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Natur und so

Das Wespennest in der Decke

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Foto: pixabay.com

Es soll ja immer weniger Insekten geben. Ich persönlich kann das momentan nicht bestätigen, denn um uns rum summt und brummt es derzeit unaufhörlich. Das liegt nicht nur an unseren naturnahen Gärten, in denen die Bienen und Hummeln reichlich Pollen und Nektar finden, sondern vor allem an den Wespen, die es sich in der Decke zwischen Balkon und Essplatz gemütlich gemacht haben. Wusstet ihr, dass sich ein Wespenvolk direkt über dem Kopf manchmal anhört wie eine Katze, die laut schnurrt? Echt wahr!

Ein Nest wie eine Flunder?

Normalerweise sind Wespennester eher rund. Zu Beginn sehen sie aus wie ein kleiner grauer Golfball und dann wachsen sie mitunter bis auf Basketballgröße heran. Üblicherweise hängen diese papierartigen Bauten von der Decke oder einem Balken – auf jeden Fall aber von oben nach unten.

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Bei uns ist das anders. Wie anders kann ich noch gar nicht sagen, denn die Zwischendecke ist nicht einsehbar. Viel Platz ist dort nicht – schon gar nicht für ein hängendes Nest. Deshalb bauen die schlauen Wespen in der Horizontalen. Wir hören ihnen dabei zu und erkennen ihre Baufortschritte am Geräusch.

Inzwischen hat das Nest, das platt wie eine Flunder sein muss, über die Hälfte der Decke eingenommen und es wächst weiter. Dafür fressen sich die Insekten durch die Dämmung. Um das Einflugloch liegen bereits eine Menge Styroporkügelchen und auch im Essbereich rieselt es munter vor sich hin. Immer öfter kommt es auch vor, dass sich die Wespen über unseren Köpfen „verlaufen“. Dann stürzen sie aus den Ritzen und Löchern, die sie in die Decke geknabbert haben hinunter in die Essecke und sind sehr verwirrt. Und das Schnurren? Das entsteht, wenn sie ihr Nest belüften. Dann schlagen haufenweise Wespen gleichzeitig mit ihren Flügeln und das klingt wie eine zufriedene Katze. Sachen gibt’s!

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Noch nimmt die Flugtätigkeit vor dem Eingang zu. Ich schätze deshalb mal, dass auch das Volk noch wächst. Wir merken es auch daran, dass wir täglich mehr Wespen in der Küche haben – obwohl wir ständig die Schlupflöcher mit superstabilem Klebeband verschließen. Die Tierchen knabbern einfach neue und würden von dort aus wahrscheinlich liebend gerne hängend bauen. Nicht solange wir das verhindern können! Wie gut, dass wir dieses Jahr sowieso nicht in den Sommerurlaub fahren wollten. Anderenfalls hätten wir bei unserer Rückkehr vermutlich ein Riesennest in der Küche hängen.

Ich freue mich jedenfalls jetzt schon auf den Herbst. Wenn die Wespen ausgezogen sind, mache ich die Decke auf und schaue mir das „Flunder-Wunder-Wespen-Ding“ mal an.

Autorin: Karolin Küntzel

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Karolin Küntzel

Jahrgang 1963, ist freiberufliche Autorin, Dozentin und Kommunikationstrainerin. Sie studierte Germanistik, Geschichte und Weiterbildungsmanagement in Berlin und war lange Zeit in der freien Wirtschaft tätig. Seit 2006 ist sie selbstständig, unterrichtet und schreibt Sachbücher für Kinder und Erwachsene. Ihre Wissbegier hat sie quasi zum Beruf gemacht. Sie lebte mehrere Jahre alleine in einem Haus im Wald, mehrere Wochen mit einer kleinen Crew auf einem Schiff auf dem Atlantik und bezeichnet sich selbst als überzeugte Rausgängerin. Sie sieht gerne unter Steinen nach. Mehr Infos unter: www.karibuch.de

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Jahrgang 1963, ist freiberufliche Autorin, Dozentin und Kommunikationstrainerin. Sie studierte Germanistik, Geschichte und Weiterbildungsmanagement in Berlin und war lange Zeit in der freien Wirtschaft tätig. Seit 2006 ist sie selbstständig, unterrichtet und schreibt Sachbücher für Kinder und Erwachsene. Ihre Wissbegier hat sie quasi zum Beruf gemacht. Sie lebte mehrere Jahre alleine in einem Haus im Wald, mehrere Wochen mit einer kleinen Crew auf einem Schiff auf dem Atlantik und bezeichnet sich selbst als überzeugte Rausgängerin. Sie sieht gerne unter Steinen nach. Mehr Infos unter: www.karibuch.de

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