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Sedum: unverwüstlich auf dem Balkon

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Foto: pixabay.com

„Was ist denn das da?“, frage ich, weil ich nur einen grünen Daumen für Tomaten habe – und auch den nur aus Versehen. Ich stehe vor dem Blumenladen und zeige auf einen Topf mit grünen Blättern und winzigen rosa Blüten. „Das ist eine Sedum-Art“, sagt die Verkäuferin. „Die können ziemlich viel ab.“ Pflanzen, die ziemlich viel abkönnen, sind genau meins, denke ich, aber sicher ist sicher. „Dürfen die in der Sonne stehen?“, frage ich. Und dann sagt die Blumenfrau die magische Formel, bei der ich automatisch zum Geldbeutel greife: „Sonne? Und wie! Am besten gießen sie die gar nicht richtig.“ Gekauft! Zu Hause lese ich erstmal nach, was ich mir da eigentlich angeschafft habe.

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Pflanzen der Gattung Sedum gehören zu den Dickblattgewächsen. Wir kennen sie unter dem Namen „Fetthenne“ oder „Mauerpfeffer“. Sie haben eher dickfleischige Blätter und sind offenbar ziemlich genügsam. Eine Pflanze, die viel Sonne verträgt und es nicht übelnimmt, wenn man sie nicht täglich gießt? Da könnten sich die Tomaten mal eine Scheibe von abschneiden.

Meine neue Sedum-Pflanze sieht aber nicht nur schön aus, sondern hat auch noch einen ökologischen Nutzen. Sie lockt nämlich Bienen und Schmetterlinge an – eine gute Sache, so mitten in der Stadt. Unter den Linden nebenan habe ich nämlich im Sommer ein paar tote Hummeln entdeckt. Ein Zeichen, dass wir mehr Blütenoasen brauchen fand ich.

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Schmetterlinge, die sich auf die Winterruhe vorbereiten und Bienen, die noch schnell ein bisschen Nektar in den Stock tragen wollen, profitieren ganz sicher von meiner neuen Balkonbegrünung. Und das beste? Die Pflanzen sind ziemlich winterhart – „unverwüstlich“, sagt das Internet. Ich bin also schon sehr gespannt, wie lange meine rosa Sedum-Art im Herbst die Insekten versorgt. Ich werde sie über den Winter draußen lassen und die Daumen drücken. Wenn sie wirklich so hart im Nehmen ist, könnte es sein, dass ich im nächsten Jahr mehr davon kaufe. Könnte sein, dass die Tomaten dann zur Seite rutschen müssen…

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Johanna Prinz

Jahrgang 1978, ist promovierte Diplom-Biologin. Sie war früher Affenforscherin im Zoo, leitete den Bildungsbereich in einem großen Naturkundemuseum und danach ein Nationalpark-Haus am Wattenmeer. Heute arbeitet sie, von ihrer Wahlheimat Lübeck aus, im Bereich „Naturvermittlung“ – vor allem als Museumsberaterin oder Autorin für Kindersachbücher. Manchmal hebt sie Regenwürmer von der Straße auf. Mehr Infos unter: www.naturvermittlung.de

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Autor: Johanna Prinz

Jahrgang 1978, ist promovierte Diplom-Biologin. Sie war früher Affenforscherin im Zoo, leitete den Bildungsbereich in einem großen Naturkundemuseum und danach ein Nationalpark-Haus am Wattenmeer. Heute arbeitet sie, von ihrer Wahlheimat Lübeck aus, im Bereich „Naturvermittlung“ – vor allem als Museumsberaterin oder Autorin für Kindersachbücher. Manchmal hebt sie Regenwürmer von der Straße auf. Mehr Infos unter: www.naturvermittlung.de

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