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Natur und so

Kreuzungschaos bei den Zitrusfrüchten

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Foto: pixabay.com

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Es fing mal wieder ganz harmlos an: Da war beim Familienbesuch (schon wieder) eine interessante Frucht auf dem Kaffeetisch und ich wollte mehr wissen. Könnt ihr euch erinnern, wie das mit der Nergi war, wo keiner mehr den Obstteller anfassen durfte, bis das Foto fertig war? Ungefähr so war das jetzt auch, nur dass ich mir zu Recherchezwecken noch eine eigene Frucht gekauft habe. Diesmal: die Pomelo.

Hätte ich gewusst, dass ich mich beim Nachdenken über die Pomelo und ihre Entstehung ernsthaft konzentrieren muss, hätte ich es vielleicht gelassen. Vielleicht lest ihr zum Aufwärmen nochmal den Blogbeitrag über Mendel im Beet oder die Genetik des Schwarzen Panthers. Die Pomelo entsteht nämlich durch mehrere Kreuzungen. Aber fangen wir von vorne an.

Foto: pixabay.com

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Mandarine + Pampelmuse = Orange

Die meisten unserer ladentypischen Zitrusfrüchte entstanden aus Kreuzungen von verschiedenen anderen Früchten. Orangen zum Beispiel sind das Ergebnis einer Vermischung von Mandarine und Pampelmuse. Sie kam als Bitterorange schon im 11. Jahrhundert nach Europa und etwa 400 Jahre später auch als süße Variante. Kaum zu glauben, wie umständlich das damals alles war. Heute stellt man einfach eine Kiste ins Flugzeug und fertig.

Orange + Pampelmuse = Grapefruit

Foto: pixabay.com

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Kreuzt man jetzt nochmal und vermehrt Orangen mit Pampelmusen, bekommt man die Grapefruit. Lasst euch nicht davon verwirren, dass „Grapefruit“ und „Pampelmuse“ häufig synonym verwendet wird. Es sind tatsächlich zwei verschiedene Pflanzen. Die Grapefruit hat positive Auswirkungen auf den Zuckerstoffwechsel unseres Körpers, geht aber leider auch Wechselwirkungen mit verschiedenen Medikamenten ein. Ihr bitterer Geschmack ist ein Erbe der Pampelmuse. Denn die schmeckt auch eher herb.

Grapefruit + Pampelmuse = Pomelo

Foto: J. Prinz

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Jetzt aber: die Pomelo. Auf dem Foto sieht man, wie sie im Laden liegt. Die Kreuzung klingt nach einem bitteren Ergebnis, schließlich sind weder Grapefruit noch Pampelmuse besonders süß. Doch in der Pomelo schlägt das Erbe der Orange durch und sie schmeckt kein bisschen bitter, sondern eher wie eine Mischung aus Apfel und Ananas. Diese Beschreibung habe ich jetzt erfunden, weil mir kein passender Vergleich einfiel. Die Pomelo, die ich gekauft habe, stammt aus China und ist damit ökologisch vermutlich total unkorrekt. Pomelos aus regionalem Anbau gab es aber gerade nicht und ich war neugierig.

Wie die Pomelo durch Kreuzung entsteht, wissen wir also jetzt. Demnächst verrate ich euch auch noch, wie man sie aufbekommt und isst. Hat schon mal jemand von euch eine Pomelo gegessen?

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Johanna Prinz

Jahrgang 1978, ist promovierte Diplom-Biologin. Sie war früher Affenforscherin im Zoo, leitete den Bildungsbereich in einem großen Naturkundemuseum und danach ein Nationalpark-Haus am Wattenmeer. Heute arbeitet sie, von ihrer Wahlheimat Lübeck aus, im Bereich „Naturvermittlung“ – vor allem als Museumsberaterin oder Autorin für Kindersachbücher. Manchmal hebt sie Regenwürmer von der Straße auf. Mehr Infos unter: www.naturvermittlung.de

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Autor: Johanna Prinz

Jahrgang 1978, ist promovierte Diplom-Biologin. Sie war früher Affenforscherin im Zoo, leitete den Bildungsbereich in einem großen Naturkundemuseum und danach ein Nationalpark-Haus am Wattenmeer. Heute arbeitet sie, von ihrer Wahlheimat Lübeck aus, im Bereich „Naturvermittlung“ – vor allem als Museumsberaterin oder Autorin für Kindersachbücher. Manchmal hebt sie Regenwürmer von der Straße auf. Mehr Infos unter: www.naturvermittlung.de

5 Kommentare

  1. Hallo Frau Prinz,

    ich hatte letztens eine Pomelo durch einen Bekannten bekommen, der damit nichts anzufangen wußte. Nach kurzer Recherche im Internet zeigte mir YouTube wie man die Pomelo schält und verzehrt. Ich war angenehm überrascht und kann jedem nur empfehlen diese Frucht einmal zu probieren, superlecker. Die Pomelo ist nicht so Saftig wie eine Orange, aber auch nicht so „sauer“ wie eine Pampelmuse. Im Sommer, vor dem verzehren, in den Kühlschrank, eine köstliche Erfrischung. Ich kann mir die Pomelo auch gut in Fruchtsalaten oder in Joughurt oder Fruchtquark vorstellen, 2/3 pürieren und 1/3 Fruchtfleisch im Original, dürfte das im Sommer eine gute alternative sein.

    Mit freudlichen Grüßen
    LL

  2. Hi,

    ein recht schöner Artikel. Schon seit mehreren Jahren bin ich auf der Suche nach der originalen Pampelmuse. Jeder Obst- und Gemüsehändler sagt: „ja ich hab die da“, da sage ich: „das ist eber eine Grapefruit / das ist aber eine Pomelo oder einmal: das ist aber eine Ananas“. Keiner konnte mir bisher weiterhelfen bei der Suche nach der Citrus maxima. Einmal habe ich sogar im Forum mein Anliegen geschildert, immerhin gab es da konkrete Antworten.

    Können Sie mir vielleicht helfen und mir Quellen nennen, in denen auf Pampelmusenkauf hingewiesen wird oder wo man eine bestellen kann?

    Vielen, vielen Dank!

    Beste Grüße,

    Florian

    • Hallo Florian,
      gute Frage. Ich habe noch nie versucht, eine echte Pampelmuse zu kaufen, aber natürlich ist unter diesem Namen ganz schön viel anderes Obst unterwegs. (Wie bitte? Auch Ananas?) Auf den heimischen Supermarkt würde ich vermutlich nicht setzen. Richtige Pampelmusen sind ja eher selten im Handel. Wie wäre es mit einem spezialisierten Obsthändler? Die können sowas bestimmt bestellen. Und die wissen dann hoffentlich auch, was eine Ananas ist. Sorry, aber besser weiß ich es leider auch nicht.
      Viele Grüße
      Johanna

  3. Hallo,

    wo bekomme ich denn so eine Pampelmuse her? Ich suche schon seit 2 Jahren, kriege als Antwort immer nur: „keine Ahnung, hier die Grapefruit, hier die Pomelo oder hier die Ananas, aber nie eine Pampelmuse“.

    Danke vorab.

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