Hallimasch & Mollymauk

Natur und so

Wie Beutetiere dem Gefressenwerden entkommen

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In der Natur geht es manchmal ziemlich unfreundlich zu: Jemand hat Hunger und sucht sich einen Schwächeren, um diesen zu verspeisen. So ein Räuber kann fiese Strategien anwenden, um an seine Beute heranzukommen: Anschleichen, Auflauern oder Anspringen sind nur einige der Möglichkeiten. Die Beutetiere haben verständlicherweise kein großes Interesse daran, im Magen von irgendwem zu landen. Und weil ein Beutetier kein Fraßopfer sein will, gibt es auch hier ein paar Strategien, um genau das zu verhindern. Doch wie entkommt man so einem Räuber?

 

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Möglichkeit 1: Rückzug

Pferde sind Fluchttiere. Ein Pferd, das sich vor Räubern/lauten Geräuschen/Regenschirmen erschreckt, hat eine ausgezeichnete Taktik, um dem Gefressenwerden zu entkommen: Den Rückzug. Also wegrennen. Das können nicht nur Pferde, sondern auch Hasen, Antilopen oder Kellerasseln. Schwäne auch, aber die fliegen dann. Tiere, die nicht laufen können, kennen ebenfalls eine Methode zum Rückzug. Muscheln zum Beispiele verschließen ihre Schalen. Das ist auch eine Art Flucht, nur eben mit weniger Gerenne.

 

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Möglichkeit 2: Abschreckung

Wer schon mal von einer Biene gestochen wurde, kennt bereits eine Variante der Abschreckung: den Bienenstachel und das Bienengift. Igelstacheln schrecken ebenfalls ab. Ein Stinktier hat zwar keinen Stachel, setzt aber seinen furchtbaren Gestank ein, um Raubtiere abzuwehren. Und auch eine psychologische Abschreckung kann funktionieren. Die großen Flecken von Tagpfauenaugen oder Schmetterlingsfischen sollen sagen: “Guck’ wie groß meine Augen sind. Ich bin riiiesig. Hau also ab!”

 

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Möglichkeit 3: Tarnung

Wen nicht rennen oder stinken kann, nutzt die Macht der Tarnung. Ein Chamäleon oder bestimmte Fischarten können ihre Farbe wechseln und sich so der Umgebung anpassen. Andere Tiere tarnen sich, indem sie aussehen wie Blätter. Wieder andere behelfen sich mit Material aus der Umgebung: Die Köcherfliegenlarve klebt sich zum Beispiel aus kleinen Steinchen eine Röhre zusammen und wohnt dann darin – perfekt getarnt.

Egal ob Flucht, Abschreckung oder Tarnung: Durch Tricks können Beutetiere ihren Feinden entkommen. Fallen euch noch mehr Beispiele ein?

 

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Autor: Johanna Prinz

Jahrgang 1978, ist promovierte Diplom-Biologin. Sie war früher Affenforscherin im Zoo, leitete den Bildungsbereich in einem großen Naturkundemuseum und danach ein Nationalpark-Haus am Wattenmeer. Heute arbeitet sie, von ihrer Wahlheimat Lübeck aus, im Bereich „Naturvermittlung“ – vor allem als Museumsberaterin oder Autorin für Kindersachbücher. Manchmal hebt sie Regenwürmer von der Straße auf. Mehr Infos unter: www.naturvermittlung.de

2 Kommentare

  1. Da kann ich aus meiner über 30-jährigen Erfahrung der Wolfsbeobachtung in Yellowstone etwas beitragen zum Thema Wölfe und Hirsche:

    Die großen Wapitis sind schwer zu jagen/töten. Sie nutzen meist zwei Verteidigungsmöglichkeiten:

    1. Die großen Hirschbullen gehen ihrerseits zum Angriff über und vertreiben die Beutegreifer mit ihrem Geweih. Bei einem oder wenigen Wölfen haben sie damit gute Chancen.
    Die Gegentaktik der Wölfe: Die Kavellerie wird hinzugezogen; greift das gesamte Rudel an, sieht es schlecht aus für die Beute.

    2. Hirschkühe flüchten sich meist ins Wasser (Fluss oder See). Mit ihren langen Beinen haben sie festen Halt, im Gegensatz zu den Wölfen, die beim Angriff schwimmen müssen.
    Die Gegentaktik der Wölfe: Aussitzen. Sie warten am Ufer bis die Hirschkuh irgendwann müde wird und rauskommen muss.

    Übrigens – bei einer Jagd haben die Wölfe in nur in ca. 20 % Erfolg.

    • Danke für diesen interessanten Einblick, Elli! Es ist doch immer wieder faszinierend, wie Räuber und Beute so einen irren Tanz miteinander aufführen. Einer macht einen Schritt und der andere reagiert – je nach Situation vor oder zurück. Spannend!

      Viele Grüße
      Johanna

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