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Natur und so

Warum haben Beuteltiere einen Beutel?

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Foto: pixabay.com

Gerade schreibe ich an einem Kinderbuch, in dem Kängurus vorkommen. Es kommen auch noch andere Tiere vor. Ein paar davon hatten wir schon mal hier im Blog. Zum Beispiel die Meeresschildkröte oder das Faultier. Auch der Koala taucht im Buch und im Blog auf und ich überlege, warum man von dem eigentlich nie so niedliche Bilder sieht, auf denen ein Jungtier aus dem Beutel guckt – so wie beim Känguru, das diese ganze Gedankenkette ja überhaupt erst angestoßen hatte. Und ganz generell fragt man sich doch, ob es nicht einfachere Wege gibt, ein Jungtier zu transportieren. Warum also, haben Beuteltiere eigentlich Beutel?

Das Känguru – der Klassikerbeutel

Man kennt es. Junge Kängurus schauen süß aus einem Beutel heraus und manchmal, wenn sie etwas größer sind, klettern sie sogar mal nach draußen. Reinklettern geht dann aber auch wieder und eine Kängurumutter kann mit ihrem Jungen im Beutel sogar hüpfen. Doch wozu eigentlich der ganze Stress? Warum nicht einfach eine Geburt und ein Nest? Das Jungtier ist Schuld. Neugeborene Kängurus sind nämlich winzig. Etwa so groß wie ein Gummibärchen und wirklich nicht besonders hübsch. Wenn man mal ehrlich ist, sieht ein Kängurujunges aus wie eine hässliche Blutblase – ohne Fell und so.

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Die Tragzeit eines Kängurus dauert nur etwas mehr als einen Monat und danach ist das Junge noch längst nicht „fertig“ – sie oben. Nach der Geburt klettert es alleine durch das Fell in den Beutel. Der ist dann natürlich noch viel zu groß für das Minikänguru, aber das ist auch gut so. Es braucht nämlich noch ganz schön lange, bis es ordentlich gewachsen ist. Ist es im Beutel angekommen, sucht es die Zitze darin und lässt sie dann mehrere Monate lang nicht mehr los. So lange dauert es nämlich, bis so ein Kangurukind alle Gliedmaßen hat (und auch Fell) und das erste Mal niedlich nach draußen guckt.

Der Koala – der umgedrehte Beutel

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Beim Koala ist alles anders. Da ist das Jungtier bei der Geburt zwar auch klein und unfertig und es klettert auch alleine in den Beutel. Aber der ist dann anders. Beim Koala ist die Beutelöffnung nämlich nach unten gerichtet. Damit das Junge nicht herausfällt, braucht es einen kräfigen Muskel, der den Beuteleingang zuhält.

Koalakinder verlassen den Beutel zum ersten Mal nach etwa einem halben Jahr. Wenn sie groß genug sind, wechseln sie vom Beutel auf den Rücken ihrer Mutter. Diese Bilder kennt man dann wieder.

Natürlich ist uns klar, dass Kängurus und Koalas nicht die einzigen Beuteltiere sind. Aber zur Anschauung reicht es, oder? Wenn man es zusammenfasst, ist der Beutel also wichtig, um ein sehr unfertiges kleines Tier noch etwas weiter wachsen zu lassen. Zumindest so lange, bis es niedlich ist und aus dem Beutel herausgucken kann.

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Johanna Prinz

Jahrgang 1978, ist promovierte Diplom-Biologin. Sie war früher Affenforscherin im Zoo, leitete den Bildungsbereich in einem großen Naturkundemuseum und danach ein Nationalpark-Haus am Wattenmeer. Heute arbeitet sie, von ihrer Wahlheimat Lübeck aus, im Bereich „Naturvermittlung“ – vor allem als Museumsberaterin oder Autorin für Kindersachbücher. Manchmal hebt sie Regenwürmer von der Straße auf. Mehr Infos unter: www.naturvermittlung.de

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Autor: Johanna Prinz

Jahrgang 1978, ist promovierte Diplom-Biologin. Sie war früher Affenforscherin im Zoo, leitete den Bildungsbereich in einem großen Naturkundemuseum und danach ein Nationalpark-Haus am Wattenmeer. Heute arbeitet sie, von ihrer Wahlheimat Lübeck aus, im Bereich „Naturvermittlung“ – vor allem als Museumsberaterin oder Autorin für Kindersachbücher. Manchmal hebt sie Regenwürmer von der Straße auf. Mehr Infos unter: www.naturvermittlung.de

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