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Wofür Flügel sonst noch gut sind

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Foto: pixabay.com

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Die Flügel eines Vogels sind natürlich zum Fliegen gut, das ist jetzt erstmal nichts Neues. Doch ein Kommentar unter unserem Blog-Beitrag über den Flug der Eulen neulich, hat mich nachdenklich gemacht. Wofür sind Flügel noch gut, lautete die Frage sinngemäß. Oder besser: Gibt es noch andere besondere Flügel? Ein paar Funktionen sind mir gleich eingefallen, über ein paar weitere bin ich bei der Recherche gestolpert. Heute geht es also um die Frage: Welche Vögel, außer Eulen, haben sonst noch besondere Flügel?

 

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Der Strauß

Männliche Strauße können mit ihren kleinen Flügeln nicht abheben. Sie sind einfach zu schwer. (Die Weibchen sind natürlich auch zu schwer, aber um die geht es ja gerade nicht.) Trotzdem haben die Flügel eine ungemein wichtige Funktion: sie sind Tanzhilfen. Ja wirklich: Wenn der Straußenhahn eine Henne beeindrucken will, beginnt er einen spektakulären Balztanz, bei dem er hin und her läuft und die Flügel schwingt. Er hebt dann zwar nicht ab, sieht aber super aus. Ein bisschen wie beim balzenden Angeber-Pfau, nur nicht so bunt.

Der afrikanische Schreiseeadler

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Zum Glück machen uns die Adler vor wie es geht. Ohne sie hätten wir Menschen vermutlich nie kapiert, wie man anständige Flugzeuge baut. Guckt beim nächsten Ferienflieger mal auf die Enden der Tragflächen: da sind so kleine Dinger dran, die vom Flügel nach oben abstehen. Diese kleinen Vorsprünge heißen Winglets und lassen das Flugzeug stabiler in der Luft liegen. Außerdem senken sie bei bestimmten Manövern den Widerstand und damit den Treibstoffverbrauch. Und jetzt guckt euch mal die Flügelspitzen des Adlers mit seinen langen Feder-„Fingern“ an. Ratet mal, wo sich die Flugzeugbauer die Winglets abgeguckt haben.

Der Kolibri

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Fliegen im Rückwärtsgang – das kann kaum ein Vogel. Für den Kolibri ist es aber ganz leicht. Er schlägt pro Sekunde um die 40 Mal mit den Flügeln. (So schnell!) Die Knochen im Kolibri-Flügel haben extrem bewegliche Gelenke. Die Flügel können so seltsame Flugbewegungen machen, dass die Luft nach vorne gedrückt wird. Der Vogel fliegt dann automatisch rückwärts. Den Vorwärtsgang legt er ein, wenn er näher an eine nektargefüllte Blüte heran will. Er kann aber seine Flügel auch so stellen, dass die Flugrichtung nach rechts oder links umgelenkt wird. Diesen Schwirrflug, bei dem die Flügelspitzen sich in Form einer liegenden Acht bewegen, beherrschen sonst nur wenige Vogelarten. Irre, so ein Kolibri!

 

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Johanna Prinz

Jahrgang 1978, ist promovierte Diplom-Biologin. Sie war früher Affenforscherin im Zoo, leitete den Bildungsbereich in einem großen Naturkundemuseum und danach ein Nationalpark-Haus am Wattenmeer. Heute arbeitet sie, von ihrer Wahlheimat Lübeck aus, im Bereich „Naturvermittlung“ – vor allem als Museumsberaterin oder Autorin für Kindersachbücher. Manchmal hebt sie Regenwürmer von der Straße auf. Mehr Infos unter: www.naturvermittlung.de

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Autor: Johanna Prinz

Jahrgang 1978, ist promovierte Diplom-Biologin. Sie war früher Affenforscherin im Zoo, leitete den Bildungsbereich in einem großen Naturkundemuseum und danach ein Nationalpark-Haus am Wattenmeer. Heute arbeitet sie, von ihrer Wahlheimat Lübeck aus, im Bereich „Naturvermittlung“ – vor allem als Museumsberaterin oder Autorin für Kindersachbücher. Manchmal hebt sie Regenwürmer von der Straße auf. Mehr Infos unter: www.naturvermittlung.de

Ein Kommentar

  1. Danke! Das mit dem Kolibri finde ich sehr faszinierend!

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