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Der Nautilus – Füße am Kopf

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Foto: pixabay.com

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Die Kopffüßer sind eine zoologische Tiergruppe, die es schon seit Millionen von Jahren auf der Erde gibt. Und tatsächlich haben die Kopffüßer ihre Füße am Kopf. Oder zumindest in der Nähe. Wir gucken uns heute mal ein besonders hübsches Exemplar der Kopffüßer an: den Nautilus, bei dem Tentakel und Auge direkt nebeneinander sitzen. Seine Schale hat rotbraune Streifen und ist wirklich besonders hübsch. Ich habe sie schon häufig in umweltpädagogischen Veranstaltungen benutzt und beinahe immer stellt jemand die Frage: „Gibt es das Tier wirklich?“ Ja. Gibt es.

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Der Nautilus gehört zu den so genannten Perlbooten und ist mit den urzeitlichen Ammoniten verwandt. Die sind zwar ausgestorben, aber Forschungsteams wissen trotzdem eine Menge über diese Tiere. Nicht zuletzt deshalb, weil sich der Nautilus in seiner langen Zeit auf der Erde nur wenig verändert hat. Von den Ammoniten findet man heute noch sehr schöne Versteinerungen, an denen man sehen kann, dass das Tier eine spiralige Schale hatte – genau wie der Nautilus. Und genau wie beim Nautilus saßen bei den Ammoniten die Arme am Kopf.

 

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Die Schale des Nautilus ist zu einem großen Teil hohl und bildet verschieden große Kammern. Das sieht man, wenn man eine leere Schale aufschneidet. (Bei den Ammoniten sieht man es, wenn man eine Versteinerung durchsägt.) Zwischen den Kammern sitzen dünne Wände, durch die ein dünner Sipho, ein Schlauch also führt. Der sorgt dafür, dass Luft in die Kammern strömen kann. Und wieder heraus natürlich. Durch das rein und raus des Gases in den Kammern kann der Nautilus seinen Auftrieb beeinflussen. Das hilft ihm beim Schwimmen – wobei „schwimmen“ relativ ist. Der Nautilus ist wirklich langsam. Kein Wunder, bei der sperrigen Schale.

 

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Er schwimmt mit Hilfe des Rückstoßprinzips, indem er Wasser ausstößt und sich daran sozusagen abstützt. Die Tentakel in der Nähe des Auges sind klebrig und fangen Beutetiere wie Krebse oder kleine Fische. Und wenn es ihm unheimlich wird, zieht der Nautilus sich in seine Schale zurück und macht oben die Haube zu.

Wer ihn mal in echt sehen will, muss nicht bis zum Pazifik fahren. Auch in einigen Aquarien kann man Perlboote sehen. Sagt mal Bescheid, wenn ihr einen entdeckt habt!

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Johanna Prinz

Jahrgang 1978, ist promovierte Diplom-Biologin. Sie war früher Affenforscherin im Zoo, leitete den Bildungsbereich in einem großen Naturkundemuseum und danach ein Nationalpark-Haus am Wattenmeer. Heute arbeitet sie, von ihrer Wahlheimat Lübeck aus, im Bereich „Naturvermittlung“ – vor allem als Museumsberaterin oder Autorin für Kindersachbücher. Manchmal hebt sie Regenwürmer von der Straße auf. Mehr Infos unter: www.naturvermittlung.de

Autor: Johanna Prinz

Jahrgang 1978, ist promovierte Diplom-Biologin. Sie war früher Affenforscherin im Zoo, leitete den Bildungsbereich in einem großen Naturkundemuseum und danach ein Nationalpark-Haus am Wattenmeer. Heute arbeitet sie, von ihrer Wahlheimat Lübeck aus, im Bereich „Naturvermittlung“ – vor allem als Museumsberaterin oder Autorin für Kindersachbücher. Manchmal hebt sie Regenwürmer von der Straße auf. Mehr Infos unter: www.naturvermittlung.de

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