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Natur und so

Wie entstehen Ameisenstraßen?

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Foto: pixabay.com

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Wusstet ihr, dass Ameisen der neueste Schrei unter den Haustieren sind? Ich schon, aber bisher kannte ich einfach niemanden, der welche hat. Doch nun haben wir sozusagen Ameisen in der Familie und ich kann mir alles ganz genau erklären lassen. Ich habe zum Beispiel gelernt, dass man die Ameisen mit einem Öl daran hindert, aus ihren Glaskisten auszubrechen. Das sähe sonst sicher lustig aus: eine Ameisenstraße quer durchs Wohnzimmer.

Manchmal hat man das ja im Sommer unfreiwillig. Dann haben die winzigen Krabbler in der Küche irgendwas gefunden und es bildet sich eine Ameisenstraße, die uns ziemlich nervt.

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Doch wie entsteht eigentlich so eine Ameisenstraße, frage ich mich? Merkt sich einfach die erste Ameise den Weg zur neu entdeckten Nahrungsquelle und nimmt dann einfach noch mehr Ameisen mit? Woher wissen die neuen Ameisen, wo sie hinlaufen sollen? Und vor allem: wie überzeugt eine Ameise so viele andere, ihr zu folgen?

Aber eins nach dem anderen. Es ist nämlich so: hat eine Ameise etwas Leckeres zu Fressen gefunden, probiert sie es natürlich mal. Wenn sie findet, dass man davon gerne einen Vorrat im Ameisennest haben könnte, kehrt sie dorthin zurück, um „Tragehelfer“ zu organisieren.

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Im Nest angekommen, spuckt sie den anderen Ameisen einen Teil der gefressenen Nahrung vor die Füße, wie um zu sagen: „Davon gibt es da drüben noch mehr“. (Ich weiß: Iiih.)

Natürlich muss von den anderen Ameisen jetzt keine aus dem Blauen heraus erraten, wo sich die Nahrungsquelle befindet. Die erste Ameise hat nämlich auf dem Rückweg zum Nest eine Duftspur aus Pheromonen gelegt, der alle Ameisen nun folgen können. Jede Ameise, die Nahrung zum Nest getragen hat und dann wieder neue holen geht, versprüht ebenfalls Pheromone, so dass eine richtige Duftautobahn entsteht.

Angeblich hilft es, wenn man Zitronensaft auf eine Ameisenstraße schüttet, die den Geruch der Pheromone überdeckt. Ich bin ja mal sehr gespannt auf eure Berichte aus dem nächsten Sommer. Funktioniert das?

EDIT: Jetzt ist es passiert! Ein Doppelthema! Irgendwann  musste das ja mal kommen. Guckt mal: Karolin hat auch schon mal was über Ameisenstraßen geschrieben. Sorry, Karolin. Das hatte ich total vergessen!

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Johanna Prinz

Jahrgang 1978, ist promovierte Diplom-Biologin. Sie war früher Affenforscherin im Zoo, leitete den Bildungsbereich in einem großen Naturkundemuseum und danach ein Nationalpark-Haus am Wattenmeer. Heute arbeitet sie, von ihrer Wahlheimat Lübeck aus, im Bereich „Naturvermittlung“ – vor allem als Museumsberaterin oder Autorin für Kindersachbücher. Manchmal hebt sie Regenwürmer von der Straße auf. Mehr Infos unter: www.naturvermittlung.de

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Autor: Johanna Prinz

Jahrgang 1978, ist promovierte Diplom-Biologin. Sie war früher Affenforscherin im Zoo, leitete den Bildungsbereich in einem großen Naturkundemuseum und danach ein Nationalpark-Haus am Wattenmeer. Heute arbeitet sie, von ihrer Wahlheimat Lübeck aus, im Bereich „Naturvermittlung“ – vor allem als Museumsberaterin oder Autorin für Kindersachbücher. Manchmal hebt sie Regenwürmer von der Straße auf. Mehr Infos unter: www.naturvermittlung.de

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