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Natur und so

Wie funktionieren Ameisenstraßen?

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Foto: pixabay.com

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Wo eine Ameise ist, sind andere nicht weit. Das liegt zum einen daran, dass Ameisen in einem Staat mit Tausenden oder gar Millionen Individuen leben, zum anderen an ihrer Strategie der Nahrungssuche und -beschaffung.

Ist eine Nahrungsquelle aufgetan, markiert die Ameise den Weg zurück zum Bau in regelmäßigen Abständen mit einer Duftspur. Diese Pheromone produziert sie in einer Drüse am Hinterleib. Die anderen Ameisen orientieren sich an diesem Geruch, finden das Futter und markieren ihrerseits den Weg. Aus einem schmalen Pfad, einem schwachen Duft, wird so im Handumdrehen eine zweispurige Straße (eine Laufbahn in jeder Richtung) mit einer prägnanten Duftspur. So lange die Futterquelle existiert, wird der Weg markiert und Ameise reiht sich an Ameise.

Staat ohne Stau

Herbstferien! Und ein Großteil der Nation macht sich auf die Reise. Aus dem Süden geht’s nach Norden, aus dem Norden lieber in den Süden und auch die Menschen aus Ost und West wollen irgendwo sein, wo sie jetzt noch nicht sind. Die Autobahnen sind voll und aus zähfließendem Verkehr wird im Nu ein Stau. Da möchte man doch Ameise sein. Wenn nicht jetzt, dann bitte schön in einem der nächsten Leben. Dann bliebe einem diese murmeltiergrüßende Erfahrung ein für alle Mal erspart.

Foto: renedyma via photopin cc

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Was kann die Ameise, was wir nicht können? Rücksicht nehmen, sich hinten anstellen, das eigene Tempo der Vorderameise anpassen und schön in der Spur bleiben. Alles Dinge, die auf deutschen Autobahnen nur selten zu beobachten sind. Dabei könnten Autofahrer von den kleinen Insekten lernen, wie Forscher seit einiger Zeit wissen. Ameisen kennen keinen Stau. Sie bewegen sich alle in gleichmäßiger Geschwindigkeit, bremsen, drängeln und überholen nicht und kommen so ans Ziel. Inzwischen interessieren sich nicht nur Stauforscher für die Strategie der Ameisen, sondern auch Wissenschaftler, die sich mit der Geschwindigkeit von Netzwerken beschäftigen. Langsamer schneller ans Ziel – eine Vorstellung, die sich hierzulande wohl erst noch durchsetzen muss.

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Karolin Küntzel

Jahrgang 1963, ist freiberufliche Autorin, Dozentin und Kommunikationstrainerin. Sie studierte Germanistik, Geschichte und Weiterbildungsmanagement in Berlin und war lange Zeit in der freien Wirtschaft tätig. Seit 2006 ist sie selbstständig, unterrichtet und schreibt Sachbücher für Kinder und Erwachsene. Ihre Wissbegier hat sie quasi zum Beruf gemacht. Sie lebte mehrere Jahre alleine in einem Haus im Wald, mehrere Wochen mit einer kleinen Crew auf einem Schiff auf dem Atlantik und bezeichnet sich selbst als überzeugte Rausgängerin. Sie sieht gerne unter Steinen nach. Mehr Infos unter: www.karibuch.de

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Autor: Karolin Küntzel

Jahrgang 1963, ist freiberufliche Autorin, Dozentin und Kommunikationstrainerin. Sie studierte Germanistik, Geschichte und Weiterbildungsmanagement in Berlin und war lange Zeit in der freien Wirtschaft tätig. Seit 2006 ist sie selbstständig, unterrichtet und schreibt Sachbücher für Kinder und Erwachsene. Ihre Wissbegier hat sie quasi zum Beruf gemacht. Sie lebte mehrere Jahre alleine in einem Haus im Wald, mehrere Wochen mit einer kleinen Crew auf einem Schiff auf dem Atlantik und bezeichnet sich selbst als überzeugte Rausgängerin. Sie sieht gerne unter Steinen nach. Mehr Infos unter: www.karibuch.de

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