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Tieren helfen im Herbst

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Foto: pixabay.com

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Der Herbst ist da! Jetzt auch offiziell. Und ich habe endlich mal verstanden, was die verschiedenen Herbstanfänge bedeuten. Und pünktlich zur Jahreszeit fragen sich viele Menschen, wie man den Tieren draußen am besten helfen kann – wo es doch jetzt ungemütlich wird. Auch bei mir landen ab und zu Fragen. Und deshalb geben wir euch heute ein paar Tipps.

Vorab: Im Internet findet ihr sehr viele gute Tipps. Schaut doch mal auf die Webseiten vom NABU oder BUND. Oder seht euch in eurer Stadt um. Da gibt es bestimmt auch lokale Gruppen, die man im Zweifel fragen kann. Bis dahin könnt ihr ja erstmal das hier probieren:

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Lasst Unordnung im Garten

Zugegeben, am besten kann man Tieren im Herbst helfen, wenn man einen Garten hat. Einen, den man unordentlich lassen kann – zumindest in einer Ecke. Wenn ihr im Sommer eine Wildblumenwiese angelegt habt, oder sowieso schon eine Totholzhecke euer Eigen nennt… wunderbar! Die Pflanzen lasst ihr einfach stehen und auf die Totholzhecke schmeißt ihr einfach noch ein bisschen Reisig oder Pflanzenschnitt. So schafft ihr Unterschlupfmöglichkeiten für Insekten und sonstige kleine Tiere.

 

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Nistkästen im Herbst aufhängen

Ja, ihr habt richtig gelesen. Nistkästen, im Herbst. Entweder könnt ihr die Nistkästen vom Sommer nach der Reinigung einfach hängen lassen, oder ihr hängt jetzt im Herbst neue auf. Ich weiß, es klingt bescheuert, aber bei näherem Nachdenken macht das durchaus Sinn. Denn Nistkästen sind nicht nur zum Nisten da, sondern auch zum Schlafen. Viele Vögel bleiben nur mal eben über Nacht, doch einige Kleinsäuger, wie der Siebenschläfer besetzten so einen Kasten für lange Zeit. Also: raus mit dem Nistkasten!

 

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Vögel (und Igel) füttern?

Vielleicht füttert ihr ja sowieso schon den ganzen Sommer hindurch die Vögel im Garten. Oder ihr füttert bewusst auf keinen Fall im Sommer und beginnt erst im Herbst. (Wer unsicher ist, kann ja nochmal unser Pro und Contra Sommerfütterung lesen.) Einige von euch stehen vielleicht auch auf dem Standpunkt “Füttern erst bei geschlossener Schneedecke” oder gar “Füttern? Nie!”.  Wie auch immer ihr euch entscheidet: bitte achtet auf geeignetes Futter. Das heißt keine Küchenabfälle. Vögel mögen Meisenknödel oder Kerne, Eichhörnchen freuen sich über Nüsse und Igel über Katzenfutter. Aber wie man Igeln hilft, haben wir ja schon mal erzählt.

 

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Schuppen und Scheuen auflassen

Wer einen Gartenschuppen hat, kann diesen im Herbst einfach auflassen. Ein geöffnetes Fenster genügt schon, damit zum Beispiel das Tagpfauenauge hineinschlüpfen und dort überwintern kann. Wer will, kann den Schmetterlingen in seinem Garten auch ein bisschen Notfallnahrung anbieten, aber spätestens wenn der Frost kommt, muss das aufhören. Wie sollten die Tiere sonst merken, dass der Winter anbricht? So ist das halt gedacht: Kälte und Nahrungsknappheit sind für viele Tiere das Signal für “Jetzt ist Ruhe angesagt!” und das wollen wir ja nicht verfälschen, oder?

Was ihr nicht machen solltet

Ich weiß, es ist schwer, aber die Natur ist manchmal einfach hart. Viele Tiere sterben im Winter – zum Teil, weil sie krank sind oder weil sie einfach alt sind und ihre Zeit gekommen ist. Wir können nicht jedes Tier retten. (Keine Sorge, das bedeutet nicht, dass man grausam oder gleichgültig sein muss.) Im Herbst gilt: holt keine Tiere ins Haus. Die meisten kommen nämlich besser draußen zurecht und wenn wie sie einfangen, stören wir vielleicht gerade den Nestbau oder die Vorbereitung auf den Winter. Eine Ausnahme sind Igelkinder, die beim ersten Frost noch zu leicht sind, oder bei Schnee draußen herumlaufen. Oder verletzte Tiere. Fragt bei einer der oben genannten Organisationen nach.

Bis jetzt ist der Herbst ja eher angenehm und schön warm. Es kann also sein, dass ihr erstmal gar nichts machen müsst. Zeit genug für einen Tee, oder?

 

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Johanna Prinz

Jahrgang 1978, ist promovierte Diplom-Biologin. Sie war früher Affenforscherin im Zoo, leitete den Bildungsbereich in einem großen Naturkundemuseum und danach ein Nationalpark-Haus am Wattenmeer. Heute arbeitet sie, von ihrer Wahlheimat Lübeck aus, im Bereich „Naturvermittlung“ – vor allem als Museumsberaterin oder Autorin für Kindersachbücher. Manchmal hebt sie Regenwürmer von der Straße auf. Mehr Infos unter: www.naturvermittlung.de

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Autor: Johanna Prinz

Jahrgang 1978, ist promovierte Diplom-Biologin. Sie war früher Affenforscherin im Zoo, leitete den Bildungsbereich in einem großen Naturkundemuseum und danach ein Nationalpark-Haus am Wattenmeer. Heute arbeitet sie, von ihrer Wahlheimat Lübeck aus, im Bereich „Naturvermittlung“ – vor allem als Museumsberaterin oder Autorin für Kindersachbücher. Manchmal hebt sie Regenwürmer von der Straße auf. Mehr Infos unter: www.naturvermittlung.de

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