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Natur und so

Wie sprechen Papageien?

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Gestern habe ich mal im Schrebergarten nach dem Rechten gesehen. Beim Aussteigen aus dem Auto hat mich der Papagei begrüßt, dessen Voliere an den Parkplatz angrenzt. Der Vogel ist enorm laut, vor allem aber lustig. „Pokemon, hahaha, Pokemon“ schallt es vom Nachbargrundstück. Gesehen habe ich das Tier noch nie. Uns trennt nicht nur der Zaun, sondern auch ein Sichtschutz. Der Lautstärke nach zu urteilen muss der Papagei groß sein, außerdem sind er oder sein Mensch vermutlich Fans der japanischen Fantasiewesen. Warum sollte er mich sonst immer mit diesem Wort begrüßen? Und wie macht er das überhaupt – sprechen?

Dicke Zunge

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Papageien sind äußerst sprachbegabte Vögel, doch lange Zeit war nicht bekannt, wie sie die Laute formen. Niederländische Wissenschaftler konnten inzwischen belegen, dass die intelligenten Tiere mit Hilfe ihrer ungewöhnlich dicken Zunge sprechen. Auch für die menschliche Sprache ist die Bewegung und die Position der Zunge von entscheidender Bedeutung für das Sprachvermögen.

Papageien benutzen zum produzieren von Lauten ein Organ, das Syrinx oder auch Fistel genannt wird. Beobachtungen von Ornithologen, dass die bunten Vögel dabei aber auch ihre Zungen bewegen, führten zu näheren Untersuchungen. So wurde zum Beispiel bei Mönchssittichen die Zungenbewegung gemessen, während sie Laute ausstießen. Die Ergebnisse waren überraschend. Die Zungenbewegung waren eindeutig mit ausschlaggebend für die Lautbildung und bereits eine winzige Veränderung führte zu einer großen Veränderung in der Lautqualität.

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Zu den besonders sprachbegabten Papageienarten zählen die südamerikanischen Aras, australische Kakadus und der Graupapagei. Doch auch die hierzulande sehr beliebten Wellensittiche, die ebenfalls zu den Papageien zählen, sind in der Lage, ganze Sätze zu lernen.“ (Ausschnitt aus meinem Buch: Warum die Dinge sind wie sie sind)

Letztes Jahr habe ich begonnen dem „Pokemon“ ein „Moin, Moin“ entgegenzusetzen. Bisher ohne Erfolg. Entweder der Papagei ist tiefbegabt oder ich muss öfter in den Garten fahren und ihn häufiger unterrichten. Diese Saison gebe ich mir und dem Vogel noch, dann probiere ich es vielleicht mal mit „Servus“.

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Karolin Küntzel

Jahrgang 1963, ist freiberufliche Autorin, Dozentin und Kommunikationstrainerin. Sie studierte Germanistik, Geschichte und Weiterbildungsmanagement in Berlin und war lange Zeit in der freien Wirtschaft tätig. Seit 2006 ist sie selbstständig, unterrichtet und schreibt Sachbücher für Kinder und Erwachsene. Ihre Wissbegier hat sie quasi zum Beruf gemacht. Sie lebte mehrere Jahre alleine in einem Haus im Wald, mehrere Wochen mit einer kleinen Crew auf einem Schiff auf dem Atlantik und bezeichnet sich selbst als überzeugte Rausgängerin. Sie sieht gerne unter Steinen nach. Mehr Infos unter: www.karibuch.de

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Autor: Karolin Küntzel

Jahrgang 1963, ist freiberufliche Autorin, Dozentin und Kommunikationstrainerin. Sie studierte Germanistik, Geschichte und Weiterbildungsmanagement in Berlin und war lange Zeit in der freien Wirtschaft tätig. Seit 2006 ist sie selbstständig, unterrichtet und schreibt Sachbücher für Kinder und Erwachsene. Ihre Wissbegier hat sie quasi zum Beruf gemacht. Sie lebte mehrere Jahre alleine in einem Haus im Wald, mehrere Wochen mit einer kleinen Crew auf einem Schiff auf dem Atlantik und bezeichnet sich selbst als überzeugte Rausgängerin. Sie sieht gerne unter Steinen nach. Mehr Infos unter: www.karibuch.de

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