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Natur und so

Wie Tapire Pflanzen verteilen

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Flachlandtapire leben in Regenwäldern und ernähren sich von Früchten. Dabei scheinen sie nicht wählerisch zu sein, sondern fressen einfach das, was ihnen vor die Schnauze kommt. Hier im Blog hatten wir ja schon öfters Beiträge, in denen es um seltsame Studien geht. Beziehungsweise um Leute, die die seltsamsten Sachen erforschen. Die Rehspucke fällt dabei ein. Oder die Nasenschleim-Forschung beim Wal. Heute geht es hier im Blog um Forschende, die durch den Wald laufen und den Kot von Tapiren aufsammeln. Und die dann im Labor darin rumwühlen. Könnt ihr euch vorstellen? “Was machen Sie denn von Beruf?” – “Also …”

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Zurück zum Thema. Diese Leute laufen jedenfalls herum und sammeln Kothaufen ein.Natürlich interessieren sie sich nicht für die Häufchen, sondern eher dafür was darinsteckt. Denn Tapire fressen mit den Früchten auch die Samen mit. Anschließend scheiden sie sie im Ganzen wieder aus und tragen damit dazu bei, dass Pflanzen sich verbreiten können. Es gab mal eine Studie, für die 135 Dungproben akribisch durchsucht wurden. Es fanden sich Samen von 122 verschiedenen Pflanzen in den Proben, woher die Annahme stammt, dass Tapire wenig wählerisch sind, was ihre Nahrung angeht.

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Zusätzlich kam heraus, dass es saisonale Schwankungen gibt und je nach Jahreszeit und Verfügbarkeit andere Früchte gefressen wurden. Dabei waren die kleinsten Samenkörner wirklich winzig und maßen unter einem Millimeter. Die größten waren 25 Millimeter groß. Doch die Mehrheit der gefundenen Samen, nämlich grob achzig Prozent, maßen nicht mal 10 Millimeter. Die Studie kam zu den Schluss, dass offenbar viel mehr Pflanzen durch Tapire verbreitet werden, als zuvor angenommen. Bis dahin galten vor allem Affen als Samenverteiler.

Ach, und bevor jemand fragt: Das Studiengebiet war der Amazonas in Peru. Ich gehe dann mal und träume von Urlaub im Regenwald.

 

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Autor: Johanna Prinz

Jahrgang 1978, ist promovierte Diplom-Biologin. Sie war früher Affenforscherin im Zoo, leitete den Bildungsbereich in einem großen Naturkundemuseum und danach ein Nationalpark-Haus am Wattenmeer. Heute arbeitet sie, von ihrer Wahlheimat Lübeck aus, im Bereich „Naturvermittlung“ – vor allem als Museumsberaterin oder Autorin für Kindersachbücher. Manchmal hebt sie Regenwürmer von der Straße auf. Mehr Infos unter: www.naturvermittlung.de

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