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Wie fühlt sich die Haut von Haien an?

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Foto: pixabay.com

Ich habe mal einen Hai angefasst und er mochte es gar nicht. Aber es war beruflich und wirklich nur zu seinem Besten und außerdem schwamm der Katzenhai anschließend wieder ganz entspannt in der Wildnis umher. Also eigentlich eine gute Sache. Trotzdem war das Erlebnis weder für den Hai noch für mich so richtig angenehm. Der Hai musste mal kurz aus dem Wasser heraus und ich musste ein Netz mit einer zappelnden Flosse und einem genervten Hai bändigen, der keine Lust auf gar nichts hatte. Aber zum Glück ging ja alles gut aus und ich kann heute aus eigener Erfahrung erzählen: Wie fühlt sich eigentlich Haihaut an?

 

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Jetzt war ja der Katzenhai, den ich angefasst habe, kaum einen Meter lang. Doch er hatte erstaunlich viel Kraft für so ein kleines Tier und es war gar nicht so einfach, ihn festzuhalten. Wir brauchten zwei Leute und als er dann endlich wieder fröhlich im Wasser schwamm, schauten wir auf unsere Hände: die Haut war dort ein bisschen angeschrammt, aber alles war heil geblieben. Der Grund, warum das Haianfassen so unangenehm war, war nicht nur der zappelnde Fisch, sondern seine Haut, die sich anfühlt wie Schmirgelpapier. Die Haut eines Hais ist so rau, dass sie regelrechte Abschürfungen verursachen kann. Nicht alle Haie haben solch eine Haut, aber der Katzenhai schon.

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Wenn man sich die Haihaut unter dem Mikroskop anschaut, sieht man, dass sie mit winzig kleinen Zähnchen besetzt ist: den so genannten Placoidschuppen. Die sehen so ähnlich aus, wie die Zähne im Maul mancher Haie und das kommt daher, dass die Zähne im Maul mit den Hautzähnen quasi verwandt sind. Die Placoidschuppen der Haut, wandeln sich am Maul zu „echten“ Zähnen um. Karolin hatte ja schon mal berichtet, warum Haie nie Zahnprobleme haben.

Wozu die Zähne im Maul gedacht sind, ist klar. Die auf der Haut sorgen dafür, dass der Körper des Hais besser durch das Wasser gleiten kann. Beim schnellen Schwimmen verbraucht der Hai weniger Kraft, denn die Zähnchen auf seinem Körper setzen den Widerstand des Wassers herab. Moderne U-Boote imitieren diesen Effekt, um Kraftstoff zu sparen. Was habt ihr denn schon für komische Tiere angefasst? Und vor allem: warum?

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Johanna Prinz

Jahrgang 1978, ist promovierte Diplom-Biologin. Sie war früher Affenforscherin im Zoo, leitete den Bildungsbereich in einem großen Naturkundemuseum und danach ein Nationalpark-Haus am Wattenmeer. Heute arbeitet sie, von ihrer Wahlheimat Lübeck aus, im Bereich „Naturvermittlung“ – vor allem als Museumsberaterin oder Autorin für Kindersachbücher. Manchmal hebt sie Regenwürmer von der Straße auf. Mehr Infos unter: www.naturvermittlung.de

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Autor: Johanna Prinz

Jahrgang 1978, ist promovierte Diplom-Biologin. Sie war früher Affenforscherin im Zoo, leitete den Bildungsbereich in einem großen Naturkundemuseum und danach ein Nationalpark-Haus am Wattenmeer. Heute arbeitet sie, von ihrer Wahlheimat Lübeck aus, im Bereich „Naturvermittlung“ – vor allem als Museumsberaterin oder Autorin für Kindersachbücher. Manchmal hebt sie Regenwürmer von der Straße auf. Mehr Infos unter: www.naturvermittlung.de

3 Kommentare

  1. Ich habe Ihren Artikel aufmerksam gelesen und würde gerne die Information erhalten, weshalb Sie den Hai beruflich anfassen mussten. War es zu Forschungszwecken oder war er krank? Sie schrieben, dass er lustlos war – vielleicht war es aber auch ein Ausdruck seiner Angst? Wo ging denn dieser Kontakt vonstatten? Im Meer oder in einem Aquarium für Haue?

    Ich möchte mich im voraus für Ihre Antworten bedanken.
    Lg

    • Nein, der Hai war nicht krank, sondern zum Glück kerngesund. Er stammte aus dem Meer und war aus Versehen an Land gelandet. Wir haben ihn zurückgebracht und jetzt schwimmt er wieder in Freiheit.

  2. Vielen herzlichen Dank für Ihre schnelle Antwort und – danke im Namen des Tieres.

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