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Wie man Igeln im Herbst helfen kann

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Jetzt im Herbst sehen wir den abendlichen Igelbesuch manchmal mit anderen Augen, als im Sommer. „Ist der Kleine bereit für den Winter?“, denken wir. Der Gedanke, dass ein hilfloser Igel im Garten sitzt und vielleicht die kalte Jahreszeit nicht übersteht, ist tatsächlich nicht besonders schön. Doch gibt es nicht etwas, das wir im Herbst für den Igel tun können? Und viel wichtiger: Ist es nötig?

Um es kurz zu machen: nein. Igel sind Wildtiere und sollten das auch bleiben dürfen. Füttern oder sonstige Hilfen sind nicht nötig. Doch es gibt ein paar Dinge, die man trotzdem tun kann, um einem Igel den Herbst schön zu machen.

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Füttern nur in Ausnahmefällen

Eigentlich ist es für den Igel besser, wenn er sich gar nicht erst daran gewöhnt, dass es in der Nähe des Menschen Fressbares gibt. Er soll lieber nach Käfern und Würmern suchen, ohne dass eine Futterschale im Weg steht. Doch manchmal kann das Füttern sinnvoll sein, zum Beispiel, wenn ein Jungigel auftaucht, der noch recht klein wirkt. Um gesund über den Winter zu kommen, braucht er ein Gewicht von mindestens 500 Gramm. Ist er leichter, lohnt sich das Zufüttern. Wenn ihr euch unsicher seid: Handschuhe an. Igel fangen. Wiegen.

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Womit man Igel füttern kann

Mit Katzenfutter seid ihr immer auf der richtigen Seite – aber bitte nasses. Auch gekochte Eier oder Rührei eigenen sich gut – aber bitte pur, ohne Gewürze. Ein junger Igel schafft in einer Nacht vielleicht ein bis zwei von diesen Katzenfutter-Blechpötten mit Folie drüber. Wohlgemerkt: nachts. Rechnet besser nicht damit, dass der Igel tagsüber gucken kommt. Und ganz wichtig: das Füttern muss unbedingt aufhören, sobald der erste Frost kommt, damit der Igel das Signal für den Winterschlaf richtig deutet.

Was Igel nicht fressen dürfen

Bloß keine Milch! Darüber haben wir ja schon mal berichtet. Auch Rosinen oder Nüsse sollten nicht an die Futterstelle gelangen. Äpfel, Möhren oder Bananen sind gut gemeint, aber ebenfalls nicht geeignet. Igel sind Insektenfresser. Mit Obst oder Gemüse tut man ihnen keinen Gefallen. Auch die Igel, die wir vielleicht mal am duftenden Fallobst sehen, wollen eigentlich nicht an die Äpfel, sondern an die Insekten darum herum.

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Wilde Gärten und Igelhäuser

Wer nur gesunde und fitte Igel im Garten hat und deshalb nicht zufüttern will, kann auf andere Weise helfen. Lasst einfach eine Ecke des Gartens wild. Reisig und Äste, die auf einen Haufen geschichtet sind, geben ein tolles Winterquartier ab. Legt vielleicht einfach eine Totholzhecke an und legt noch ein bisschen Extrareisig daneben. Auch die Igelhäuser, die es im Handel gibt, können eine gute Unterstützung sein – je nachdem, wie gut sie sich eignen.

Wer von euch hat denn überhaupt schon einen Igel im Garten gesehen? Oder im Park?

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Johanna Prinz

Jahrgang 1978, ist promovierte Diplom-Biologin. Sie war früher Affenforscherin im Zoo, leitete den Bildungsbereich in einem großen Naturkundemuseum und danach ein Nationalpark-Haus am Wattenmeer. Heute arbeitet sie, von ihrer Wahlheimat Lübeck aus, im Bereich „Naturvermittlung“ – vor allem als Museumsberaterin oder Autorin für Kindersachbücher. Manchmal hebt sie Regenwürmer von der Straße auf. Mehr Infos unter: www.naturvermittlung.de

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Autor: Johanna Prinz

Jahrgang 1978, ist promovierte Diplom-Biologin. Sie war früher Affenforscherin im Zoo, leitete den Bildungsbereich in einem großen Naturkundemuseum und danach ein Nationalpark-Haus am Wattenmeer. Heute arbeitet sie, von ihrer Wahlheimat Lübeck aus, im Bereich „Naturvermittlung“ – vor allem als Museumsberaterin oder Autorin für Kindersachbücher. Manchmal hebt sie Regenwürmer von der Straße auf. Mehr Infos unter: www.naturvermittlung.de

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