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Natur und so

Wieso gurren Tauben?

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Foto: pixabay.com

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Ich hatte es in meinem letzten Blogbeitrag über die Brieftauben ja schon angedroht: Auch heute geht es wieder um Tauben. Für eine wie mich, die den „Viechern“ nicht viel abgewinnen kann, ist das ganz schön viel Taube auf einmal. Nach diesem Beitrag widme ich mich deshalb wieder anderen Themen. Zum Gurren will ich aber doch noch etwas sagen. Es gibt Menschen, die lieben das „Ruckedigu“, das sich in echt eher wie „Ruh-Ruh“ oder „Gang-Ruh-Guruh“ anhört. Zurzeit ist es (sehr zu meinem Leidwesen) häufig zu hören. Warum können Tauben nicht schön singen oder pfeifen? Warum gurren sie?

Mit Lauten locken

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Mit ihren Lautäußerungen markieren Tauben ihr Brutrevier und halten Artgenossen auf Abstand. Das Gurren der männlichen Tiere zielt außerdem darauf ab, Weibchen anzulocken. Die stehen nämlich auf diese Art von Geräuschen und sind schwer beeindruckt, wenn der Täuberich loslegt. Dann neigt er seinen Kopf und hebt ihn wieder, dreht sich im Kreis, schlägt mit den Flügeln und gurrt, was das Zeug hält. Das Gurren ist fester Bestandteil der Balz und deshalb hauptsächlich in der Zeit von März bis August, zur Brutzeit, zu hören. Kein Wunder, dass es im Oktober zwar Tauben auf dem Markusplatz in Venedig gab, aber kein lästiges Gurren.

Schnabel zu und Hals aufblasen

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Interessant ist, wie Tauben das Gurren produzieren. Es entsteht nämlich nicht im Kehlkopf, sondern unten in der Luftröhre. Der Ton wird in der Syrinx, dem Tauben-Stimmorgan gebildet. Die Atemluft bringt Membrane zum Schwingen und je nach Muskelspannung lässt sich die Tonhöhe variieren. Das funktioniert aber nur, wenn die Taube den Schnabel (geschlossen) hält und die Speiseröhre aufbläst. Nur so entstehen diese tiefen Töne. Die Taube bekommt dadurch einen ganz dicken Hals (ich übrigens auch, wenn ich das Gurren höre). Achtet mal darauf, wenn ihr das nächste Mal eine gurrende Taube seht. Die mit dem dicken Hals macht das Geräusch und ist das Männchen.

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Karolin Küntzel

Jahrgang 1963, ist freiberufliche Autorin, Dozentin und Kommunikationstrainerin. Sie studierte Germanistik, Geschichte und Weiterbildungsmanagement in Berlin und war lange Zeit in der freien Wirtschaft tätig. Seit 2006 ist sie selbstständig, unterrichtet und schreibt Sachbücher für Kinder und Erwachsene. Ihre Wissbegier hat sie quasi zum Beruf gemacht. Sie lebte mehrere Jahre alleine in einem Haus im Wald, mehrere Wochen mit einer kleinen Crew auf einem Schiff auf dem Atlantik und bezeichnet sich selbst als überzeugte Rausgängerin. Sie sieht gerne unter Steinen nach. Mehr Infos unter: www.karibuch.de

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Autor: Karolin Küntzel

Jahrgang 1963, ist freiberufliche Autorin, Dozentin und Kommunikationstrainerin. Sie studierte Germanistik, Geschichte und Weiterbildungsmanagement in Berlin und war lange Zeit in der freien Wirtschaft tätig. Seit 2006 ist sie selbstständig, unterrichtet und schreibt Sachbücher für Kinder und Erwachsene. Ihre Wissbegier hat sie quasi zum Beruf gemacht. Sie lebte mehrere Jahre alleine in einem Haus im Wald, mehrere Wochen mit einer kleinen Crew auf einem Schiff auf dem Atlantik und bezeichnet sich selbst als überzeugte Rausgängerin. Sie sieht gerne unter Steinen nach. Mehr Infos unter: www.karibuch.de

10 Kommentare

  1. Ich habe nichts gegen Tauben, im Gegenteil seit dem ich beobachten kann, das es immer weniger Tauben gibt habe ich sogar Mitleid mit den Tieren. Als ich vor 30 Jahren in meine Wohnung gezogen bin konnte man riesige Schwärme von Tauben beobachten, jetzt ist nur noch ein Pärchen übrig geblieben. Seit geraumer Zeit fliegen hier sehr viele Elstern und Krähen rum. Als junges Mädchen hatte ich nichts übrig für Tauben, aber jetzt tun sie mir einfach leid.

  2. „Mit ihren Lautäußerungen markieren sie weder ihr Revier noch wollen sie Feinde verjagen.“

    Das ist falsch. Das Gurren dient sowohl als Balz- als auch Reviergesang, in leicht unterschiedlicher Variation. Wenn wir es wochenlang vom gleichen Ort, zumeist einer Baumkrone, hören, handelt es sich in aller Regel um Zweiteres.

  3. Gurren die nicht alle? Ist das nicht ihre einzige Laut-möglichkeit?
    Ich vermute sie gurren, ja sicher, wenn sie werben …
    wenn sie sich gute-Nacht-Geschichten erzählen oder wie der Tag gewesen ist …
    oder wenn sie noch Hunger haben – manchmal werden sie in der Nacht wach – vielleicht weil ihnen der Magen
    knurrt, sie Hunger haben. – Oder sie sehen, wie bei mir das Licht an geht und sagen mir: Ich bin auch wach.
    Sie gurren, wenn sie sich lieben, wenn sie sich zanken, wenn sie Artgleiche Futterkonkurrenten verjagen,
    wenn sie Hunger haben, Durst – wenn sie sich baden/waschen
    Am Liebsten wenn sie Futter/ihre heiß geliebten Körner serviert bekommen wollen,
    wenn ihnen was weh tut, wenn sie krank sind, sie einen Infekt haben usw.
    Was nicht heisst: Dass sie ständig gurren, schon gar nicht, wenn sie annehmen, dass sie nur stören.
    Alleine mit einem lahmen, verletzten Fuß oder Flügel tippeln sie weiter und sagen gar nichts.
    Es muss also auch was mit sich wohl/sicher fühlen zu tun haben – im Sinn von nicht alleine sein –
    Jemand/etwas ist da entweder andere Stadttaube oder Mensch.
    Sie können gurrend schimpfen, meist mit entsprechenden Flügelschlägen
    oder danke sagen. –
    Ein Täubchen sagt gar nichts: Das will nur seinen Meisenknödel-Schnuller – daran pickt es von sehr früh bis spät
    dann ist er leer. Ob da wirklich auch andere dran dürfen … vielleicht mal kurz.
    Sie sind sehr viel beruhigter, fliegen auch längere Zeit weg, wenn sie sich sicher sind, da ist was – wenn wir
    zurück kommen und vielleicht noch was haben sollten.
    Frisches Wasser steht ihnen immer zur Verfügung.

  4. Tauben können – ich bin mir nicht ganz sicher – Koloratur-Sopran? Alt vielleicht – Koloratur-Alt.
    Es klingt jedenfalls – vergnügt? freudig? Lustig? – Sonnenschein, Warm, Mittagszeit, 2 am selben Meisenknödel.

    Wieso kriegen Sie Frau K.Küntzel „einen dicken Hals“ wenn Sie das Gurren von Tauben hören?
    Ich kenne diesen Ausdruck/diese Sprache nicht wirklich: Genervt? Böse?

  5. Vielleicht singen sie doch Koloratursopran – die Täubchen
    Kennen Sie niemanden mit entsprechenden Geräten? Bandbreite, Oktaven, Frequenzen?
    Ich bin schon älter – ich höre die hohen Töne nicht mehr.

  6. Normalerweise kommt mit dem sich mit etwas beschäftigen, das Interesse und mit diesem die Liebe zu …
    Wenn man aber gar nicht will, sollte man es vielleicht lassen.
    Taubengegner gibt es schliesslich schon genug.

    Ich kannte die bis vor ein paar Wochen/Monaten überhaupt nicht … Hatte sie gesehen in der Uni, am Bhf, aber
    Dann zog ich hierher und sah sie. Ich liess sie und sie liessen mich in Ruhe.
    Der Meisenknödel hielt mindestens 8 Tage. 019/2020
    Bis 2 Tauben im März 2020 – Shutdown > leider setzte ich es nicht <damit in Verbindung …
    meine Nähe suchten, Schutz in meiner Wohnung wollten – zunächst in meiner Abwesenheit.
    Ich war zu perplex, dachte das ginge nicht. Bat sie wieder zu gehen.
    Sie gingen und liessen mich in Ruhe
    bis sie zu 12+ im Mai plötzlich deutlich Futter forderten, Hunger sagten.
    Ich kochte Reis, schnitt Tomaten klein mischte sie mit Haferflocken und ging einkaufen – Körner …
    Sie erhielten eine Schale mit frischem Wasser täglich, und in eine weitere Schale setzte ich Grünzeug an.
    Sie erhalten geraspelte Karotten und klein geschnittenes Grün, auch Kresse u.a.
    Dass in dieser Stadt ein kategorisches Tier-Fütterungsverbot herrscht – wusste ich nicht.
    Bis eine Nachbarin zu schreien anfing – ich selber auch erschrak als es mal 40 waren – wie im Film Hitchcock –
    und dann die Polizei vor der Türe stand. Ende Juli.
    Gar nicht Füttern. "Vogelbrot" (Körner) "ist Vogeltod" so Schilder an den Zugangswegen zu künstlichen Teichen.
    Enten, Gänse, Tauben sind ab und an wie weg … Wo sind 40+ Enten? (4) 60 Gänse? (12)
    Vor ein paar Tagen Samstag sah ich in der Innenstadt Fußgängerzone keine einzige Taube,
    Sonntag 2×2 Extrablatt-Cafe und Döner – um die Ecke noch mal 2 dahinter 4 und noch ne Seitenstraße 6.
    Das wars …
    Vielleicht möchten Sie in dieser "ehrenwerten" sauberen Stadt leben?

    Das geht nicht. Man kann die nicht ausrotten.
    In Stadtmitte sind die dezimiert von über 1000 2008 bis unter 100 vielleicht nur noch 50 oder so …
    Laut Internet kann selbst Fensterfütterung der Vermieter nicht verbieten. – (Sofern es nicht runter fällt (Ratten).
    Die Kommunen kann es nichts angehen.

  7. Wer einen „dicken Hals“ kriegt, wegen Menschen ihrer Art, was sie sagen etc. den halte ich ja schon
    für Verstandeslos.
    Aber wegen Tauben und ihrer Art? Lautäußerungen? Kommunizieren können sie auch noch mit Flügeln.
    Sie haben Lebensrechte!

    Mir sind Bayern Schwaben fremd, zu hart …
    Ich wohnte mal im Ostallgäu da gab es nur Krähen, Raben und Elstern. Totenvögel und Diebe.
    Der Kater war 3 Wochen verschwunden und ging nie wieder raus. Der fürchtete sich da genauso wie ich.
    Ich wuchs in Oberfranken auf mit Schwalben – Nachkriegsjahre bis in die 70er … sie nisteten immer bei uns.

  8. Den Täuberich sah ich voriges Jahr gar nicht. Er sieht ja auch sehr imposant aus.
    „Gurrt der Täuberich – schweigen die Tauben-Frauen“! er kann wohl auch aggressiv sein.
    Aber er beschützt sie auch. Er passt sehr genau auf sie und die Umgebung auf, wenn sie den Kopf in einer
    tiefen Rille hat um Wasser zu trinken.
    Sie können „Guguruguguuu!“ Es geht noch weiter, so etwas muss man immer gleich aufzeichnen.
    Diese kleine Melodie der „weißen Taube“ „La Paloma“ wurde ein Erfolgsschlager vor 80 Jahren und seitdem
    und schon 80 Jahre davor in Mexico.
    Ich hätte gern ihr ganzes Lautsprektrum.
    Menschen halten Reden – und und und
    und sind zu Hause ganz anders. Da können sie weinen oder lachen.
    Gibt ihr Baby früh nur einen Laut verstehen sie es.
    Reagieren Eltern sofort, haben sie keine „Schreikinder!“
    Genau so ist es mit den Tauben, wenn sie ein Zuhause haben – und sei es auf der Fensterbank.
    Oder: Auf der Fensterbank, ein paar Meter höher u. entfernt.
    Es kommt doch darauf an, was sie sagen:
    Da gibt es ein von höheren Tönen zu tieferen guuguuguu
    Da gibt es das leise, hohe gugu gugu gugu das ist verdächtig nah dem Weinen
    und ein tieferes gur gur gur gur gur – aber es ist noch nicht schlimm bedrohlich, es geht noch


    „Der Ton macht die Musik“ man muss nur zuhören.
    „Die Athleten der Lüfte“ (Dr. Ludger Kamphausen, Essen, Taubenklinik)
    haben ein breites Spektrum mit dem sie sich verständigen.
    Sie können 20 Jahre alt werden. Einer schrieb sogar „38 Jahre“.
    „Hochzeitstauben“ Leider wissen die Leute weder was eine Ehe noch was 2 Tauben sind
    Ideale Menschenbegleiter. Man kann mit ihnen spazieren gehen. Sie kommen vor mir runter, tippeln ein Stück mit, bleiben zurück, fliegen hoch, und kommen an anderer Stelle wieder runter.
    Sie erklärten mir, dass sie dachten, Körner würde ich bei den arabischen, türkischen, iranischen .. Gemüsehändlern kaufen. – Leider nicht. Sie verkaufen nur gesalzene Sonnenblumenkerne.
    Zu Hause sind sie vor mir.
    Da begrüßen sie mich freudig, sind ganz aufgeregt, jetzt gibt es was zu essen und sie werden beobachtet, ob mit ihnen alles in Ordnung ist. – Unter normalen Umständen.
    Nicht wenn Wahnsinnige, Schießwütige, Schreihälse in der Nähe sind, im Haus wohnen und zu Hause sind.
    Da sind sie still. Kommen gar nicht. Halten sich zurück, entfernt.

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