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Natur und so

Raubt mir die Pflanze nachts den Sauerstoff?

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Foto: pixabay.com

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Eine ernste Sorge erreichte mich letzte Woche, als jemand wissen wollte: Raubt mir eigentlich meine Zimmerpflanze nachts den Sauerstoff? Wenn man immer hört, wie wichtig der Nachtschlaf ist, ist diese Sorge natürlich total berechtigt. Wer will schon morgens völlig schlapp aufwachen, nur weil die hübsche Orchidee den ganzen Sauerstoff weggeatmet hat? Pflanzen sind ja auch Lebewesen, doch rauben sie uns deshalb nachts den Sauerstoff? Kurz gesagt: ja.

 

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Aber keine Sorge. Wenn ihr nicht gerade in einem Gewächshaus schlaft, wird euch das kaum auffallen. Bei den Pflanzen ist es nämlich so: Während sie Photosynthese betreiben, wandeln sie Sonnenlicht in Energie für ihre Zellen um. Dabei nehmen sie Kohlendioxid aus der Luft auf und geben Sauerstoff ab. Was also für die Pflanze ein Abfallprodukt des Stoffwechsels ist, ist für uns „frische Luft“. Doch auch die Pflanze braucht frische Luft. Sie atmet Sauerstoff ein und gibt Kohlendioxid ab – nur eben in viel geringerem Ausmaß als umgekehrt. Die Produktion von Sauerstoff ist deutlich größer als der Verbrauch.

 

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Doch wie ist das nachts? Da gibt es ja kein Sonnenlicht und die Pflanze kann keine Photosynthese betreiben. Keine Photosynthese bedeutet: keine Sauerstoff-Produktion. Und in der Tat stellt die Pflanze (nicht nur im Schlafzimmer) in der Nacht die Photosynthese ein. Sauerstoff verbraucht sie aber trotzdem noch, man könnte also sagen, dass die Pflanze uns den Sauerstoff weg atmet.

Zum Glück benötigen unsere Zimmerpflanzen nachts so wenig Sauerstoff, dass uns das im Schlafzimmer gar nicht auffällt. Wie gesagt: in einem engen Gewächshaus ohne Fenster – da könnte man vielleicht etwas bemerken, aber auch nur wenn man irgendwie empfindlich ist. Und selbst dann würde sich das nicht mit Sauerstoffmangel äußern, sondern vermutlich eher in einem „irgendwie unruhigen Schlaf“ oder so.

Also: Keine Sorge wegen der Pflanzen im Schlafzimmer. Die atmen euch zwar den Sauerstoff weg, lassen aber noch genug übrig, damit ihr am Morgen gut erholt aufwacht. Und dass der Anblick von Pflanzen kreativ und zufrieden macht, das wissen wir ja schon aus dem Büro. Welche Pflanzen habt ihr denn so im Schlafzimmer?

 

 

 

 

 

 

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Johanna Prinz

Jahrgang 1978, ist promovierte Diplom-Biologin. Sie war früher Affenforscherin im Zoo, leitete den Bildungsbereich in einem großen Naturkundemuseum und danach ein Nationalpark-Haus am Wattenmeer. Heute arbeitet sie, von ihrer Wahlheimat Lübeck aus, im Bereich „Naturvermittlung“ – vor allem als Museumsberaterin oder Autorin für Kindersachbücher. Manchmal hebt sie Regenwürmer von der Straße auf. Mehr Infos unter: www.naturvermittlung.de

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Autor: Johanna Prinz

Jahrgang 1978, ist promovierte Diplom-Biologin. Sie war früher Affenforscherin im Zoo, leitete den Bildungsbereich in einem großen Naturkundemuseum und danach ein Nationalpark-Haus am Wattenmeer. Heute arbeitet sie, von ihrer Wahlheimat Lübeck aus, im Bereich „Naturvermittlung“ – vor allem als Museumsberaterin oder Autorin für Kindersachbücher. Manchmal hebt sie Regenwürmer von der Straße auf. Mehr Infos unter: www.naturvermittlung.de

2 Kommentare

  1. Hallo,

    diese Frage ist mir auch bereits öfter über den Weg gelaufen und ich konnte es nicht glauben, dass Pflanzen Nachts Sauerstoff verbrauchen und man deshalb keine Pflanzen im Schlafzimmer haben sollte.

    Vielen Dank für die Aufklärung.

    • Ach doch, das geht schon. Die Pflanze verbraucht zwar Sauerstoff, aber nicht so viel, dass wir es merken. Und so eine hübsche Topfpflanze im Schlafzimmer kann ja auch ganz nett sein…

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