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Kann eine Schnecke ihr Haus reparieren?

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Foto: pixabay.com

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Ach ja, es gibt sie, die Menschen, die so verrückt sind wie ich. Die sich auf der Straße runterbücken, um irgendwelche kleinen Viecher aufzuheben. Als es neulich so geregnet hat, musste ich dreimal Pause machen und einen Regenwurm retten. Und meine Kollegin scheint genauso zu ticken: sie hat letzte Woche eine Schnecke von der Straße aufgehoben und in den Garten unseres Büros gesetzt. Dabei hat sie bemerkt, dass das Schneckenhaus kaputt war. Nicht doll, aber sichtbar. Das sollten wir mal mit in den Blog nehmen meint sie: Die Frage, ob eine Schnecke ihr Haus reparieren kann. Man könnte die Frage auch anders stellen, nämlich so:

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Kann eine Schnecke ohne ihr Haus überleben?

Zugegeben, hier geht es um zwei verschiedene Dinge. Karolin hat ja schon mal darüber berichtet, wie Schnecken zu ihrem Haus kommen. Und seitdem wissen wir alle: nein, eine Schnecke kann ohne ihr Haus nicht überleben – es sei denn, sie ist eine Nacktschnecke. Gehäuseschnecken brauchen ihr Haus. Es schützt sie zum Beispiel vor Igeln (die die hauslosen Nacktschnecken nicht fressen, weil die so schleimig sind) oder aber vor dem Austrocknen. Aber wie ist es mit dem Reparieren. Also: wenn das Haus nicht völlig kaputt ist, sondern nur ein bisschen?

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Das geht! Die Schnecke nimmt einfach mit der Nahrung nochmal ordentlich Kalk auf und repariert ihr Haus von innen. Dazu bildet sie aus speziellen Drüsen eine weiche Kalkmasse, die sich von innen an die Löcher anlagert und dann hart wird. So können Schnecken Löcher und Risse in ihrem Haus wieder zuspachteln. Heikel wird es, wenn das Haus sehr stark beschädigt oder gar verformt ist. Dann kann es sein, dass die Schnecke stirbt. Doch häufig ist da noch so Einiges möglich. Wenn ihr mal eine etwas angeschlagene Schnecke findet: macht es wie die Kollegin und sucht ihr ein ruhiges Plätzchen. Mit ein bisschen Glück ist das kaputte Haus dann schon bald Geschichte.

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Johanna Prinz

Jahrgang 1978, ist promovierte Diplom-Biologin. Sie war früher Affenforscherin im Zoo, leitete den Bildungsbereich in einem großen Naturkundemuseum und danach ein Nationalpark-Haus am Wattenmeer. Heute arbeitet sie, von ihrer Wahlheimat Lübeck aus, im Bereich „Naturvermittlung“ – vor allem als Museumsberaterin oder Autorin für Kindersachbücher. Manchmal hebt sie Regenwürmer von der Straße auf. Mehr Infos unter: www.naturvermittlung.de

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Autor: Johanna Prinz

Jahrgang 1978, ist promovierte Diplom-Biologin. Sie war früher Affenforscherin im Zoo, leitete den Bildungsbereich in einem großen Naturkundemuseum und danach ein Nationalpark-Haus am Wattenmeer. Heute arbeitet sie, von ihrer Wahlheimat Lübeck aus, im Bereich „Naturvermittlung“ – vor allem als Museumsberaterin oder Autorin für Kindersachbücher. Manchmal hebt sie Regenwürmer von der Straße auf. Mehr Infos unter: www.naturvermittlung.de

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