Hallimasch & Mollymauk

Natur und so

Miniskorpion? Schwarzer Moderkäfer!

| 9 Kommentare

Foto: H. Janz

Foto: H. Janz

Neulich waren wir im Wald spazieren. Unser Ziel war ein Waldstück, in dem viele Buchen stehen. Dort suchten wir zwischen den braunen Blättern mit scharfem Blick ebenso braune Bucheckern. Gefunden haben wir dabei etwas ganz anderes.

Wie heißt du denn?

Auf dem Boden krabbelte ein fingergliedlanger schwarzer Käfer, der sich erstaunlich flink fortbewegte, äußerst wendig war und seinen Hinterleib wie ein Skorpion anheben konnte. So einen hatte ich noch nie gesehen. Nicht weit von ihm fanden sich weitere Exemplare der Krabbler. Wir schossen ein paar Fotos und widmeten uns wieder den Bucheckern. Zu Hause wollte ich den Käfer anhand eines Buches bestimmen, musste aber feststellen, dass sich in unserem Haushalt mit zig-hundert Büchern keines über Insekten fand. Schande! Das Internet half mir schließlich auf die Sprünge.

Klein und gefährlich

Foto: H. Janz

Foto: H. Janz

Was wir gefunden hatten, war ein schwarzer Moderkäfer (Ocypus olens). Die Tierchen werden etwa drei Zentimeter groß, sind mattschwarz gepanzert und behaart und haben kräftige Kieferzangen. Damit können sie auch einen Menschen schmerzhaft beissen. Sollte euch ein Moderkäfer drohen, indem er sein Hinterteil wie ein Skorpion in die Höhe reckt, ist es deshalb schlauer, Abstand zu wahren. Denn neben den Zangen verfügt der Käfer über Drüsen, aus denen er ein stinkendes, reizendes Sekret auf seine Feinde spritzt. Die weißen Drüsen sitzen am Hinterleib und sind mit bloßem Auge zu erkennen.

Lebensweise

Der schwarze Moderkäfer gehört zur Familie der Kurzflügler. Er bevorzugt feuchte Wälder und Auen, ist aber auch in Gärten und Parks zu finden. Er ist überwiegend im Dunkeln unterwegs und ernährt sich räuberisch von Regenwürmern, Schnecken und Aas. Hat er Beute gemacht, zerkleinert er sie mit den Kiefern und dreht aus den Stückchen mithilfe der Vorderbeine eine weiche Kugel. Sie wird mehrmals gekaut, bis sich die festen Beutestückchen in einen flüssigen Brei verwandelt haben, der geschluckt wird. Die Larven ernähren sich ähnlich wie die erwachsenen Tiere.

Autorin: Karolin Küntzel

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Karolin Küntzel

Jahrgang 1963, ist freiberufliche Autorin, Dozentin und Kommunikationstrainerin. Sie studierte Germanistik, Geschichte und Weiterbildungsmanagement in Berlin und war lange Zeit in der freien Wirtschaft tätig. Seit 2006 ist sie selbstständig, unterrichtet und schreibt Sachbücher für Kinder und Erwachsene. Ihre Wissbegier hat sie quasi zum Beruf gemacht. Sie lebte mehrere Jahre alleine in einem Haus im Wald, mehrere Wochen mit einer kleinen Crew auf einem Schiff auf dem Atlantik und bezeichnet sich selbst als überzeugte Rausgängerin. Sie sieht gerne unter Steinen nach. Mehr Infos unter: www.karibuch.de

Autor: Karolin Küntzel

Jahrgang 1963, ist freiberufliche Autorin, Dozentin und Kommunikationstrainerin. Sie studierte Germanistik, Geschichte und Weiterbildungsmanagement in Berlin und war lange Zeit in der freien Wirtschaft tätig. Seit 2006 ist sie selbstständig, unterrichtet und schreibt Sachbücher für Kinder und Erwachsene. Ihre Wissbegier hat sie quasi zum Beruf gemacht. Sie lebte mehrere Jahre alleine in einem Haus im Wald, mehrere Wochen mit einer kleinen Crew auf einem Schiff auf dem Atlantik und bezeichnet sich selbst als überzeugte Rausgängerin. Sie sieht gerne unter Steinen nach. Mehr Infos unter: www.karibuch.de

9 Kommentare

  1. Diesen Käfer habe ich in Langenthal auch schon gesichtet.

    • Ja, sie sind recht häufig. Allerdings entdeckt man sie erst, wenn man mal den Blick gezielt zu Boden richtet. Und meistens tut man genau das nicht.

  2. Heute lese ich in der Geislinger Zeitung vom 8.10.2016: von einem Leserfund: ‘ … kam ihr ein etwa 5 cm großes Tier entgegen – “wuselig mit roten Augen, flachem Körper und den Schwanz bedrohlich nach oben gestreckt”…’ Das abgedruckte technisch schlechte Handy-Foto passt leidlich auf den Moderkäfer.
    Meine Frage: Wem sind bei Ocypus olens schon mal rote Augen aufgefallen (vielleicht nur bei besonderem Lichteinfall) ?

    • Rote Augen sind mir nicht aufgefallen, allerdings war es bei unserer Begegnung mit ihm auch schon sehr dämmerig. Konnte auch in anderen Quellen nichts zur Augenfarbe finden.

  3. Habe heute morgen einen am Rigi Südhang gesehen.

  4. Den kleinen “Skorpion” habe ich heute in meinem Garten bei Helmstedt ausgebuddelt, als ich Thymianableger ausgraben wollte. Er war auch nicht allein, noch zwei andere, aber die suchten das Weite. Der erste war sehr wehrhaft , hob sofort sein Hinterteil und blieb standhaft auf seinem Platz. Ich habe solche Käferart noch nie gesehen.

  5. Habe soeben in unserer Waschküche so einen Moderkäfer
    entdeckt.

  6. Ich habe seit 1 Woche 4 dieser Käfer im Haus gehabt. Wo kommen die her und was kann ich dagegen tun. Habe eine 1 jährige Tochter und habe Angst Fass da etwas passiert.!!

    • Hallo, ich würde die Käfer einfangen und nach draußen in den Garten, Park oder Wald bringen. Dort fühlen sie sich mit Sicherheit viel wohler als bei euch in der Wohnung. Wahrscheinlich sind sie über ein Kellerfenster oder mit mitgebrachtem Laub o.ä. zu euch gekommen. Sorgen um deine Tochter brauchst du dir sicher nicht zu machen, denn die Käfer sind vor allem abends unterwegs, mögen es lieber dunkel und versteckt und feucht und halten sich somit an Orten auf, an denen deine Tochter vermutlich eher nicht ist.

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