Hallimasch & Mollymauk

Natur und so

Schöne Erinnerungen machen optimistisch

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Foto: pixabay.com

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Es ist ja nicht so, dass ich es nicht gewusst hätte: der fünfhundertste Beitrag ist etwas ganz Besonderes. Der war sogar so besonders, dass ich Karolin anrufe. “Dein Blogbeitrag war so schööhööön”, sage ich. “Und so besonders!” Als ich gestehe, dass ich möglicherweise sogar ein bisschen feuchte Augen vor Rührung hatte, lacht sie mich aus. Aber jetzt mal ehrlich: Da machen wir das mit dem Blog jetzt schon so lange gemeinsam! Und auf einmal sind es fünfhundert Beiträge. Da kommen die nostalgischen Gedanken doch automatisch auf, oder? Zum Glück, denn sowas macht glücklich. Nicht nur mich, sondern auch andere Leute.

Natürlich gibt es selbst zu so verrückten Themen wie “Was bewirkt Nostalgie?” ein paar wissenschaftliche Studien. Ach, was rede ich: es gibt massenhaft Studien über Emotionen und Gruppenerlebnisse und Körperreaktionen auf Sentimentalität und Freude. Neulich habt ihr ja hier schon mal was über nachlassenden Stress in Gruppen gelesen. Und eines dieser Forschungsteams hat herausgefunden, dass es positive Auswirkungen hat, wenn man sich an schöne Momente zurückerinnert.

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Personen, die sich in der Studie nostalgisch an etwas erinnerten und anschließend etwas aufschreiben sollten, benutzten zum Beispiel mehr positive Wörter als die Teilnehmer der Kontrollgruppe.

Und Teilnehmer, denen die Studienleitung Lieder vorspielte, die eine nostalgische Assoziation hervorriefen, zeigten sich bei der anschließenden Befragung anders als ihre Mitteilnehmer, die bloß “irgendein” Lied gehört hatten. Es stellte sich nämlich heraus, dass positive Erinnerungen den Ausblick auf die Zukunft beeinflussen: Nostalgie macht optimistisch.

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Das liegt vermutlich daran, dass eine positive Erinnerung das Selbstwertgefühl steigert. Und das führt dazu, dass man auch seine eigene Zukunft positiv sieht. In meinem Fall bin ich, was den Blog angeht, sogar sehr optimistisch. Ich erinnere mich noch genau an den Moment, in dem Karolin und ich beschlossen haben, es einfach mal zu versuchen mit diesem Blog-Ding. Und ich weiß auch noch genau, wie wir in den ersten Monaten einfach mal rumprobiert haben, bis sich unser Montag-Mittwoch-Freitag-Rhythmus etabliert hatte. Gar nicht zu reden von der ewigen Arie, bis wir den Hallimasch mit dem Mollymauk kombiniert hatten.

Und dann lief es auf einmal total gut und wir machten uns beide überhaupt keine Sorgen, als Karolin nach Süddeutschland zog und auf einmal nicht mehr am Nachbarschreibtisch saß. Der Blog? Na, der würde natürlich weiterlaufen! Und genauso ist es auch passiert. Wenn meine nostalgischen Gedanken ein Anzeiger für die Zukunft sind, dann wird die super! Vielen Dank, an euch, unsere LeserInnen! Ihr werdet immer zahlreicher und es macht großen Spaß für euch zu schreiben! Auf weitere fünfhundert Beiträge!

 

Und hier ist die Studie zum Nachlesen:

Cheung, W. Y., Wildschut, T., Sedikides, C., Hepper, E. G., Arndt, J. & Vingerhoets, A. J. J. M. (2013). Back to the future: nostalgia increases optimism. Personality and Social Psychology Bulletin, 39, 1484–1496.

 

 

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Autor: Johanna Prinz

ist promovierte Diplom-Biologin. Sie war früher Affenforscherin im Zoo, leitete den Bildungsbereich in einem großen Naturkundemuseum und danach ein Nationalpark-Haus am Wattenmeer. Heute arbeitet sie, von ihrer Wahlheimat Lübeck aus, im Bereich „Naturvermittlung“ – vor allem als Museumsberaterin oder Autorin für Kindersachbücher. Manchmal hebt sie Regenwürmer von der Straße auf. Mehr Infos unter: www.naturvermittlung.de

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