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Luchse im Harz

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Foto: pixabay.com

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Sonntagmorgens fängt es an zu schneien. Wenn die Kollegin und ich nicht diesen Termin hätten, würden wir auf jeden Fall drinnen bleiben. Stattdessen pflügen wir gemeinsam durch den frischen Schnee. Damit wir nicht allzu sehr darüber nachdenken können, dass wir gleich auch noch was Sportliches vorhaben, erzählen wir uns gegenseitig was. Die Kollegin berichtet von einer Bekannten. „Die sind in den Harz gefahren“, sagt sie. Und ich denke: im Harz liegt ja auch immer mal viel Schnee. Kennt man doch: diese Fotos vom verschneiten Wald und den Luchsen im Schnee. Ist dieses Bild „Schnee – Harz – Luchse“ berechtigt? Ja!

 

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Tatsächlich habe ich Recht mit meinem Gedanken: im Harz gibt es tasächlich Luchse. Doch von vorn: der Harz ist ein Nationalpark – genau wie das Wattenmeer. Einen höheren rechtlichen Schutz von Naturgebieten gibt es in Deutschland nicht. Ein Nationalpark-Gebiet ist also ganz besonders schützenswert – so sehr, dass dafür größtmögliche Rechtsmittel aufgeboten werden.

Und im Nationalpark Harz hat sich auch der Luchs wiederangesiedelt, die größte Katzenart, die in Europa wild lebt. Vor etwa 200 Jahren war er in unseren Breiten ausgerottet und es brauchte ein geeignetes Gebiet und ein wenig Hilfe, bis er sich in die Wildnis zurückkämpfen konnte. Ein Wiederansiedelungsprojekt im Harz, das „Luchsprojekt Harz„, sorgt dafür, dass sich der Luchs in einer Gegend etablieren kann, in der er früher schon lebte.

 

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Vielleicht habt ihr ja schon mal einen Luchs gesehen: ihr erkennt ihn an den Pinselohren, dem langen Fell an den Seiten des Gesichts und dem „halben“ Katzenschwanz. Wenn euch im Harzer Wald ungewöhnlich große Katzentatzen-Spuren begegnen, oder ihr über ein totes Tier mit eher kleinen (ca. 3 cm Zahnabstand) Biss-Spuren an der Kehle stolpert, habt ihr vermutlich Luchsspuren gefunden.

Und falls ihr mal einen Luchs persönlich seht: Gratulation! Eines Tages mache ich sicher auch nochmal eine Tour durch den Harz. Meinetwegen auch im Schnee. Vielleicht sehe ich dann einen Luchs in freier Wildbahn. Oder ich gehe einfach zum  Luchsgehege.

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Johanna Prinz

Jahrgang 1978, ist promovierte Diplom-Biologin. Sie war früher Affenforscherin im Zoo, leitete den Bildungsbereich in einem großen Naturkundemuseum und danach ein Nationalpark-Haus am Wattenmeer. Heute arbeitet sie, von ihrer Wahlheimat Lübeck aus, im Bereich „Naturvermittlung“ – vor allem als Museumsberaterin oder Autorin für Kindersachbücher. Manchmal hebt sie Regenwürmer von der Straße auf. Mehr Infos unter: www.naturvermittlung.de

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Autor: Johanna Prinz

Jahrgang 1978, ist promovierte Diplom-Biologin. Sie war früher Affenforscherin im Zoo, leitete den Bildungsbereich in einem großen Naturkundemuseum und danach ein Nationalpark-Haus am Wattenmeer. Heute arbeitet sie, von ihrer Wahlheimat Lübeck aus, im Bereich „Naturvermittlung“ – vor allem als Museumsberaterin oder Autorin für Kindersachbücher. Manchmal hebt sie Regenwürmer von der Straße auf. Mehr Infos unter: www.naturvermittlung.de

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