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Natur und so

Wie man Basilikum aus dem Supermarkt rettet

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Foto: J. Prinz

Mal ehrlich. Hat schon mal jemand von euch einen Topf mit Basilikum im Supermarkt gekauft und ihn dann auf die Fensterbank gestellt? Und hattet ihr auch die Hoffnung, dass ihr ihn einfach ein bisschen gießt und er bleibt dann wochenlang frisch? Mal die Hand hoch, bitte, bei wem er dann unweigerlich innerhalb von zwei Tagen welk geworden ist. (*hebt die Hand) Dass der Supermarkt-Basilikum bei uns zu Hause sofort welk wird, liegt nicht nur daran, dass wir dort kein Gewächshaus-Licht haben. Fragt mich nicht, warum das im Supermarkt nichts macht, aber zu Hause muss man den Basilikum entweder schnell essen, oder retten. Wir zeigen euch heute wie.

Foto: J. Prinz

Karolin hatte es ja schon in Ihrer Buchbesprechung zum Kräuterbuch erwähnt: wir hatten viel vor in diesem Sommer. Unter anderem wollte ich „Basilikum teilen“. Das war wörtlich gemeint.Denn von Karolin habe ich die geniale Einsicht: der Supermarkt-Basilikum steckt einfach in einem viel zu kleinen Topf. Seine Wurzeln haben überhaupt keinen Platz und deshalb geht er so schnell ein. Die Lösung: umtopfen. Aber bitte nicht einfach am Stück. Der winzige Kräutertopf kann bei richtiger Pflege zu einem wahren Basilikum-Gebüsch werden.

Und so geht’s:

Foto: J. Prinz

 

Für regelmäßigen Nachschub an frischem Basilikum, braucht ihr: Basilikum aus dem Supermarkt, einen großen Blumentopf (übertreibt hier ruhig ein bisschen) und Blumenerde (aber troffrei!). Den neuen Topf füllt ihr mit genug Erde auf, gerne bis ganz oben, denn es sackt später alles ein wenig nach unten. Und dann ruckelt ihr so lange am gekauften Topf, bis die Basilikumpflanzen herausfallen. Ihr werdet wahrscheinlich jetzt schon sehen, dass sich ziemlich viele Wurzeln gebildet haben. Die teilt ihr jetzt vorsichtig und zupft die einzelnen Pflanzen auseinander.

Foto: J. Prinz

Pflanzt die Teilstücke neu ein und achtet darauf, dass alle genug Abstand haben. Mein Supermarkttopf zog um in einen 20-Liter-Kübel. Das sah zwar am Anfang etwas … optimistisch … aus, aber lasst euch nicht täuschen: der Basilikum wächst wie verrückt, wenn er erstmal Platz hat. Er wächst nicht nur in die Höhe, sondern es bilden sich auch noch neue Stängel. Nach ein paar Wochen war mein Riesentopf jedenfalls voll. Ihr könnt das Wachstum noch befeuern, wenn ihr richtig erntet: Schneidet eure Stängel genau dort ab, wo sich zwei neue Blätter bilden. Das Abgeschnittene tut ihr ins Essen. Und eure Basilikumpflanze wächst ab der Schnittstelle zweigeteilt weiter.

Foto: J. Prinz

 

Wenn ihr in eurer Küche keinen Platz für einen Riesenkübel habt, könnt ihr die Einzelpflanzen übrigens auch jede in einen kleineren Extratopf pflanzen. Wahrscheinlich freuen die sich sogar darüber, denn dann haben sie den ganzen Platz für sich alleine. Und wenn ihr sie dann doch mal raus auf den Balkon oder die Terrasse stellt, achtet darauf, dass der Zimmerbasilikum sich langsam an die Sonne gewöhnen kann. Sonst verbrennt er. Ich bin jedenfalls jetzt total gespannt auf den Winter. Da soll der Basilikum ans Fenster und ich hoffe wirklich, das klappt.

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Johanna Prinz

Jahrgang 1978, ist promovierte Diplom-Biologin. Sie war früher Affenforscherin im Zoo, leitete den Bildungsbereich in einem großen Naturkundemuseum und danach ein Nationalpark-Haus am Wattenmeer. Heute arbeitet sie, von ihrer Wahlheimat Lübeck aus, im Bereich „Naturvermittlung“ – vor allem als Museumsberaterin oder Autorin für Kindersachbücher. Manchmal hebt sie Regenwürmer von der Straße auf. Mehr Infos unter: www.naturvermittlung.de

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Autor: Johanna Prinz

Jahrgang 1978, ist promovierte Diplom-Biologin. Sie war früher Affenforscherin im Zoo, leitete den Bildungsbereich in einem großen Naturkundemuseum und danach ein Nationalpark-Haus am Wattenmeer. Heute arbeitet sie, von ihrer Wahlheimat Lübeck aus, im Bereich „Naturvermittlung“ – vor allem als Museumsberaterin oder Autorin für Kindersachbücher. Manchmal hebt sie Regenwürmer von der Straße auf. Mehr Infos unter: www.naturvermittlung.de

2 Kommentare

  1. Wow, Johanna. Das war sehr hilfreich. Warum sagt uns das keiner im Supermarkt? Vermutlich, weil die immer neuen Basilikum verkaufen wollen …

    Ich habe die Pflanze komplett – also ohne zu teilen – in einen sehr großen Topf gesetzt, und weil ich noch Platz für Schnittlauch brauchte, den gleich daneben. Nun wird der hoch schießende Basilikum von Ohrschlitzen und Ameisen gefressen. Ich mach wohl irgendwas falsch 😉
    Jetzt gibt es bei mir aus lauter Verzweiflung regelmäßig Basilikum-Pesto. Übrigens ganz lecker, dennoch weit übertroffen vom Rucola-Pesto.

    Das mit dem Teilen der Pflanze probier ich nächstes Mal. Außerdem hab ich mal irgendwo gehört, dass man gerade Basilikum nicht im Supermarkt, sondern bei einem „richtigen“ Gärtner kaufen soll. Man soll eben auf Qualität setzen. Gilt wohl auch für alles andere im Leben 😉

    LG
    Elli

    • Was hast du denn für Ameisen, Elli!? Au weia. Ja, das mit der Qualität stimmt wohl. Ich fühle mich mit Bio-Kräutern immer wohler. Aber der Tipp mit dem Gärtner ist sogar noch besser. Das probiere ich beim nächsten Mal! Liebe Grüße, Johanna

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