Hallimasch & Mollymauk

Natur und so

Weg da! Ihr stört den Lieferdienst.

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Foto: pixabay.com

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Kennt ihr das ? Ihr geht spazieren und auf einmal sitzt da auf der Wiese oder im Geäst ein kleiner, zerrupfter Vogel. Du liebe Zeit! Gehört der nicht in ein Nest? Muss man da nicht was machen? Nein. Und wenn ihr da noch lange rumsteht, verschreckt ihr den Kükenfutter-Lieferdienst.

Was ihr da  gefunden habt, ist ein Ästling: Ein junger Vogel, der noch nicht ganz selbstständig ist, aber auch nicht mehr im Nest sitzt. Vermutlich kann er schon fliegen, wenn auch nicht sehr gut. Wenn ihr euch umschaut, kann es sein, dass ihr seine Geschwister seht.

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Die sitzen wahrscheinlich gerade im Gebüsch und denken „Hoffentlich geht das zweibeinige Monster wieder weg. Und wo ist eigentlich Mama?“ Mama (und Papa) sind vermutlich gerade auf Nahrungssuche. Da lassen sie ihren Nachwuchs nur für fünf Minuten aus den Augen und schon bringen sich die Kleinen in Schwierigkeiten.

Wer als Vogel von der Futtersuche zurückkehrt und sein Küken in Gegenwart eines…schluck… Menschen antrifft, bleibt berechtigterweise erst mal weg. Ganz eindeutig ist hier Gefahr im Verzug.

Für die Küken ist die Phase zwischen „im Nest sitzen“ und „alleine Nahrung finden können“, eine echt gefährliche Zeit. Doch die Natur hat es so eingerichtet, dass Jungvögel in diesem Entwicklungsschritt, mit ihren Eltern die Umgebung erkunden.

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Ihr könnt also ganz beruhigt sein: Die kleinen, unfertigen Federbälle sind nicht verlassen, sondern werden regelmäßig gefüttert. Es genügt, wenn ihr euch zügig entfernt und den Winzling nicht anfasst. Die Eltern kehren zurück, sobald die Gefahr (also ihr) nicht mehr zu sehen ist. (Anders, wenn ihr wirklich einen halbnackten Nestling gefunden habt, der aus dem Nest gefallen ist. Den dann bitte anfassen – ja wirklich – und zurück ins Nest setzen.) Rabeneltern sind übrigens besonders hingebungsvolle Eltern – auch wenn das Klischee etwas anderes sagt.

Habt ihr dieses Jahr schon ein paar junge Vögel gesehen?

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Johanna Prinz

Jahrgang 1978, ist promovierte Diplom-Biologin. Sie war früher Affenforscherin im Zoo, leitete den Bildungsbereich in einem großen Naturkundemuseum und danach ein Nationalpark-Haus am Wattenmeer. Heute arbeitet sie, von ihrer Wahlheimat Lübeck aus, im Bereich „Naturvermittlung“ – vor allem als Museumsberaterin oder Autorin für Kindersachbücher. Manchmal hebt sie Regenwürmer von der Straße auf. Mehr Infos unter: www.naturvermittlung.de

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Autor: Johanna Prinz

Jahrgang 1978, ist promovierte Diplom-Biologin. Sie war früher Affenforscherin im Zoo, leitete den Bildungsbereich in einem großen Naturkundemuseum und danach ein Nationalpark-Haus am Wattenmeer. Heute arbeitet sie, von ihrer Wahlheimat Lübeck aus, im Bereich „Naturvermittlung“ – vor allem als Museumsberaterin oder Autorin für Kindersachbücher. Manchmal hebt sie Regenwürmer von der Straße auf. Mehr Infos unter: www.naturvermittlung.de

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