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Natur und so

Was, wenn Schokolade einen weißen Belag hat?

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Foto: pixabay.com

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Wochenende. Wir haben Besuch und stellen die Schokolade auf den Tisch. Doch was ist das? Die Schokolade hat einen weißen Belag, der für uns Gastgeber etwas peinlich ist. Die Gäste zucken aber mit keiner Wimper und essen die Schokolade trotzdem. Was ist passiert mit unserer Schokolade? Ist das Natur? Ein Blog-Thema gar? Ich hab’s mal recherchiert.

Fettreif

Der weiße Belag auf unserer Schokolade heißt Fettreif. Er sieht zwar nicht schön aus, ist aber absolut harmlos. Vermutlich wurde die Packung irgendwo zu warm gelagert, bevor wir sie gekauft haben. Es könnte auch sein, dass die Temperaturschwankungen beim Transport zum Geschäft zu groß waren.

Foto: J. Prinz

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Vor allem bei zu großer Hitze kann es passieren, dass das Lecithin in der Schokolade zerstört wird und nicht mehr als Emulgator funktioniert. Das führt dazu, dass sich das Fett aus der Masse trennt und an die Oberfläche der Schokolade wandert. Vor allem in gefüllten Pralinen wird die Füllmasse häufig mit Kakaobutter oder anderen Fetten angerührt. Deshalb bekommen solche Schokoladen besonders leicht einen weißen Film. Bis hierher ist meine belegte Schokolade also ein Blog-Thema: Fette kommen auch in der Natur vor und ihre physikalischen Eigenschaften (bei Hitze werden sie flüssig und wandern) sind zumindest  „Natur-Wissenschaft“.

Zuckerreif

Wer im Winter Schokolade kauft, sollte sie nicht allzu lange im kalten Auto lassen. Denn wenn sie dann in die warme Wohnung kommt, kondensiert das enthaltene Wasser. Darin kann sich dann Zucker lösen und der lagert sich in Kristallform an der Schokoladenoberfläche ab. Es entsteht auch dann ein rauer Belag: der Zuckerreif. Kondensation ist, wenn sich Wasserdampf als Flüssigkeit niederschlägt – hat also eindeutig was mit Natur zu tun. Ich glaube, ich kann mein Blog-Thema behalten.

Foto: pixabay.com

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Tipps für die richtige Lagerung von Schokolade:

  1. Gleichmäßige Temperatur herstellen (sonst entsteht Fettreif)
  2. Trocken halten (sonst entsteht Zuckerreif)
  3. Luftdicht verschließen (sonst nimmt die Schokolade fremde Gerüche an)
  4. Dunkel lagern (sonst geht der Geschmack verloren)

Und wenn ihr demnächst irgendwas backt, was Kuvertüre benötigt, dann achtet darauf, dass ihr sie genau richtig temperiert. Denn wenn ihr die Packungsbeilage nicht beachtet und die Kuvertüre zu heiß wird, produziert ihr euch euren weißen Belag sogar selbst. Dann würden eure Gäste Schokolade mit weißem Belag essen und es wäre ganz allein eure Schuld. Da wir am Wochenende unsere Pralinen nicht selbst gemacht haben, war eindeutig der Laden schuld. Und ich bin zu einem guten Blog-Thema gekommen.

Ist euch aufgefallen, dass ich mir den Naturbezug ein winziges bisschen hinkonstruiert habe? Eigentlich wollte ich einfach mal was über Schokolade schreiben. Unser Besuch hat auch fast gar nicht irritiert geguckt, als ich sagte: „Finger weg! Ich muss erst noch ein Foto für den Blog machen.“

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Johanna Prinz

Jahrgang 1978, ist promovierte Diplom-Biologin. Sie war früher Affenforscherin im Zoo, leitete den Bildungsbereich in einem großen Naturkundemuseum und danach ein Nationalpark-Haus am Wattenmeer. Heute arbeitet sie, von ihrer Wahlheimat Lübeck aus, im Bereich „Naturvermittlung“ – vor allem als Museumsberaterin oder Autorin für Kindersachbücher. Manchmal hebt sie Regenwürmer von der Straße auf. Mehr Infos unter: www.naturvermittlung.de

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Autor: Johanna Prinz

Jahrgang 1978, ist promovierte Diplom-Biologin. Sie war früher Affenforscherin im Zoo, leitete den Bildungsbereich in einem großen Naturkundemuseum und danach ein Nationalpark-Haus am Wattenmeer. Heute arbeitet sie, von ihrer Wahlheimat Lübeck aus, im Bereich „Naturvermittlung“ – vor allem als Museumsberaterin oder Autorin für Kindersachbücher. Manchmal hebt sie Regenwürmer von der Straße auf. Mehr Infos unter: www.naturvermittlung.de

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