett in ihren roten Farbstoff umgewandelt, in das für Menschen überaus gesunde Beta-Carotin.

Aus grün mach rot

Foto: K. Küntzel

Essen möchte ich die grünen Tomaten aus den oben genannten Gründen nicht. Für den Kompost sind sie mir aber viel zu schade. Und deshalb greife ich zu einem Trick. Ich packe die unbeschädigten Früchte in eine Papiertüte und lassen sie auf dem Küchenschrank nachreifen. Licht brauchen sie dazu nicht, wohl aber Wärme und die bekommen sie dort. Ganz ungeduldige Menschen legen noch einen Apfel zu den Tomaten. Er strömt das Reifegas Ethylen aus und beschleunigt den Reifeprozess. Nach einigen Tagen färben sich die grünen Früchte orange und bald darauf sind sie rot und damit uneingeschränkt essbar. Na dann, Guten Appetit!

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Karolin Küntzel

Jahrgang 1963, ist freiberufliche Autorin, Dozentin und Kommunikationstrainerin. Sie studierte Germanistik, Geschichte und Weiterbildungsmanagement in Berlin und war lange Zeit in der freien Wirtschaft tätig. Seit 2006 ist sie selbstständig, unterrichtet und schreibt Sachbücher für Kinder und Erwachsene. Ihre Wissbegier hat sie quasi zum Beruf gemacht. Sie lebte mehrere Jahre alleine in einem Haus im Wald, mehrere Wochen mit einer kleinen Crew auf einem Schiff auf dem Atlantik und bezeichnet sich selbst als überzeugte Rausgängerin. Sie sieht gerne unter Steinen nach. Mehr Infos unter: www.karibuch.de

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Autor: Karolin Küntzel

Jahrgang 1963, ist freiberufliche Autorin, Dozentin und Kommunikationstrainerin. Sie studierte Germanistik, Geschichte und Weiterbildungsmanagement in Berlin und war lange Zeit in der freien Wirtschaft tätig. Seit 2006 ist sie selbstständig, unterrichtet und schreibt Sachbücher für Kinder und Erwachsene. Ihre Wissbegier hat sie quasi zum Beruf gemacht. Sie lebte mehrere Jahre alleine in einem Haus im Wald, mehrere Wochen mit einer kleinen Crew auf einem Schiff auf dem Atlantik und bezeichnet sich selbst als überzeugte Rausgängerin. Sie sieht gerne unter Steinen nach. Mehr Infos unter: www.karibuch.de

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